TSV Großbardorf will zweimal alles geben

Die Grabfeld-Gallier setzen im irren Bayernliga-Finale auf Spaß und Lockerheit.
"Genießt diese Zeit", gibt Dominik Schönhöfer, Trainer des TSV Großbardorf (rechts), nicht nur André Rieß, sondern allen seinen Spielern vor den finalen zwei Saisonspielen gegen Bamberg und in Hof mit auf den Weg.  Foto: Anand Anders
 
Fußballfreund, was willst du mehr? Der Wettbewerb in der Bayernliga Nord um die Meisterschaft, den Direktaufstieg und den Relegationsplatz um den Aufstieg in die Regionalliga Bayern lässt sich mit einem Wort beschreiben: irre. Der SV Seligenporten, der TSV Großbardorf, die SpVgg Bayern Hof und die SpVgg SV Weiden sind bei allen drei Entscheidungen dick im Rennen. Der aktuelle Tabellenführer VfB Eichstätt mischt obendrein in Sachen Titelvergabe mit, hat aber keinen Lizenzantrag für die Vierte Liga gestellt.
"Was-wäre-wenn"-Berechnungen kann man einige anstellen, für den TSV Großbardorf sollten sie aber zweitrangig sein. Für die Grabfeld-Gallier und ihre Fans genügt es vorerst zu wissen: Gewinnt die Mannschaft von Dominik Schönhöfer ihr Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen die DJK Don Bosco Bamberg und obendrein am 21. Mai in Hof, ist sie aufgestiegen. Die Lizenz für die Regionalliga Bayern hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) den Grabfeld-Galliern unter der Woche erteilt.


Anekdoten über Anekdoten

45 Jahre ist Schönhöfer alt. Als A-Jugendlicher stand er mit dem 1. FC Nürnberg zweimal in Endspielen um die deutsche Meisterschaft. Wenn er die Geschichten von damals erzählt, dann hat man als Zuhörer nicht den Eindruck, dass sie mehr als 25 Jahre zurückliegen. Eher 25 Tage. Dominik Schönhöfer kann sich noch an jedes Detail von damals erinnern, an jeden Grund, warum es zweimal nicht geklappt hat. Weil er jede einzelne Episode aufgesogen hat wie ein Schwamm. Seinen Spielern wünscht er, dass es ihnen genauso geht. Dass auch sie in einem Vierteljahrhundert Anekdoten über Anekdoten über diesen Mai 2016 zum Besten geben können. Egal, ob die Grabfeld-Gallier sich zum Meister, Aufsteiger oder Releganten krönen lassen dürfen oder Fünfter werden. "Genießt es", ruft er seiner Mannschaft zu, "diese Erfahrungen, die ihr in dieser außergewöhnlichen Situation macht, nimmt euch niemand mehr."

Die Kicker von der Unterhofer Straße haben ihre Ergebniskrise, in die sie die Niederlage im Derby gegen Aubstadt gezogen hatte, überwunden. Aus den folgenden vier Spielen hatten sie mickrige zwei Pünktchen gesammelt. Wobei man das 1:1 in Seligenporten viel eher schon als Beginn des Wiederaufschwungs betrachten muss. Geschenkt, dass bei den Siegen gegen Burglengenfeld (2:0) und in Forchheim (1:0) nicht alles Gold war, was glänzte.


Allerorten die pure Freude

Es bereite ihm eine "Riesenfreude", sagt Dominik Schönhöfer, dass seine Mannschaft auch zwei Runden vor Saisonende noch ganz oben mitmischen darf im Konzert der finanziell deutlich besser ausgestatteten Klubs aus Seligenporten, Hof oder Weiden: "Auch die Jungs freuen sich einfach nur. Es klappt nicht alles, aber sie geben alles für den Erfolg." Spaß und Lockerheit, sagt Schönhöfer, hat er in den letzten Trainingseinheiten bei seinen Spielern gespürt. Der Druck, das weiß freilich ein jeder Grabfeld-Gallier, kommt von ganz alleine. Denn eines lässt sich trotz aller Versuche Schönhöfers nicht wegdiskutieren: Aufgrund der Ausgangslage haben die Großbardorfer nun auch etwas zu verlieren.

Wie seit Wochen fehlen die Verletzten Markus Neder, Simon Snaschel und Manuel Ganz im Kader. Auch der 18-jährige Aaron Friedel (Innenbandriss) muss passen. Ansonsten hat Schönhöfer alle Mann zur Verfügung gegen die DJK Don Bosco Bamberg, die aller Abstiegssorgen ledig ist. "Das ist eine knüppelharte Aufgabe", warnt Dominik Schönhöfer davor, die Gerd-Schimmer-Elf zu unterschätzen. Er charakterisiert sie als "unbequeme Mannschaft, die ohne Druck aufspielen kann und mit Alassane Kane einen brandgefährlichen Mann vorne drin hat." Egal, wie es ausgeht: Wie jedes Jahr nach dem letzten Heimspiel schenkt der TSV Großbardorf Freibier aus.

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