Eishockey Landesliga

Kissinger Wölfe gewinnen auch im Icedome

Vor über 1000 Zuschauern gelingt Nemirovsky und Co. der nächste Prestigesieg. Platz 2 in der Zwischenrunde ist damit sicher.
Den Gegner auf Distanz gehalten: Kissingens Spielertrainer Mikhail Nemirovsky (links) unterstützt seinen Goalie Donatas Zukovas bei der Abwehrarbeit. In dieser Position hat der Schweinfurter Spieler jedenfalls keine Aussicht auf einen Torerfolg. Foto: Marion Wetterich
 
von JÜRGEN SCHMITT
ERV Schweinfurt - Kissinger Wölfe 5:6 (3:2, 1:2, 1:2).
Na klar war das Derby nicht nur schnell, spannend und torreich. Es war auch hart und intensiv. Mit ordentlich Strafminuten - 14 für Schweinfurt und 24 für Bad Kissingen. Aber es war auch ein Spiel, welches von gegenseitigem Respekt geprägt war. Die Punkte gingen erneut an die Wölfe, aber gewonnen hatte der Sport. "Wir sind alles Eishockey-Fans" skandierten die Unterstützer und Trommler beider Seiten, und das Schulter an Schulter im mit über 1100 Zuschauern prächtig gefüllten Icedome.

Na klar gab es auf beiden Seiten Sprüche, die unterhalb der Gürtellinie verortet werden müssen. Eishockey ist kein Dressur-Wettbewerb. Die Etikette wird schon mal zur Seite gelegt. Erst recht, wenn ein Spiel derart dramatisch ist. Die Mighty Dogs mussten schließlich gewinnen, um die Zwischenrunde mit einem Top-2-Platz abzuschließen, der in einem entscheidenden dritten Playoff-Spiel das Heimrecht garantiert. Und wollten sich natürlich revanchieren für die arg ernüchternde 1:4-Niederlage im Wolfsbau. Auf den letzten Drücker hatte ERV-Coach Thomas Berndaner mit Richard Adam noch einen Verteidiger vom HC Pelhrimov aus der dritten tschechischen Liga an den Main lotsen können, der einen guten Einstand gab.

Gelungen war auch der Start der Gastgeber mit dem frühen Treffer von Matthias Kohl. Aber angefeuert vom prall gefüllten Kissinger Block, schlugen die Kurstädter zurück durch ihre Routiniers. Der 42-jährige Spielertrainer Mikhail Nemirovsky glich in der selben Minute aus (10.), ehe der 39-jährige Roman Nikitin die Wölfe in Führung schoss (16.). Beide Haudegen boten an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung. Gingen aber mit einem Rückstand in die erste Drittelpause, weil Marc Zajic (17.) und erneut Kohl (18.) den Anhang der Mighty Dogs in Ekstase versetzten.

Im Hinspiel hatten die Kissinger Wölfe dank Goalie Donatas Zukovas eine herausragende Abwehrleistung gezeigt, diesmal war die Abteilung Sturm und Drang gefordert. Und es wurde geliefert. Im Mitteldrittel von Chad Evans (22.) und in Überzahl von Kapitän Simon Eirenschmalz (34.) zum 4:4, nachdem Michele Amrhein die Mighty Dogs erneut in Führung gebracht hatte (28.).

Das Hin und Her setzte sich im finalen Drittel fort. Bemerkenswert die Moral der Männer von der Saale, die sich weder von den Gegentoren noch den vielen Unterzahl-Situationen aus der Ruhe bringen ließen. Schweinfurts Anhang frohlockte, als Dion Campbell auf 5:4 stellte, aber gefeiert wurde hernach nur im Kissinger Block, weil Viktor Ledin (54.) und erneut Nemirovsky (58.) für das ultimative Comeback in diesem Derby sorgten. Für 24 Stunden hatte dies sogar die Tabellenführung für die Wölfe bedeutet, ehe der EV Dingolfing den EHC Bad Aibling mit 7:5 schlagen sollte.

Sportlich läuft es also bestens vor dem letzten Zwischenrunden-Heimspiel gegen den EHC Bad Aibling am Sonntag (18 Uhr, bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) und dem Playoff-Start am Freitag - mit einem Heimspiel. Der Gegner wird der Tabellen-Dritte der Parallelgruppe sein. In Frage kommen der EHC Königsbrunn, EV Bad Wörishofen oder der EV Pfronten. Und in Sachen drohender Schließung der Eishalle gibt es vorsichtigen Optimismus. "Ich bin da nach den Gesprächen diese Woche sehr guter Dinge. Je mehr Vereine uns bei unseren Vorhaben unterstützen, umso besser", sagt Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin. Auch in dieser Hinsicht bleibt es also spannend.

zum Thema "EC Bad Kissinger Wölfe"

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