Mitleid für die Rhöner Protagonisten

Das Qualifikations-Turnier in Münnerstadt war ein sportlicher Offenbarungseid. Bei Zuschauern und Spielern war das Interesse am Wettbewerb überschaubar.
Gutes Timing: Schondras Michael Müller klärt vor dem Thulbaer Felix Lutz. Foto: Hopf
 
von PETER BALTHASAR
Das Qualifikationsturnier zur Futsal-Kreismeisterschaft am Samstag, 14. Januar, in Mellrichstadt war ein sportlicher Offenbarungseid. Von ziemlicher Interesselosigkeit der meisten Teams, der VfB Burglauer hatte noch kurzfristig abgesagt, und von noch größerer der Fußballfans geprägt, qualifizierten sich im Münnerstädter Sportzentrum von den neun teilnehmenden Mannschaften neben Turniersieger und Titelverteidiger SV Burgwallbach/Leutershausen auch der TSV-DJK Wülfershausen, TSV Großbardorf II sowie die DJK Schondra und der TSV Nüdlingen für die Endrunde. Die Trauer der Nicht-Qualifikanten FC Thulba, TV Jahn Winkels, SG Hassenbach und SG Sulzdorf/Bundorf hielt sich in Grenzen.


Zu früh "gefreut"

"Wir wollten halt mal mitmachen, hatten uns aber wenig Chancen ausgerechnet", so Hassenbachs Coach Oliver Hofmann. Nicht wenige Betreuer schienen sich eher darüber zu freuen. In der Gruppe A gewannen die ersatzgeschwächten Schondraer, betreut von Abteilungsleiter Günther Schneider, das Auftaktmatch mit 3:0 gegen die ebenfalls ersatzgeschwächt auflaufenden Nüdlinger. Nicht ahnend, dass beide Teams noch Finalspiele bestreiten mussten und nun nach Mellrichstadt fahren dürfen. "Wir bestreiten jetzt unser letztes Spiel", erklärte Schneider noch vor dem letzten Vorrundenspiel gegen die letztlich punkt- und torlosen Hassenbacher, doch nach dem 1:0-Erfolg belegten die "Störche" Gruppenplatz zwei. Die Nüdlinger, die ihre ersten zwei Matches verloren, staunten ebenfalls über ihr Weiterkommen, denn nach dem 2:0-Erfolg gegen Kreisliga-Tabellenführer FC Thulba rangierten die "Wurmericher" auf Platz drei und mussten so noch das Spiel um Platz fünf bestreiten. Ganz klar Gruppensieger wurde der TSV-DJK Wülfershausen, eines der wenigen Teams, das sichtlich von Ehrgeiz gepackt war: Die Schützlinge von Rudolf Koob gewannen ihre sämtlichen Vorrundenbegegnungen.

In der Gruppe B fieselte der der SV Burgwallbach die Winkelser mit 3:0 ab, gewann dann jeweils mit 1:0 gegen die Großbardorfer Zweite und Sulzdorf/Bundorf. Da die Burgwallbacher als Titelverteidiger sowieso schon für das Kreisfinale qualifiziert waren, musste der vierte Qualifikant im Match zwischen den Gruppendritten gesucht werden. Im ersten Halbfinale siegten die Wülfershausener mit 2:1 gegen die Großbardorfer Zweite, die mit dem größten Kader angereist war, "aber beim Toreschießen wegen der kleinen Tore genauso große Probleme hatte" (Coach Markus Bach) wie die Konkurrenz.

In den regulären Spielzeiten über jeweils zehn Minuten fiel in den Finalspielen nur ein kümmerliches Tor. Dabei sicherten sich die Nüdlinger nach Toren von Meghdad Salehan und Lukas Meder im Sechsmeter-Schießen Platz fünf. "Wir haben jetzt ein Problem", so Coach Udo Langohr, "denn am Samstag fehlen viele Spieler, auch ich bin nicht da". Personalprobleme plagen dann auch die Schondraer, Günther Schneider nahm die Qualifikation kopfschüttelnd auf. Die 2:3-Niederlage gegen die Großbardorfer im Spiel um den dritten Platz war nebensächlich, brachte aber immerhin die Erkenntnis, dass der etatmäßige Feldspieler Peter Leitsch auch ein ganz guter Torhüter ist. Bei der Niederlage im Halbfinale gegen Burgwallbach waren die DJKler durch einen direkt verwandelten Eckball von Kilian Markert sogar in Führung gegangen.

Im Finale drohte eine weitere Nullnummer, ehe Burgwallbachs Matthias Tripp den "goldenen Treffer" gegen die Wülfershausener, erzielte. "Wo bei diesem Futsal der sportliche Sinn besteht, muss mir einer erklären", so Münnerstadts Vorstandsmitglied Gerd Zeitler, der zur Kenntnis nehmen musste, dass Kuchen- und Imbiss-Stand bei Turnierende im Gegensatz zum Dreikönigsturnier zwei Tage zuvor noch über alle Maßen gefüllt war. Die meisten Zuschauer hatten die Finalspiele gar nicht mehr erlebt, waren enttäuscht vorzeitig von dannen gezogen und bemitleideten irgendwie die Zurückgebliebenen. Etliche von diesen fanden es erstaunlich, dass der Verband die Hallenmeisterschaft unter Futsal-Bedingungen austrägt. "Im Fernsehen sieht du nur Hallenfußball nach den herkömmlichen Regeln, also mit großen Toren und Bande" , sagte TSV-Mitglied Rudolf Mangold.





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.