Volleyball 2. Bundesliga

Missglückte Heimpremiere von Kasper Vuorinen

Nach drei Siegen in Folge kassieren die Hammelburger Jungs eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.
Zu oft nur hinterhergeschaut: Konsterniert nehmen (von links) Felix Bendikowski, Kasper Vourinen, Branko Damjanovic und Michael Schottdorf einen Grafinger Punktgewinn zur Kenntnis. Foto: ssp
 
von JÜRGEN SCHMITT
TV/DJK Hammelburg - TSV Grafing 1:3 (24:26, 21:25, 25:16, 18:25).
Einfach keinen Kopf machen. Den Augenblick genießen. 500 Zuschauer hatten die Saaletalhalle mal wieder zur Partyzone verwandelt. Und dort ließen sie es richtig krachen, die Grafinger. "Heimspiele hier sind immer ein tolles Event. Ein Lob an das Hammelburger Publikum, das gute Stimmung macht und dazu noch sehr fair ist."


Qualität im Verborgenen

Alexander Hezareh tat sich diesmal leicht mit Komplimenten, weil seine Mannschaft in den 100 Minuten zuvor Beeindruckendes geboten hatte. Gegen Saalestädter, die nach drei Siegen in Folge ihren Aufwärtstrend endlich mal wieder vor vollem Haus bestätigen wollten. Und die in einer Disziplin krass unterlegen waren: der Lockerheit. Qualität haben die Unterfranken genug, nur dass diese diesmal zu oft im Verborgenen blieb. Gegen den direkten Konkurrenten um den Ligaverbleib hatte sich TV/DJK-Coach Tado Karlovic zunächst für viel Routine entschieden. Mit Altmeister Olli Möller als Libero, mit dem Schulter maladen Mario Radman als Mittelblocker. Und natürlich mit Kasper Vuorinen als Zuspieler. Vorneweg, bei seinem Heimdebüt bot der Finne bestenfalls eine zufriedenstellende Leistung.


Selbstbewusste Einheit

Die Top-Noten griffen die Oberbayern ab, die sich als selbstbewusste Einheit präsentierten. Kaum leichte Fehler, dafür starke Aufschläge, tolle Blocks - und vor allem Hochgeschwindigkeits-Angriffe. "Grafing spielt unheimlich schnell. Und wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden. Dann wird es halt schwer", sagte Karlovic. Dessen Mimik und Gestik verriet mehr, als der Übungsleiter preis gab. "Wir hatten spielerische Vorteile, haben aber die Punkte nicht zu Ende gespielt. Das hat den Gegner stark gemacht in einem Spiel, welches Kleinigkeiten entschieden haben." Stimmt. Aber nervt auch, weil die Unterfranken sich zu oft selbst im Weg standen, was auch wörtlich zu nehmen ist.


Kein Funkenflug

Die für das Hammelburger Spiel so wichtigen Emotionen blieben ebenfalls im Verborgenen, womit der Funke eben nicht von unten nach oben auf die Tribüne übersprang. Das Publikum gab trotzdem Gas, lärmte, feuerte an. Und schien damit nur den Gegner zu beflügeln, der auch Krisen locker meisterte. "Schlechte Phasen haben wir einfach abgehakt. Wir haben uns keinen Druck gemacht und wollten uns auf dem Feld einfach nur wohlfühlen", sagte Alexander Hezareh. Das taten die Hammelburger zumindest im dritten Satz. "Da haben wir zur Ruhe gefunden und zielstrebiger gespielt, während Grafing nachgelassen hat", so Karlovic.

Aber selbst der vom Ergebnis her deutliche Etappensieg offenbarte Probleme, weil die TV/DJK-ler eine Reihe von Satzbällen brauchten, um ins Match zurückzukommen. Viel rochiert hatte der Trainer im Verlauf der Partie, brachte auch seine "Young Guns" Oscar Benner und Lorenz Karlitzek, die aber gegen das effektive Tun der Oberbayern ebenfalls kein Rezept fanden. Rotzfrech spielten die Grafinger beispielsweise ihre knallharten Angaben auf Karlitzek, der damit seiner offensiven Stärken beraubt wurde. Aus einem 6:10-Rückstand im vierten Satz hatten die Gastgeber ein 11:11 gemacht, um bei der zweiten technischen Auszeit wieder zurück zu liegen (14:16). Abgezockt brachten die Gäste den Vorsprung nach Hause. "Die Niederlage war unglücklich, aber sicher nicht unverdient. Die Schuld müssen wir bei uns suchen", bilanzierte Tado Karlovic. Vom Trainerkollegen gab es derweil noch einen Wunsch. "Bleibt bitte in der Liga. Wir würden in der nächsten Saison gerne wieder kommen."

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