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Tischtennis 2. Bundesliga

Filip Zeljko hat Nerven wie Drahtseile

Der Sieg im letzten Spiel des Tages rettet dem TSV Bad Königshofen den Punkt gegen starke Saabrückener.
Filip Zeljko sorgte - nach Abwehr zweier Matchbälle - mit seinem Fünf-Satz-Sieg gegen Andrey Semenov für das 5:5-Unentschieden des TSV Bad Königshofen im Gipfeltreffen gegen den 1. FC Saarbrücken II. Ein Krimi, bei dem die über 500 Zuschauer begeistert mitgingen.  Foto: Rudi Dümpert
 
Die deutsche Sprache müsste nach diesem Hochspannungskrimi mit halb-dramatischem Ausgang für die Gastgeber um irgendein neues Wort ergänzt werden, welches den Begriff Spannung hoch zwei oder gar drei zum Ausdruck bringt. Das, was am Samstag exakt viereinhalb Stunden lang in der Dreifachturnhalle beim 5:5 des TSV Bad Königshofen gegen den 1. FC Saarbrücken II in der Zweiten Tischtennis-Bundesliga abging, übertraf noch einmal alles bisher Dagewesene.


Glückliche Fügungen

Dieser TSV Bad Königshofen, der vor einem Jahr mit einer Lockerheit und dem nötigen Glück den Durchmarsch vom Tabellenende Ende der Vorrunde zur Meisterschaft in dieser Liga, meistens sogar zu dritt, schaffte, musste vor Weihnachten gegen Jülich (4:6) und diesmal gegen Saarbrücken manch glückliche Fügung des Schicksals in geballter Form zurück zahlen. Zwei Beispiele der vielen Zwischen-Höhepunkte des Spannungsbogens nach genau vier Stunden und drei Minuten: Bei Vyborny gegen den Italiener Mutti stand es im fünften Satz 11:11 und am anderen Tisch zwischen Zeljko und dem Russen Semenov im vierten Satz bei 2:1 für Semenov 10:10. Vyborny verlor den Satz, das Spiel und das mögliche 5:4, stattdessen 4:5. Zeljko gewann und erkämpfte sich den fünften, entscheidenden Satz.

Oder 23.26 Uhr: Zeljko gegen Semenov, allerletzter Satz des Abends beim Gesamtstand von 4:5 und 8:10 gegen den Königshöfer. Und sein Gegner hat zwei Aufschläge. Zwei Minuten später aber 10:10, dann 12:10 und glückseliger Jubel: Niederlage abgewendet, Tabellenführung gerettet. Während sonst so oft schon dieser Haudegen Richard Vyborny finale Siegpunkte lieferte, entschädigte diesmal der bisher mehr enttäuschende als überzeugende Filip Zeljko die Fans und schickte sie mit einem finalen Glückserlebnis in die Winternacht.


Die Lockerheit fehlt

Was den Hausherren aber abging, war bei allem Kampfgeist und begeisternden Ballwechseln jene Lockerheit. Und wer weiß, welche Rolle das Zauberwort "Bundesliga" in allen Zusammensetzungen mit -Aufstieg, -Etat, -Kader und -Zuschauerzahl spielte, für den Kopf und der für die Schwere im Arm bei brenzligen Spielständen. Bei aller Offenheit und Transparenz und virtuellen Tabellenständen per Beamer während des Spiels: Die bis unter die Haarspitzen motivierte junge Saarbrückener Mannschaft schien in Wirklichkeit besser damit umgehen zu können. Ihre Mannschaft als solche kann als zweite Mannschaft des FC nicht aufsteigen. Aber jeder Einzelne kämpft für seine Bilanz und die Chance auf einen Platz in der Ersten Liga irgendwo. Nach den Doppeln träumten viele der 517 Zuschauer schon von einem raschen Ende. 2:0 führten da die Gastgeber. Völlig überraschend, weil die Gästepaarung Polansky/Mutti noch kein Spiel verloren hatte bis dahin. In Yoshimura/Zeljko fanden sie erstmals ihren Meister.
Punkte für Bad Königshofen: Doppel: Kazuhiro Yoshimura/Filip Zeljko, Kilian Ort/Richard Vyborny; Einzel: Kazuhiro Yoshimura, Kilian Ort, Filip Zeljko
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