Fussball Relegation

Rannunger und Egenhäuser Fans feiern gemeinsam

Aber nur die Elf von Werner Köhler hat sportlich Grund zur Freude.
Verhängnisvoller Zweikampf: In diesem harmlos anmutenden Duell mit Egenhausens Jonas Wehner zieht sich Rannungens Fabian Erhard (vorne) einen Bruch am Handgelenk zu.  Fotos: Jürgen Schmitt
 
von PIA SCHMITT
TSV Rannungen - FV Egenhausen 0:0 (0:0).
Ein Plakat zeigt es schon vor dem Spiel an: "Rannunger Relegationshelden" hängt da im Fanlager des TSV. Doch einen einzigen Helden gibt es nach dem Spiel gegen den FV Egenhausen nicht - beide Mannschaften dürfen sich nach dem 0:0 so sehen. "Egenhausens Abwehr stand so gut, sie haben es uns sehr schwer gemacht", zeigte sich Rannungens Trainer Werner Köhler nach dem Spiel beeindruckt. "Wir wussten ja, dass sie tief stehen." Und trotzdem: "So wenig Chancen wie heute hatten wir die ganze Saison nicht!"

Sein Gegenüber, Egenhausens Trainer Dieter Noack, sah das genauso: "Wir liegen ihnen gar nicht." Trotzdem darf der TSV Rannungen weiter auf den Aufstieg in die Bezirksliga hoffen. Wegen der zwei Auswärtstore aus dem Hinspiel (2:2) treffen die Rannunger am Mittwoch-Abend um 18.30 Uhr vor heimischer Kulisse im Hinspiel auf den SV Riedenberg. Für Egenhausen hingegen war es der letzte Auftritt in der Relegationsphase für diese Saison. Und das letzte Spiel unter Trainer Noack, der auf eigenen Wunsch nach Eßleben wechselt. "Es war meine eigene Entscheidung. Als ich hier angefangen habe, habe ich gesagt, dass ich nur zwei Jahre bleiben werde", sagte ein sichtlich ergriffener Dieter Noack. Als Abschluss hätte er sich den Aufstieg für sein Team gewünscht. "Die Bezirksliga ist kein Muss, aber wir nehmen alles mit, was geht. Wir wären schlechte Sportsleute, wenn wir nicht kämpfen würden."


Egenhäuser Fairplay

Gekämpft hat der FV. In Halbzeit Zwei hatte Egenhausen die besseren Torchancen, die ein ums andere Mal Torwart Florian Erhard entschärft hatte. Und gute Sportsmänner waren sie auch. Marius Rettner hatte in der ersten Halbzeit beim Schiedsrichter eine Ecke für Rannungen zugegeben.
Die erste Halbzeit war vor allem von einer Szene geprägt worden: Fabian Erhard fiel nach einem Zweikampf unsanft auf den Arm (10.) und lief sofort - unter offensichtlichen Schmerzen - zur Seitenlinie. Martin Herbig musste ihn in dieser frühen Phase bereits ersetzen. Erhard wurde ins Krankenhaus gefahren - Verdacht auf doppelten Handgelenksbruch. "Unsere Freude ist dadurch sehr getrübt", erklärte TSV-Trainer Werner Köhler nach dem Abpfiff. Rannungen hatte sich zuvor ein paar Chancen erarbeitet, aber keine klare Tormöglichkeit gehabt. Nach dem verletzungsbedingten Wechsel sahen die über 800 Zuschauer nur noch eine gute Möglichkeit von Benjamin Kaufmann kurz vor der Halbzeit. Eine butterweiche Flanke von Michael Röder blieb ohne Abnehmer (42.).


Harmlos vor dem Tor

Mit Wiederanpfiff gestaltete sich das Spiel zunächst auf Augenhöhe. Bis zur Strafraumgrenze spielte sich Rannungen immer wieder gut in Szene, aber vor dem Tor ging gar nichts. Mitte der zweiten Hälfte musste Egenhausen mehr riskieren, sie brauchten ein Tor, um in die nächste Runde zu gelangen, dem TSV reichte das Unentschieden. Ein Missverständnis zwischen zwei Rannunger Abwehrspielern führte fast zum Siegtreffer für den FV (85.). Doch der Ball wurde irgendwie aus der Gefahrenzone gestochert. "Das war meine Schuld, die Abwehr erwartet, dass ich rauskomme", gestand Torwart Florian Erhard. Überhaupt stand da das Spiel auf Messers Schneide. Doch nach vier Minuten Nachspielzeit kam der erlösende Pfiff für den TSV. Erleichterung und Freude machte sich breit.


Fans feiern gemeinsam

"Wir machen jetzt Urlaub", sagte der stolze FV-Trainer Noack und feierte mit seinem Team die gelungene Vorstellung in diesen zwei Relegationsspielen. Urlaub hat der TSV dagegen noch nicht. Riedenberg wartet. "Wir kommen von unten und Riedenberg von oben", riss Torwart Florian Erhard die kommende Aufgabe kurz an, "Riedenberg hat mehr zu verlieren." Und die Fan-Lager, die vorher feinsäuberlich durch die jeweiligen Spielfelder getrennt waren? Die Egenhäuser zollten ihrer Mannschaft Anerkennung und Respekt und feierten anschließend mit den Rannunger Fans gemeinsam. Echte Relegationshelden eben.
Rannungen: Fl. Erhard, Berninger, Röder, Keller, T. Stahl (67. P. Leurer), Fa. Erhard (11. Herbig), J. Stahl, Englert, Kraus (82. Schad), Gehrig, Kaufmann.
Egenhausen: F. Weingart, F. Pfeuffer (65. Hochrein), Römert, M. Rettner, C. Rettner, Kümmet, Wehner, T. Kraus, Fick (60. C. Kraus), M. Weingart, J. Pfeuffer.
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