Jetzt ein Sieg in Hof und Großbardorf steigt auf

Die Grabfeld-Gallier stehen vor ihrem wichtigsten Spiel seit Jahren.
 
TSV Großbardorf - DJK Don Bosco Bamberg 4:0 (2:0). Tore: 1:0 Björn Schönwiesner (7.), 2:0 Stefan Piecha (44.), 3:0 Daniel Leicht (61.), 4:0 Maximilian Zang (77.).
Nach dem formidablen 4:0 (2:0) gegen die DJK Don Bosco Bamberg gehen die Fußballer des TSV Großbardorf nächsten Samstag mit der besten Ausgangsposition in ein unfassbar spannendes Saisonfinale der Bayernliga Nord. Glückt der Mannschaft um Trainer Dominik Schönhöfer ein Sieg bei der punktgleichen SpVgg Bayern Hof, dann ist sie Meister und steigt in die Regionalliga Bayern auf. Gewinnt der TSV nicht im Stadion Grüne Au, dann ist auch der fünfte Platz noch möglich. Eine völlig irre Situation nach 33 Spieltagen.

Mit Druck ist es im Sport ja immer so eine Sache. Er kann lähmen und tiefe Leistungsdellen verursachen. "So ging es uns vor einigen Wochen", sagte Björn Schönwiesner, "als es hieß: Wir müssen gewinnen, um oben dabei zu bleiben." Das Resultat war eine Serie von fünf sieglosen Spielen zwischen Karsamstag und Ende April. Druck kann man aber auch in Höchstleistungen umwandeln. Genau das ist dem TSV Großbardorf gegen Bamberg gelungen. "Jetzt sagen wir uns: Wir können etwas schaffen", erklärte der 23-Jährige die neue Herangehensweise und fügte an: "Wir haben ein Ziel. Und wir glauben alle daran, dass wir es erreichen können."
Wie sehr sie daran glauben, unterstrichen die diesmal in dunkelblauen Trikots gewandeten Grün-Weißen vom Anpfiff weg. Kein Taktieren, kein Geplänkel. Die Devise hieß Vollgas. Um das Pedal möglichst lange durchdrücken zu können, hatte sich Coach Dominik Schönhöfer eine ganz neue Variante überlegt. Dauerläufer André Rieß gab neben Kapitän Manuel Leicht den zweiten Stürmer. "Wir wollten die Bamberger Abwehrspieler früh anlaufen", erläuterte Schönhöfer seine Idee dahinter. Sie ging auf. So lauffreudig wie am Samstag hat man die Grabfeld-Gallier selten gesehen, so engagiert hatten sie die Bamberger offensichtlich kaum erwartet. Insbesondere die linke Großbardorfer mit Björn Schönwiesner und Benjamin Freund bewies unbändigen Vorwärtsdrang.
Klar, dass das frühe 1:0 half. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke fand Daniel Kornagel mit seiner Eingabe Björn Schönwiesner, der den Ball aus kurzer Distanz ins Netz bugsierte und das Großbardorfer Druckventil komplett öffnete (7.). "Wir haben es eigentlich nicht schlecht gemacht", sagte Bambergs Trainer Gerd Schimmer, "ein großer Unterschied war, dass die zweiten Bälle fast immer an Großbardorf gingen".

Einmal auch der dritte, vierte und fünfte Ball. Innerhalb einer Minute geriet das Bamberger Tor gleich mehrere Male in Gefahr, ohne dass sich die Grabfelder aus der Angriffsposition drängen ließen. Schließlich war es Stefan Piecha, der das 2:0 markierte (44.). Auch nach dem Wechsel rannten die Großbardorfer an, als wollten sie die Welt einreißen. Mit klar Direktspiel schufen sich die Grabfeld-Gallier eine Reihe verheißungsvoller Situationen, ließen es aber an der Konsequenz im Abschluss mangeln. Das hätte sich beinahe gerächt: Alassane Kane lag der Ball nach einem Wackler des ansonsten sicheren Marcel Wehr auf dem rechten Fuß. Er musste nur noch ausholen und ihn über wenige Meter hinter die Linie drücken. Der Bamberger Angreifer hatte die Rechnung aber ohne Markus Kirchner gemacht. Der kam angerauscht und rettete zur Ecke (56.). "Diese Aktion von Markus steht symbolisch für meine Mannschaft und für ihren Teamgeist", sagte Dominik Schönhöfer.

Es war die einzige Schrecksekunde, die die Großbardorfer zu überstehen hatten. Fünf Minuten später war die Frage nach dem Sieger endgültig beantwortet. Und wie! Schönwiesner legte mit dem Kopf auf und Manuel Leicht knallte den Ball von der Strafraumlinie mit einem Drehschuss vom Feinsten ins lange Eck (61.). Gar in den Winkel ließ Maximilian Zang den Ball beim 4:0 segeln (77.), ein als Flanke gedachtes Traumtor. "Wir hatten in den letzten Wochen einige Erlebnisse, die wichtig waren für die Entwicklung meiner Mannschaft. Verletzungen oder die rote Karte und Sperre von Stefan Piecha. Wie wir da rausgekommen sind, zeigt was für eine tolle Truppe ich habe", sagte ein "hochzufriedener" Dominik Schönhöfer.

Das Motto für das Endspiel in Hof haben die Großbardorfer schon ausgegeben: "Alle in Grün auf die Grüne Au". Ein Fanbus ist bereits gechartert. "Vielleicht bekommen wir ja auch zwei oder drei voll", hofft Andreas Lampert, der PR-Manager des TSV Großbardorf, auf tüchtige Unterstützung für die tapferen Grabfeld-Gallier. Die auch beim Ex-Zweitligisten wieder mit ihrer neu entdeckten Alles-kann-nichts-muss-Mentalität zum Erfolg kommen wollen. "Wir sind bereit", verspricht Björn Schönwiesner.
Großbardorf: Wehr - Zang, Kirchner, Orf, Freund - Kornagel, Piecha, Zehe, Schönwiesner (83. Katzenberger) - Rieß (80. Fleischmann), Leicht (73. Rugovaj).



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