Handball 3. Liga

Nach der Pause brechen beim HSC alle Dämme

Trotz einer 12:11-Halbzeitführung gehen die Rothosen gegen den TV Großwallstadt mit 20:30 baden.
Hier gehört Gary Hines die Lufthoheit in der Bürgermeister-Goebels-Halle, als er abhebt und entschlossen abzieht. Er erzielte fünf Tore bei der 20:30-Niederlage des HSC gegen den mehrfachen deutschen Meister TV Großwallstadt.  Foto: Anand Anders
 
von PETER BALTHASAR
HSC Bad Neustadt-Rhön - TV Großwallstadt 20:30 (12:11).
Eine Halbzeit lang durfte der HSC Bad Neustadt-Rhön vom großen Coup gegen den mehrfachen Deutschen Meister TV Großwallstadt träumen. Am Ende herrschte nach der 20:30 (12:11)-Heimniederlage Enttäuschung und Ernüchterung. Der Plan von HSC-Coach Margots Valkovskis, dem Favoriten ein Bein zu stellen, war nur in den ersten 30 Minuten aufgegangen. "Was wir dann in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, hatte nichts mehr mit Handball zu tun", kommentierte er fast schon geschockt den Leistungsabfall.

Der Gemütszustand seines Kollegen Heiko Karrer, der seinen Schützlingen im ersten Abschnitt Schwächen in allen Mannschaftsteilen attestierte - "die Abwehr stand nicht kompakt, in der Offensive haben wir zu ungeduldig abgeschlossen" - sollte sich im zweiten Durchgang deutlich verbessern. "Vor der Pause hat man gesehen, dass Bad Neustadt keine schlechte Mannschaft hat, ich hatte gewarnt", so der TVG-Coach. Einem Zwei-Tore-Rückstand rannten die Gastgeber bis zum 3:5 hinterher, ehe Gary Hines mit seinem 100. Saisontreffer der Anschlusstreffer und zusammen mit Jan Wicklein gar die Führung gelang (6:5).


Die erste Wende

Da waren gerade einmal elf Minuten gespielt, die Zuschauer, unter anderem eine große Fanschar vom Untermain, stellten sich auf ein spannendes Match ein. Die Spannung hielt an, der einmal mehr kämpferischste HSCler, Franziskus Gerr, verkürzte auf 8:9. Als der bis dahin wurfgewaltige Jan Winkler Bad Neustadts Maximilian Schmitt bei einem Sprungwurf auf den Boden knallen ließ, zückten die sächsischen Unparteiischen nach kurzer Beratung die rote Karte. Und als sich wenig später TV-ler Mario Stark beim Führungstreffer zum 10:9 bei seinem Flug in den Kreis am Rücken verletzte und einer mehrminütigen Behandlung bedurfte, kippte das Spiel bis zum Seitenwechsel. Allerdings häuften sich in den letzten sieben Minuten der ersten Hälfte die Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten. Es fielen noch vier Treffer zur 12:11-Führung für den HSC.

Nach Wiederbeginn stellte der Gäste-Coach auf einigen Positionen um und beorderte den bis dahin geschonten Torjäger Florian Eisenträger für den blassen André Göpfert auf die Linksaußenposition. "Was wir dann in den ersten Minuten gezeigt haben, war nur schwach", erklärte Valkovskis in der Pressekonferenz. Die ersten Würfe von Gary Hines, Vilim Leskovec und Maxi Schmitt, der sich ansonsten weitgehend auf Zuspiele beschränkte, wurden von dem sich zunehmend steigernden Gästekeeper Stefan Koppmeier pariert. Bis zur 34. Minute schlugen dagegen die Gäste zu, was zum 14:12 und zum Torhüterwechsel bei den Rot-Weißen führte. Diese waren nach den Treffern von Gerr und Leskovec zum 14:15 wieder dran. Ab der 36. Minute jedoch folgte ein kollektiver Einbruch bei den Hausherren. Die Valkovskis-Truppe verfiel in den alten Fehler, einen knappen Rückstand mit schnellen Abschlüssen aufholen zu wollen, die Präzision litt und das geduldige Erarbeiten von freien Wurfpositionen war nicht mehr zu sehen.
Tore für den HSC: Gary Hines (5), Franziskus Gerr (5), Jan Wicklein (5/3), Vilim Leskovec (2), Maximilian Schmitt (1), Felix Wolf (1), Matthias Grünert (1).

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