Eklatanter Stürmermangel beim FC 05

Ausgerechnet vor dem so wichtigen Spiel gegen gefährliche Garchinger haben die Schnüdel in vorderster Front massive Probleme.
Für seinen Sturm muss sich der Schweinfurter Trainer Gerd Klaus im wichtigen Heimspiel gegen den VfR Garching etwas einfallen lassen. Und hat ungewöhnliche Varianten im Kopf.  Foto: Marion Wetterich
 
FC 05 Schweinfurt - VfR Garching (Samstag, 14 Uhr)
So ganz einig ist man sich nicht beim FC 05 Schweinfurt (7./17): Ist das Glas nach einer, gemessen an den letzten Runden, bisher soliden Saison im vorderen Regionalliga-Mittelfeld halb voll? Oder doch halb leer angesichts wiederkehrender Rückschläge? Am letzten Freitagabend jedenfalls war es nicht nur halb leer, sondern gänzlich ausgekippt, das grün-weiße Glas. Und das auf arg tollpatschige Art und Weise. Dieses 2:4 in Rosenheim, es hat Spuren hinterlassen. Denn just solche Partien kennt man aus der Vergangenheit zu gut. Unbequemer Gegner, widrige Bedingungen und am Ende eine verdiente Niederlage - eigentlich wollte und sollte man bei den 05ern doch inzwischen weiter sein.
Solche Partien rollen derweil den roten Teppich für Schwarzmaler aus. Denn vor dem richtungsweisenden Spiel gegen den kecken Aufsteiger aus Garching (5./20 ) sollten die Schweinfurter (7./17) den Blick in den Rückspiegel nicht gänzlich verachten; auf Buchbach, aktuell erster Relegant, sind es nur fünf Punkte. Und nächste Woche geht's nach Memmingen, wieder ein Abendspiel, wieder wird das Flutlicht angeknipst. Wie in Rosenheim und Illertissen (0:3), wo die 05er ihre schwächsten Saisonleistungen geboten haben. Geht das in die Hose, droht die ohnehin angespannte Stimmung erneut zu kippen; wie zu Beginn der Saison schon einmal. "Natürlich müssen wir jetzt erstmal wieder nach unten schauen, das sind wir ja aus den letzten Jahren gewohnt", sagt Gerd Klaus: "Das geht alles so schnell im Fußball. Wenn wir zwei oder dreimal gewinnen, sind wir wieder gut dabei."
Entsprechend schmerzhaft ist für den Schweinfurter Trainer freilich die Pleite in Rosenheim, wo seine Mannschaft "die erste Halbzeit komplett verschlafen" habe. Mit 20 anstatt 17 Punkten sähe die Welt, so Klaus, doch ganz anders aus. Tut sie aber eben nicht. Und so wird das Heimspiel gegen Garching ein brutal wichtiges für die Schweinfurter. "Die haben Aufwind und viel Selbstvertrauen, außerdem super Spieler. Eine gute Mannschaft, die ihre Punkte nicht geschenkt bekommen hat", lobt Klaus den Aufsteiger in höchsten Tönen, rechnet mit einem "50:50-Spiel. Vor drei Wochen hätte ich noch 70:30 für uns gesagt. Aber wir müssen jetzt aufpassen, sonst stehen wir schnell wieder da, wo wir letztes Jahr standen." Im Tabellenkeller nämlich. Ein skurriles Szenario angesichts der Entwicklungen in Verein und Mannschaft.


Spielt Janz ganz vorne?

Was die Startaufstellung für das "Big-point-Spiel" (Klaus) angeht, wird der Trainer kreativ sein müssen. Gerade in der Offensive. Denn neben den gesperrten Johannes Bechmann (Rot), Adam Jabiri (Gelb-Rot) und Kevin Fery (fünfte Gelbe) fehlt auch Marino Müller (Fieber). Und sehr wahrscheinlich Daniel Diroll (anstehende Operation). Und vielleicht auch Nicolas Görtler, der an einer Verletzung am Hüftbeuger laboriert und seit zwei Wochen kaum trainiert hat. Macht in der Summe vier fehlende oder fragliche Stürmer. Mehr hat der FC 05 nicht. Oder doch? "Marius Willsch hat in Saarbrücken schon mal vorne gespielt", weiß Klaus, hat aber noch eine ganz andere Lösung in petto: "Vielleicht spielt auch Marco Janz im Sturm", schließlich ist der Kapitän und Innenverteidiger ein gelernter Angreifer.
Neben seinen Offensivkräften wird der FC 05 auch auf die Unterstützung aus dem Fanblock verzichten müssen. Denn die aktive Szene der Schweinfurter Anhänger hat in einem Schreiben erklärt, den Stimmungsboykott zumindest bei Heimspielen aufrecht zu erhalten, bis aus Sicht der Fans ungerechtfertigte Stadionverbote aufgehoben werden.

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