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Kracun-Freistöße reichen dem FC 05

Schweinfurter beschränken sich beim Pokal-2:0 in Amberg aufs Wesentliche
Eine Körpertäuschung und vorbei ist er: Der Schweinfurter Steffen Krautschneider (grün) lässt den Amberger Kapitän Kevin Kühnlein stehen - die Lücke im FCA-Bollwerk findet aber auch er zunächst nicht.  Foto: Michael Bauer
 
FC Amberg - FC 05 Schweinfurt 0:2 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Christopher Kracun (18., 45.).
Diese Mannschaft weiß, was sie will. Sie will in die DFB-Pokal-Hauptrunde. Und nebenbei unter die Top Fünf der Liga. Kurzum, sie will das Saisonziel noch zu 100 Prozent erfüllen. 100 Prozent geben musste sie aber in der Oberpfalz nicht. Denn beim brav kämpfenden, aber spielerisch limitierten Bayernliga-Zehnten reichte dem FC 05 das 45-minütige Ausspielen seiner Qualität, um mit 2:0 (2:0) zu gewinnen. Damit steht der (bei einem Spiel weniger) Vierte der Regionalliga-Rückrundentabelle bereits im Halbfinale, wo Bayreuth oder Memmingen Gastgeber sein wird. Ein Sieg noch, und das mit der Hauptrunde wäre, vorausgesetzt Unterhaching ist Finalgegner, schon unter Dach und Fach.

"Wir haben letzte Woche nach unserem Spiel mit den Hachingern gesprochen, die haben versichert, dass sie den Pokal sehr ernst nehmen", sagte Christopher Kracun, der mit zwei feinen Freistoßtoren für die numerische Seite des Erfolges gesorgt hatte. Die größte Hürde der SpVgg ist dabei das Spiel am Mittwochabend in Burghausen. "Da schauen wir schon hin", gab Kracun zu, dass in der Mannschaft schon gerechnet und spekuliert wird. Spekulieren mussten er und seine Kollegen zum Teil auch während der 90 Minuten in Amberg, denn der extrem holprige Platz machte Vieles zur Lotterie. "Auf so einem Acker kann man keinen Leckerbissen erwarten", gestand auch Trainer Gerd Klaus, dass der Erfolg nicht immer hübsch anzusehen war. "Aber wir müssen auch feststellen, dass der Sieg gegen Unterhaching am Freitag mehr Körner gekostet hat, als wir uns das gedacht haben."

Bei bestem Wetter war das schmucke Sportgelände am Schanzl fürwahr nicht unbedingt der Schauplatz für Torhüter, die sich übermäßig dreckig machten müssen. Vor den Toren tat sich nämlich nicht viel. Aus dem Spiel heraus waren's merkwürdigerweise gar die Amberger, die am nächsten dran waren an einem Treffer. Doch Marco Wiedmann schloss seinen entschlossenen Antritt zwar mit einem feinen Linksschuss ab, der aber am Querbalken endete (24.). Die Schweinfurter ihrerseits beschränkten sich auf viel Ballkontrolle, ließen den Gegner laufen und warteten geduldig auf die Lücke, die sich nicht bot.

Da mussten halt zwei Standardsituationen herhalten. Und dafür hat der FC 05 mit Christopher Kracun ja einen echten Spezialisten in seinen Reihen. Nach einem üblen Foul an Kevin Fery schnippelte der Sechser den Ball aus 20 Metern zentimetergenau ins Eck zum 0:1 (18.). Als dann Sekunden vor der Pause Schiedsrichter Lothar Ostheimer deutlich weniger berechtigt gepfiffen hatte, probierte Kracun von der rechten Seitenauslinie ein kaum mögliches Kunststück: Mit der rechten Innenseite zwirbelte er den Ball ins rechte Eck, also die Torwart-Ecke - und fürwahr, FCA-Keeper Maximilian Bleisteiner sah beim 0:2 (45.) ganz schlecht aus. "Ich habe Marco Janz nach vorn geschickt, dass er Christopher den Tipp gibt", beanspruchte Klaus scherzhaft Anteile am Coup. Doch Kracun winkte, ebenso scherzhaft, ab: "Marco hat wohl eher den Gegner irritieren sollen, wohin ich schieße, entscheide ich selbst."

Deutlich schlechter kam auch das Werkeln des FC 05 nach der Pause rüber: Völlig unnötig ließen sich die Schweinfurter auf das kampfbetonte Kleinklein der Gastgeber ein, verstrickten sich in Zweikämpfen und produzierten nach vorn zu viele Fehlpässe, um effektiv Konter zu fahren. Bei einem der wenigen war in einer Drei-gegen-Eins-Situation Marius Willschs finales Zuspiel auf Steffen Krautschneider zu ungenau (65.). Davor hatten die Gäste schon einige haarige Situationen überstehen müssen, beim Kopfball von Michael Busch (68.) mussten sie richtig tief durchatmen.

Mehr aber auch nicht, wie Kracun befand: "Wir hatten uns vorgenommen zu gewinnen, egal wie. Und so war's dann auch. Es war hoch verdient, aber, ja, wir waren nach der Führung auch nicht mehr tausendprozentig konzentriert." Klaus sah's nicht viel anders: "Amberg hat kompakt verteidigt, und wenn so ein Gegner dann zum Ende hin alles oder nichts spielt, dann braucht man eben auch etwas Glück. Unterm Strich war unser Sieg jedenfalls verdient." Das fanden offenbar auch die rund 60 mitgereisten 05-Fans unter den nur knapp 350 Zuschauern: Sie feierten die Schweinfurter mit artigem Applaus.
Schweinfurt: Paulus - Messingschlager, Janz, Billick, Golla - Kracun (87. Illig), Fery - Willsch, Haller (90.+1 Bauer), Krautschneider (79. Jelisic) - Jabiri.

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