Norbert Brenner rollt zum Sieg am Hauenstein

Sonnenschein, Nebel, Hagel, Regen: Der Bergrenn-Klassiker leidet unter gewaltigen Wetterkapriolen.
Von Norbert Brenner sah die Konkurrenz auch in diesem Jahr nur das Heck. Der Eichenbühler wiederholte beim 47. Hauenstein-Bergrennen des MSC Rhön den Vorjahressieg. Für die zwei Rennläufe im Opel Vectra GTS V8 DTM benötigte Brenner 3:44.858 Minuten.  Foto: Thomas Hälker
 
Selten war das Wetter so ausschlaggebend für den Rennausgang wie beim 47. Hauenstein-Bergrennen in Hausen am Sonntag. Die Rhön zeigte sich wettertechnisch von ihrer wechselhaften Seite und fuhr alles auf, was sie im Sommer anzubieten hat: Sonnenschein, Nebel, Hagel und Regen sorgten mal für warme, mal für kühle Temperaturen sowie mal für eine trockene, mal für eine nasse Fahrbahn. Jede Menge Fahrer mussten fast im Minutentakt ihre Reifen wechseln, um den sich ständig ändernden Straßenverhältnissen gerecht zu werden.
Das 47. Hauenstein-Bergrennen wird als das Rennen in die Geschichte eingehen, das die meisten Wetterkapriolen an einem Rennwochenende zu bieten hatte. Umso mehr waren die Rennverantwortlichen des MSC Rhön zufrieden, dass trotzdem so viele Besucher den Weg nach Hausen gefunden hatten, um Motorsport zu zelebrieren und hautnah mitzuerleben. Wie hautnah zeigte sich bei den Rhöner Wetterspielen, die Sieg und Niederlage eng zusammenbrachten. So machte das Wetter dem mehrfachen Gesamtsieger Uwe Lang vom MSC Sennfeld einen Strich durch die Rechnung. Der Schweinfurter führte nach dem ersten Lauf mit großem Vorsprung, lag im zweiten aber mit der Wahl der Reifen daneben.


"Reine Glückssache"

Bereits im Vorfeld gab Lang zu verstehen: "Die Wahl der Reifen ist heute reine Glückssache, während es oben am Berg noch nass ist, kann es weiter unten schon wieder trocken sein." Lang lag mit seiner Prognose richtig, er wurde im zweiten Lauf vom Regen erwischt und fiel vom ersten auf den 19. Platz zurück. Trotzdem, betonte der Rennprofi, sei er auf seiner Heimatstrecke immer wieder gerne dabei und es mache nach wie vor Spaß, hier zu fahren. Dem schloss sich sein Sohn Georg Lang an. "Der Hauenstein ist eine Strecke, auf der man lange fahren kann. Auch wenn ich meinen Rhythmus noch nicht gefunden habe, hoffe ich, mich gut zu platzieren", sagte er zwischen den zwei Läufen. Georg Lang wurde letztlich Neunter. Wegen der vielen und großen Verzögerungen wurden statt der geplanten drei nur zwei Rennläufe absolviert.


Seit 1974 dabei

Axel Reß aus Wülfershausen gehört zu den bekannten Rennfahrern und ist immer wieder gern in der Rhön, heimatnah und mit einer bekannten Strecke. Quasi seiner Hausstrecke, die er seit 1974 mit den unterschiedlichsten Rennfahrzeugen durchpflügt hat. Aktuell auf einem Alpine V6 Turbo. Wie bei den meisten Rennfahrern, kommt die ganze Familie mit und unterstützt ihn am Wochenende. Viele schöne Erinnerungen hat Reß an den Hauenstein. Er wusste nur zu gut, dass es diesmal ganz besonders auf die richtige Reifenwahl ankam. Sprachs und es begann zu regnen. "Das kann sich in 20 Minuten schon wieder ändern und alles ist trocken."
Der ständige Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein machte den Fahrern zu schaffen und ermüdete das Material durch ständiges Reifenwechseln. Die Rennleitung hatte einiges zu entscheiden, um die Sicherheit für die Fahrer zu gewährleisten. Das bedeutete für den Zuschauer lange Pausen, bis die Fahrer zurück im Lager waren und ihre Reifen dem Wetter angepasst hatten. Morgens war es neblig, weshalb das Rennen auf der 4,2 Kilometer langen Rennstrecke, die zu den spektakulärsten und anspruchsvollsten in der deutschen Bergmeisterschaft gehört, mit knapp einer Stunde Verspätung gestartet worden war.
Siegessicher waren Johannes Wetzel und Michael Prinz vom MSC Rhön, die mit ihren VW Polo G40 und Opel Corsa A GSI in der Gleichmäßigkeitsprüfung punkten wollten, am Ende aber leer ausgegangen sind. Die beiden aus Rüdenschwinden sind von klein auf beim Bergrennen dabei und haben sprichwörtlich Benzin im Blut. "Als früher bei uns daheim Fahrer gewohnt haben, hat uns das Rennfieber gepackt. Jetzt fahren wir selber", erklärte Wetzel.

Reiner Hergenhahn vom MSC Rhön sah das Ganze routinierter und abgebrühter, schließlich ist er schon seit 1978 dabei und gehört zu den alten Hasen am Berg. "Wir winken schon mal den Streckenposten zu, schließlich kennen die Strecke in- und auswendig", erklärt das Rennurgestein. Rennkollege Alexander Reder hat als junger Rennfahrer noch mehr Ehrgeiz, ist aber auch schon ruhiger geworden und ging das Rennen ohne den Anspruch an, aufs Siegertreppchen zu müssen.

Dem Wetter getrotzt hat Norbert Brenner (Eichenbühl) vom MSC Osnabrück, der routiniert den ersten Platz mit einer Gesamtzeit von 3:44.858 Minuten eingefahren hat. Brenner hatte seinen Opel Vectra GTS V8 DTM mit den richtigen Reifen am besten unter Kontrolle. Knapp zwei Sekunden dahinter lag sein Vereinskollege Holger Hovemann auf einem Opel Kadett C Coupé. Den dritten Platz belegte Klaus Hoffmann aus Kitzingen auf einen Opel Astra V8 DTM mit nur 26 Tausendstelsekunden hinter dem Zweitplatzierten.
Die kompletten Ergebnisse unter www.hauenstein-bergrennen.de





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