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Pascal Hillenbrand ist ein grundehrlicher Typ

Nur wenige Augenblicke hatten der SG Sandberg/Waldberg II zur Meisterschaft gefehlt. Eine faire Aktion verzögert die Titel-Feierlichkeiten.
Ein fairer Sportmann: Pascal Hillenbrand von der SG Sandberg I/Waldberg II (links).  Foto: Anand Anders
 
Die Situation an der Tabellenspitze der B-Klasse Rhön Gruppe 1 konnte zu diesem Zeitpunkt kaum klarer sein. Die SG Sandberg I/Waldberg II ist mit 40 Punkten und einem weniger ausgetragenen Spiel Spitzenreiter mit satten zwölf Punkten vor der SG Geroda/Stralsbach/Oehrberg (2./28) und konnte mit einem Sieg im Spitzenspiel am Ostersamstag in Stralsbach gegen den Verfolger die Meisterschaft eintüten. Es sieht auch bis in die Nachspielzeit danach aus: Meister-T-Shirts und -Transparente sind noch nicht zu sehen. Es kann sich aber nur noch um Sekunden drehen. Die Gäste führen mit 2:1 und bekommen von Schiedsrichter Günter Schäfer einen Einwurf zugesprochen.


"Fairplay gehört bei mir dazu"

Ihr Trainer Michael Wetteskind (30) schildert hinterher die Situation so: "Es war die 91. Minute. Unser Abwehrspieler Pascal Hillenbrand (25) hat aus seiner Sicht als Letzter den Ball vor Überqueren der Außenlinie berührt, macht den Schiedsrichter darauf aufmerksam, der korrigiert seine Entscheidung und gibt Einwurf für den Gegner. Der Ball kommt in den Strafraum, soweit ich mich erinnern kann zum Spieler mit der Nummer 9. Und der hat, aus meiner Sicht klar erkennbar, den Ball mit der Hand mitgenommen, was der Schiedsrichter nicht sehen konnte, ihn quer gelegt zu Benedikt Theimer, der ihn zum 2:2-Ausgleich nur noch einschieben musste. Somit fiel das Tor unmittelbar aus der Aktion mit dem Einwurf. Ich finde diese Aktion schon erwähnenswert. Du führst, es ist gleich Schluss und du bist auf dem Weg nach vorne. Dann Pascal Hillenbrand mit dieser fairen Geste, einmal nicht aufgepasst und du bekommst das Tor. Das war unterm Strich erst mal ärgerlich. Wir hätten aber vorher schon genügend Tore schießen können und wir hätten diese Situation auch klären können, dann wäre es 2:1 ausgegangen."

Wie waren die Reaktionen bei den Sandbergern und Waldbergern? Wetteskind: "Fairplay gehört bei mir dazu und ich finde es sehr korrekt, dass es Pascal zugegeben hat. Ich mache ihm mit Sicherheit keinen Vorwurf, der ist so ein ehrlicher Typ." Ob man vorher schon mal im Mannschaftskreis über so eine Situation gesprochen habe? "Nein, in so einer Situation muss der Spieler immer selber entscheiden. Es ist bestimmt immer auch eine Frage, was vorher im Spiel gelaufen ist und wer halt der Gegner ist, welche Mannschaft und welcher Spieler. Ich unterstütze jedenfalls so was. Der Pascal ist eine ehrliche Haut und ein Spieler, der es mag, wenn es insgesamt fair zugeht. Ja, diese Aktion passt vom Typ her zu ihm."
Und dann die Ansage von Michael Wetteskind: "Schade, dass das Spiel am Montag ausgefallen ist. Jetzt wollen wir die Meisterschaft aber so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen." Vielleicht schon am Sonntag, daheim in Sandberg, gegen die SpVgg Detter-Weißenbach.
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