Klangvolle Namen auf dem Bad Neustädter Schulberg

Das ist ein schwerer Gegner, den der HSC Bad Neustadt-Rhön (5./5:17) in der Bürgermeister-Goebels-Halle am Samstagabend empfängt.
 
von PETER BALTHASAR
HSC Bad Neustadt - HF Springe (Samstag, 19.30 Uhr)
"Springe ist individuell sehr stark besetzt", sagt HSC-Coach Margots Valkovskis, "die Mannschaft steht in der Tabelle sicher schlechter da, als sie spielt und spielen kann." Tatsächlich gehörten die Handballfreunde (7./10:10) vor Saisonbeginn zum Kreis der Meisterschaftsfavoriten, vermochten diese Erwartung aber bislang nicht zu erfüllen, weil es besonders in fremden Hallen kaum Erfolgserlebnisse gab. Lediglich beim Gastspiel in Gelnhausen konnten die Schützlinge von Trainer Oleg Kuleshov, zu aktiver Zeit Weltmeister mit der russischen Nationalmannschaft, punkten. Dass die "Deisterstädter", die in der letzten Saison noch in der 2. Bundesliga angesiedelt waren, dann aber aus wirtschaftlichen Gründen vom Verband zum Zwangsabstieg verurteilt wurden, bislang nicht in Tritt kamen, ist insofern verwunderlich, weil sie sich personell so verstärkt hatten, dass die angestrebte sofortige Rückkehr in die nächsthöhere Liga nicht unrealistisch erschien.

So wurde unter anderem für die Torhüterposition der erfahrene Ex-Kieler Svebor Crnojevic verpflichtet, der sich sofort zum Leistungsträger mauserte und im Laufe der Saison durch viele Paraden weitere Nackenschläge verhinderte. Eine echte Überraschung war auch die Verpflichtung des Weltmeisters von 2007, Sebastian Preiß. Weitere klanghafte Namen, erwähnt seien nur Spielmacher Amer Zildzic, Kreisläufer Sergej Gorpishin sowie Torjäger Tim Otto, versprachen durchgehende Erfolgserlebnisse. Allerdings musste Kuleshov früh in der Saison auf seinen zuvor überragenden Rückraumakteur Maximilian Schüttemeyer wegen einer Knie-OP verzichten. Beim jüngsten Heimsieg, der gegen den HSV Hannover beim 28:27 erst in letzter Sekunde gesichert wurde, verletzte sich zudem Tim Coors am Daumen, die geradezu vernichtende Prognose des Mannschaftsarztes lautete: drei Monate Pause. Trotz dieser Ausfälle verfügen die Niedersachsen immer noch über einen großen spielstarken Kader.

Bei den Saalestädtern fällt weiter Matthias Grünert aus, hinter dem Einsatz des grippekranken Timo Riesenberger steht ein Fragezeichen. "Aber chancenlos sehe ich uns nicht", führt der HSC-Übungsleiter weiter aus, "wir müssen allerdings nahtlos an unsere Leistung, die wir am vergangenen Wochenende in Rodgau Nieder-Roden gezeigt haben, anknüpfen". Da hatten seine Schützlinge endlich konzentriert über sechzig Minuten agiert, standen kompakt wie selten in dieser Saison in der Deckung und präsentierten sich gerade in der Offensive als stark formverbessert. Endlich wurde die geforderte Taktik umgesetzt, "nämlich bei hohem Tempo die Angriffe geduldig auszuspielen, den freien Mitspieler zu suchen und sich nicht auf überhastete Abschlüsse einzulassen", freute sich der Coach, der sich wohl auch diesmal das rot-weiße Trikot überziehen wird. Im Training herrschte in dieser Woche natürlich eitel Sonnenschein, weil die Spieler gespürt haben, dass sich der Einsatz und die harten Trainingseinheiten doch auszahlen. "Ich hatte ja immer gesagt, dass es reine Kopfsache ist", so die Erklärung ihres Spielertrainers, "nach zwei Spielen ohne Niederlage ist jetzt auch das notwendige Selbstvertrauen vorhanden, um die Gäste zu besiegen". Auffällig war, dass beim Torewerfen neben den üblichen Verdächtigen wie Jan Wicklein und Vilim Leskovec sich Gary Hines immer mehr in den Vordergrund schiebt. Auch die drei Treffer über die Linksaußenposition durch Felix Wolf versprechen eine erfolgreichere Zukunft über diese doch bislang meist "vergessene" Position.

Wenn dann auch noch die Unterstützung von den Rängen stimmt, nicht nur die HSCler, sondern auch der Gast mit seiner hochkarätigen Besetzung sollte zum Besuch auf dem Schulberg animieren, sollte einem Heimerfolg, der das Abstiegsgespenst weiter vertreiben würde, nichts im Wege stehen.

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