Reitsport

Heino Möller gewinnt den Großen Preis von Detter

Der Lokalmatador lässt die internationale Spitze hinter sich. Über 2000 Zuschauer beim Finale am Sonntag.
Der Ritt zum Triumph: Auf Empire gewinnt Heino Möller den Großen Preis von Detter. Foto: Sebastian Schmitt
 
von SEBASTIAN SCHMITT
Das war schon eine kleine sportliche Sensation. Heino Möller (RSG Detter-Weißenbach) hat den Großen Preis von Detter in der schweren S**-Springprüfung mit Siegerrunde gewonnen. Mit Empire blieb der Lokalmatador in beiden Durchgängen völlig fehlerfrei und legte in der Siegerrunde mit 40,49 Sekunden eine beeindruckende Zeit vor. Damit verwies er zahlreiche internationale Spitzenreiter wie Olympiasieger Lars Nieberg auf die Plätze. Nieberg hatte auf Nabab de Revel zwar mit 38,87 Sekunden die bessere Zeit in der Siegerrunde, doch er leistete sich vier Fehlerpunkte. Lediglich fünf der 56 Teilnehmer des S**-Springens blieben komplett fehlerfrei. Diana Bülles (Meckenheimer RC) erreichte mit Podolski Platz zwei (42,33 Sekunden). Justine Fehn (RFV Jettingen) machte mit Ciao Bavaria den dritten Platz klar (44,53 Sekunden). Vorjahressieger Gerrit Nieberg (RV Sankt Hubertus Wolbeck) erreichte heuer mit Claristo nur den zehnten Platz.


Ein anspruchsvoller Parcours

Der Große Preis von Detter bildete den mit Spannung erwarteten sportlichen Höhepunkt des fünftägigen Turnieres mit über 230 Reitern und mehreren hundert Turnierpferden aus Deutschland und europäischen Nachbarländern. Dieter Heinz, Gerhard Obert und Steffen Buhling hatten für den ersten Durchgang des S**-Springens einen äußerst anspruchsvollen, 470 Meter langen Parcours mit 13 Hindernissen (1,45 Meter Höhe) und 16 Sprüngen aufgebaut. Die erlaubte Zeit für den ersten Durchgang wurde im Verlauf des Wettbewerbs auf 85 Sekunden hochgesetzt. Damit zollten die Richter der extremen Hitze Tribut, denn die Sonne brannte erbarmungslos auf Pferd und Reiter. In der Siegerrunde wurde die Bahnlänge auf 350 Meter reduziert. Zudem wurde die Zahl der Hindernisse auf acht gekürzt. Allerdings setzten die Richter die erlaubte Zeit für die Siegerrunde auf 60 Sekunden fest. Somit war für ordentliches Tempo gesorgt, was allerdings bei einigen Teilnehmern zu größeren Fehlern führte. Ohnehin hatte Diana Bülles, die als erste in die Siegerrunde startete, mit nur 42,33 Sekunden eine erstaunliche Zeit hingelegt, welche die Messlatte für die alles entscheidende Runde extrem hoch legte. Schon im ersten Durchgang hatten elf Reiter die Prüfung abgebrochen, um ihr Pferd zu schonen und vor Verletzungen zu bewahren. Die rund 2500 Zuschauer beim Finale quittierten auch diese sportliche Fairness der Reiter mit viel Applaus.

Richter Michael Schlenzig dankte besonders der Familie Müller für deren unermüdlichen Einsatz. "Hinter den Kulissen wurde alles dafür getan, dass dieses Turnier sicher und unfallfrei verlaufen kann", sagte Schlenzig. "Die Betreuung der Pferde wurde rund um die Uhr sichergestellt. Das Team um Uwe Müller hat mit seiner Arbeit im Hintergrund dafür gesorgt, dass die Sportler und Pferde Höchstleistungen erbringen können. Die Pferde waren stets gut untergebracht." Auch die Arbeit direkt auf dem Parcours verlange den Helfern einiges ab. "Für den Ablauf eines so tollen Events ist es wichtig, dass auch auf dem Sprungplatz auf das Klientel der einzelnen Reiter eingegangen wird." Klaus Müller mit seiner Mannschaft und den Parcoursbauern habe die Lage hervorragend im Griff gehabt. Schlenzig machte deutlich, dass ein Turnier dieser Größenordnung ohne die zahlreichen Sponsoren nicht möglich wäre. "Doch was wäre so ein Turnier bei herrlichem Kaiserwetter, wenn nicht auch die Versorgung der vielen Zuschauer und Gäste sichergestellt wäre." Der Turnierrichter hob hierbei den unermüdlichen Einsatz der vielen Helfer aus Detter und Umgebung heraus.


Mit Liebe zum Detail

Aber auch die Familie Müller selbst sorgt an allen Ecken dafür, dass das Turnier reibungslos läuft. "Irma Müller zum Beispiel hat mit Akribie und unheimlich viel Liebe zum Detail das Turniergelände gestaltet und geschmückt. Sie sorgt bei den Siegerehrungen ganz persönlich dafür, dass die Gewinner zelebriert werden wie bei Turnieren in der großen, weiten Welt. Und sie kümmert sich rührend um das Richterteam und alle Helfer." Und Ilona Müller betreut die zahlreichen Sponsoren und Ehrengäste ebenfalls höchstpersönlich im VIP-Bereich.

Den Auftakt der schweren Wettbewerbe bildete die Zwei-Phasen-Springprüfung Klasse S* mit 63 Teilnehmern am Freitagabend. Gerrit Nieberg, der 23-jährige Sohn von Olympiasieger Lars Nieberg, holte sich auf Claristo den Sieg. Vater Lars musste sich auf Nabab de Revel mit dem siebten Platz begnügen. Heino Möller konnte sich in der Zwei-Phasen-Springprüfung nicht auf die vorderen Plätze schieben. Er hatte sich mit Lexus und Call me Caesar jeweils vier Fehlerpunkte in Phase zwei erlaubt. Über zwanzig Reiter waren bei diesem Wettbewerb völlig fehlerfrei geblieben. In der Springprüfung S* am Samstagnachmittag mit 68 Startern erreichte Heino Möller auf Lexus mit einem fehlerfreien Ritt den fünften Platz.
In der Springprüfung Klasse S* am Sonntag, gleichbedeutend mit dem Finale der U25, lief es für Eva-Maria Müller sehr ordentlich. Die Lokalmatadorin erreichte mit Capri Platz sechs und mit Quirada Platz zwölf. Die Rhöner Reiter hatten an allen Turniertagen trotz extrem starker Konkurrenz durch sportliche Höchstleistungen auf sich aufmerksam gemacht mit reichlich Podestplätzen und vorderen Platzierungen.


Qualität aus der Rhön

Verheißungsvoll begann das Wochenende für die Rhöner Reiter mit einer Springprüfung Klasse M* am frühen Samstagmorgen. Diana Maria Gleißner (RV Bad Kissingen) landete mit Ballerina auf Platz eins und mit Cassandra Castella auf Platz zwei. Katharina Kohlhepp (RV Bad Kissingen) holte mit Carabas den dritten Platz, ebenso wie Sophia Booms (RSG Detter) mit Elanja. Außerdem gab es für Katharina Kohlhepp mit Aljouretto noch den siebten Rang. Ein echter Triumphzug also für die Einheimischen unter den 80 Teilnehmern dieses Wettkampfes.
Eine Punktespringprüfung der Klasse M** am Sonntagmorgen wurde ebenfalls zu einer echten Galavorstellung der Rhöner. Heino Möller trug mit Call me Caesar den Sieg davon. Gefolgt von Sophia Booms mit Elanja auf Platz zwei. Eva-Maria Müller machte mit Colonia den dritten Platz klar.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.