Volleyball 3. Liga Frauen

Olli Möller packt die Klopp-Säge zumindest einmal aus

24 Stunden nach dem Sieg über den VfL Nürnberg verlieren die TV/DJK-Frauen gegen den TV Altdorf.
Gut, aber nicht gut genug für den TV Altdorf: Der Heimspiel-Doppelpack brachte für (von links) Christin Heim und Jana Baumgart zumindest einen Hammelburger Sieg über Nürnberg. Foto: Hopf
 
von OLIVER WENDT
TV/DJK Hammelburg - VfL Nürnberg 3:1 (25:15, 19:25, 25:23, 25:19).
Ausgeschlafen und topfit präsentierten sich die Saaledamen vor einer gut gefüllten Tribüne. Zur Primetime in der Saaletalhalle präsentierten sich die Hammelburger Mädels festen Willens, die Neujahrswünsche ihres Trainers in Zählbares umzusetzen. Die lockere Trainingseinheit vom Vormittag und das legale Nachmittags-Doping in Form des gemeinsamen Kaffee- und Teekonsums zeigte von Beginn an Wirkung: Gegen stark dezimierte Nürnbergerinnen, die mit sieben Feldspielern und einer Libera antraten, zeigte sich Coach Olli Möller vor allem von der buchstäblichen Geschlossenheit im Block begeistert. "Endlich konnten wir dieses wichtige Element im Volleyball mal wieder zu unseren Gunsten nutzen", so der Hammelburger Head-Coach, bei dessen Team beim 13:13 endgültig der Knoten platzen sollte.


Das Talent bringt frischen Wind

Fleißpunkte verdienten sich Christin Heim im Block und Tabea Lang. Frischen Wind brachte beim 18:15 zudem die Einwechslung von Zuspieltalent Selina Helfmann, die mit viel Coolness und Präzision im Aufschlag, einer spektakulären Feldabwehr-Aktion und einem gut gespielten "schnellen Tempo" (Aufsteiger), den Hebel Richtung Satzgewinn umlegen sollte. "Wir haben diesen Satz völlig verschlafen und haben dadurch bereits den Grundstein für unsere spätere Niederlage gelegt", analysierte VfL-Coach Jorge Rodrigez später den Auftritt seiner Damen, bei denen sich vor allem das Fehlen der verletzten Mittelblockerin bemerkbar machte. "Bei uns geht alles nur über den Kampf", beschrieb Kapitänin und Zuspielerin Christine Fell den Charakter ihres Teams. "Wenn alle mitmachen, klappt das wunderbar und wenn nicht, passieren eben immer wieder diese Aussetzer, die uns leider schon zu viele Spiele gekostet haben." Trainer Möller konnte dieser Einschätzung nur beipflichten, "denn es ist mir immer noch ein großes Rätsel, wie bei uns von jetzt auf gleich die Stimmung und der Einsatzwille kippt".


Eine tolle Teamleistung

So geschehen im zweiten Satz, in dem die Gastgeberinnen genau diesen imaginären Hebel umlegten und in den entscheidenden Phasen die Angriffs- und Kampfeslust vermissen ließen. "Es ist nun mal so, dass man über Kampfgeist unglaublich viel erreichen kann, Sinnbild dafür war der dritte Durchgang", so Möller, bei dessen "Schutzbefohlenen" nun alles wie am Schnürchen laufen sollte. "Da wurden dann unsere Schwächen im Angriff durch eine tolle Teamleistung in der Feldabwehr wettgemacht", freute sich Christine Fell über die erneute Endorphin-Ausschüttung bei ihren Mitstreiterinnen. Zwar wurden die etwa 150 Volleyball-Fans Zeuge, wie man eine 15:10- Führung verstreichen ließ, ehe wieder ein Ruck durchs Team ging. "Ob im Sport oder im Job, mit Motivation kann so vieles gelingen. Und dann nimmst du bei 21:22 eine Auszeit, und die Mädels machen drei Punkte", fühlte sich Möller in seiner Philosophie bestätigt, dessen Mannschaft den Ritt auf Messers Schneide letztlich verdient für sich entschied. "Wir waren zu keiner Zeit wirklich bereit für das Spiel", resümierte ein enttäuschter Gästecoach die Partie, dessen Team nach langer Trainingspause "erst letzte Woche wieder ins Training eingestiegen ist". Vorteil Hammelburg, das zwischen den Jahren durchtrainiert hatte und im vierten Satz nichts mehr anbrennen ließ. So schnappte sich Linda Urbaniec beim 14:11 das bunte Spielgerät und sorgte mit einer Aufschlagserie zum 19:11 für die Vorentscheidung. "Im Sprung hatte ich ja nicht ganz so viel Erfolg mit meinen Aufschlägen, dann habe ich es eben mal aus dem Stand probiert", lüftete Urbaniec ihr Erfolgsgeheimnis und fügte hinzu: "Egal wie, das Spiel hat heute einfach Spaß gemacht." Stimmt, das hat es ...

TV/DJK Hammelburg - TV Altdorf 1:3 (18:25, 21:25, 25:20, 16:25).
Was am Vortag Erfolg nach sich zog, wurde wiederholt. Und so trafen sich die Saaledamen am Sonntagmorgen zum lockeren "Muskel lockern", um dann beim gemeinsamen Spaghetti-Essen ausreichend Energie zu tanken. "Es war klar, dass wir uns mit einem Erfolg auf den zweiten Tabellenplatz schmettern können", erklärte Coach Olli Möller vor der Partie. Altdorf, das wie Nürnberg nur mit sieben Feldspielerinnen und der Libera nach Hammelburg gereist war, präsentierte sich allerdings frischer und mit Druck im Angriff, während sich Hammelburg insbesondere in dieser Disziplin schwer tat. Unsicherheit war auch im zweiten Durchgang ständiger Begleiter Hammelburger Angriffsbemühungen. Nur gut, dass nun auch die Mittelfranken auf die Angriffsbremse drückten. Erst die Auszeit von Coach Möller beim 7:10 hatte aufputschende Wirkung, seine Kopfschüttel-Frequenz wurde weniger und dank mutiger Angriffe gelang es, die Kräfteverhältnisse anzugleichen. Am Ende waren es die Altdorfer Angreiferinnen, gegen die Hammelburg wenig geeignete Mittel fand. Die mutlose Vorstellung fand im dritten Satz ihre Fortsetzung, einzig Christin Heim wehrte sich über die Mitte nach Kräften. Erst als zum Satzende die Dezibelzahl auf den Rängen und der Aufschlagsdruck zunahmen und bei Oliver Möller endlich wieder die "Klopp-Säge" zu sehen war, war der erste Satzgewinn perfekt.
Viele individuelle Fehler, gepaart mit Altdorfer Kampfgeist und Offensivkunst, entschieden das Kräftemessen endgültig zu Gunsten der Gäste. "Altdorf hat verdient gewonnen, weil sie den Druck konstant hoch gehalten haben. Hätten wir so dagegen gehalten und mit etwas mehr Cleverness gespielt, wäre ein Punkt drin gewesen", war Trainer Oliver Möller nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mädels.
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