HSC Bad Neustadt siegt trotz Minikader

Der Schlüssel zum Erfolg gegen Kirchzell war die starke Verteidigungsarbeit des HSC Bad Neustadt, die Erleichterung über den doppelten Punktgewinn groß.
 
von PETER BALTHASAR
TV Kirchzell - HSC Bad Neustadt-Rhön 27:29 (11:15).
"Den Kampf ums Überleben haben wir gewonnen", freute sich am Sonntagmorgen HSC-Coach Margots Valkovskis, die Erleichterung über den doppelten Punktgewinn, mit dem der Anschluss auf einen Nichtabstiegsplatz hergestellt wurde, war hörbar. Erleichtert war er vor allem deswegen, weil er mit einem Minimalkader nach Amorbach gereist war, fielen doch mit Jan Wicklein, Vilim Leskovec, Matthias Grünert und Benedikt Kleinhenz gleich vier Akteure aus. "Was der Rest des Teams allerdings dann aufs Parkett gebracht hat, war überragend", so der Coach, "es waren sich alle der Bedeutung der Begegnung bewusst, haben sich zu einem konzentrierten Auftritt zusammengerissen und eine Leistung gezeigt, wie man sich schon früher ab und an in dieser Saison gewünscht hätte". Bezeichnend für die kampfstarke Vorstellung war der Führungstreffer, den mit Adam Pal ein Spieler erzielte, der bislang eher das Spiel von der Bank aus erlebte. Schlüssel zum Erfolg war dann die starke Verteidigungsarbeit, denn nach dem Anschlusstreffer des TVler Felix Spross zum 1:2 brachten Konstantin Singwald und Gary Hines ihre Farben frühzeitig mit 4:1 in Führung (5.). Ob das Rezept der Odenwälder, mit einer offensiven Deckung die Rhöner anzugehen, tatsächlich der Weisheit letzter Schluss war, war nach dem Abpfiff diskussionswürdig, "da die Kirchzeller Deckung nicht kompakt am Kreis stand, ergaben sich für unser Offensivspiel viele Lücken, in die dann insbesondere Maxi Schmitt und Gary Hines hineinstießen", so die Erklärung von Valkovskis über die Torflut gerade in den ersten zehn Minuten (3:8) .

Die schnelle Fünf-Tore-Führung raubte da den Gastgebern schon sichtlich den Nerv, vor allem weil jeder ihrer Tore sofort mit einem Gegentreffer beantwortet wurde. Fehler der Einheimischen, das waren in dieser Phase neben von Schmidl parierten Würfen auch technische, wurden von den Kurstädtern sofort mit Kontern bestraft, wobei sich Felix Wolf und Hines als zu schnellfüßig für den Tabellenletzten erwiesen. Dieser hätte vor dem Seitenwechsel noch höher in Rückstand geraten können, doch ausgerechnet in Überzahl lief die Angriffsmaschinerie der Gäste nicht perfekt. Diese marschierten mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine und waren sich bei der Rückkehr in die Parzival-Halle bewusst, dass der Gegner in den nächsten Minuten eine Aufholjagd versuchen würde. Dieser Versuch wurde zwar unternommen, doch er scheiterte schnell und kläglich.

Denn nach dem Treffer von Philipp Baier zum 12:16 schlugen erst einmal die Saalestädter zu, bis zur 35. Minute bauten Hines mit Doppelpack und der wieselflinke Schmitt den Zwischenstand auf ein deutliches 12:18 aus. In der Folgezeit schwang sich ein HSCler zu Großtaten auf, der sich im ersten Durchgang in Sachen Torwurf noch zurückgehalten hatte, nun aber nicht mehr zu stoppen war. Kreisläufer Franziskus Gerr, der jetzt auch besser angespielt wurde, traf während einer Zeitstrafe für seinen Coach zum 15:20 und ließ dann weitere vier Tore folgen. Als Gerr und Hines den Vorsprung zehn Minuten vor Spielende zum 25:19 ausgebaut hatten, schien die Partie entschieden. Selbst die doppelte Unterzahl, Gerr und Valkovkis, der wegen der dritten persönlichen Strafe disqualifiziert wurde, überstanden die Gäste weitgehend schadlos, man kassierte lediglich einen Gegentreffer durch Tim Häufglöckner, und brachte die Rhöner erst einmal nicht aus dem Konzept, denn Hines stellte in Unterzahl den alten Abstand wieder her (21:26.).

Bitter war dann allerdings die Rote Karte für Konstantin Singwald, der nach Ansicht der Unparteiischen eine solch unfaire Attacke gesetzt haben soll, dass sie über eine Zeitstrafe hinausging. "In den letzten sechs Minuten konnten wir überhaupt nicht mehr auswechseln, auf der Bank saß nur noch Fabian Tatzel", berichtete der Trainer, der jetzt nur noch vom Spielfeldrand aus eingreifen konnte. Doch der Rest der Mannschaft ließ trotz risikoreichen Anrennens der Gastgeber nichts anbrennen, Gerr zum 24:28 und Schmitt mit einem Treffer in der 59. Minute zum 26:29 brachten die wertvollen Punkte dann endgültig über die Zeit. "Das war ein Erfolg, der auf Wollen und Können aufgebaut war", so Valkovskis abschließend, der allen Spielern ein Sonderlob für ihr Engagement aussprach, deswegen mit Zuversicht dem nächsten Heimspiel gegen die HSG Burgwedel entgegenblickt und hofft, dass einige diesmal fehlende Spieler in den Kader, der ohne Verletzungen die Heimreise antrat, zurückkehren. Dass sein Kirchzeller Kollege und Spielertrainer Andreas Kunz (4/2) aufgrund des Misserfolges schwer geknickt war, "versteht sich von selbst" (Valkovskis), "der Gegner hat jetzt noch größere Sorgen".
Tore für den HSC: Maximilian Schmitt (9/2), Gary Hines (8), Franziskus Gerr (5), Adam Pal (3). Felix Wolf (2), Konstantin Singwald (2).

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