Ein tiefenentspannter FC 06 Bad Kissingen

Der SV Ramsthal schickt ein Lebenszeichen an die Konkurrenz. Der TSV Münnerstadt und der SV Riedenberg kassieren Nackenschläge.
Das ist die Entscheidung: Marco Weber (Bildmitte, verdeckt) trifft zum 3:0 für den SV Ramsthal gegen FTS-Keeper Sven Herder. Foto: ssp
 
von PETER BALTHASAR JÜRGEN SCHMITT
FC 06 Bad Kissingen - TSV/DJK Wiesentheid 5:1 (2:0). Tore: 1:0 Andrei Puscas (27.), 2:0 Florian Heimerl (44.), 2:1 Sven Friedrich (53.), 3:1 Florian Heimerl (56.), 4:1 Christian Laus (61.), 5:1 Andrei Puscas (90., Foulelfmeter).
Thomas Lutz ist kein Jürgen Klopp. Keiner, der für eine gewisse Theatralik steht und schon gar keine Grimassen zieht. Tiefenentspannt steht oder sitzt der Trainer des FC 06 in der Coaching-Zone und gönnt sich mit Spielbeginn erst einmal eine Stadionwurst. Das alles hat mit Desinteresse natürlich nicht das Geringste zu tun. Eher mit einer guten Spielvorbereitung. Und einem Urvertrauen in die Qualität der Spieler.


Die Ruhe färbt ab

Die Unaufgeregtheit des Trainers färbt ab auf die Protagonisten, die sich den Gegner gemächlich zurechtlegen, dann zuschlagen. Wie in Minute 27, als Andrei Puscas den Riesenbock von Wiesentheids erfahrenen Innenverteidiger Christian Enzbrenner zum ersten Treffer der Partie nutzt. Ein Aubameyang hätte den Lupfer probiert, dem 06-er genügte ein biederer flacher Schuss am Torwart vorbei. "Wir wollten erst mal schauen, was der Gegner anbietet, haben das Spiel dann recht zügig in den Griff bekommen und kontrolliert", sagte Lutz später, als die Tabellenführung souverän verteidigt war. Gleich zwei Kopfballtore hatte Florian Heimerl zum hohen Sieg beigesteuert, jeweils nach präzisen ruhenden Bällen von Anthony Brinkley. Das schönste Tor hatte Christian Laus erzielt nach einer rasanten Ballzirkulation über Brinkley und Ervin Gergely. Zu rasant für die Wiesentheider, die gewiss ordentlich spielten und dennoch chancenlos waren, weil mit Ausnahme des Anschlusstreffers kurz nach der Pause offensiv nicht viel kam von der Elf von Stefan Schöler.


Späte Erlösung

Erstaunlich abgezockt wirkt das Kissinger Innenverteidiger-Pärchen mit Philip Greubel und Nico Limpert, während Mario Wirth und Adnan Hamzic über die Außenpositionen der Viererkette immer wieder das offensive Spiel ankurbeln. Erlöst waren die Gäste erst mit dem Elfer-Tor des fleißigen Puscas. "Wir haben relativ schnelle Leute. Von den Beinen, aber auch vom Kopf her", sagt Thomas Lutz, spricht im Duktus des Profis von einer "schönen Momentaufnahme" und dass man sich "oben festfressen" wolle. Warum auch nicht? Mit dem jungen Rares Ruja hat der Kader noch einmal an Qualität gewonnen. Der Blick auf die prall gefüllte Ersatzbank lässt Rückschlüsse zu auf einen gesunden Konkurrenzkampf im Training. "Wir sind mental stark und werden so schnell nicht nervös", zählt Lutz weitere Stärken auf. Was derzeit fehlt im Sportpark, ist das Zuschauer-Interesse. Mit viel gutem Willen wurden 100 Zuschauer gezählt. Einen größeren Konkurrenzkampf am Bratwurststand würde Lutz sicher gerne in Kauf nehmen. js
FC 06: Rottenberger - Greubel, Limpert, Wirth (65., Kirichis), Hamzic - Heimerl, Hüfner, Laus, Brinkley (76., R. Ruja), Gergely (65., V. Rujas) - Puscas.


SV Ramsthal - FT Schweinfurt 3:0 (1:0). Tore: 1:0 Enrico Ott (32.), 2:0 Timo Kaiser (58.), 3:0 Marco Weber (85.).
Die Hoffnung stirbt auch in Ramsthal zuletzt. "Die Mannschaft und etliche Vereinsmitglieder hatten sich am Freitagabend noch auf ein Durchhalten eingeschworen", berichtete Abteilungsleiter Matthias Hallhuber, bevor er mit seinen Mannschaftskameraden den zweiten Saisonsieg feierte - und wahrscheinlich ordentlich begoss. Die Gastgeber traten sofort engagiert auf und erarbeiteten sich ein Übergewicht im Mittelfeld gegen erstaunlich unstrukturierte Freie Turner. Diese sahen beim Führungstreffer der Schell-Elf schlecht aus. Nach einer Freistoßflanke von Matthias Mock durfte Enrico Ott die Kugel im Zentrum ungestört annehmen, der Schlaks setzte das Leder überlegt aus der Drehung an Keeper Sven Herder vorbei ins Toreck.


Ein gekonnter Heber

Die erste dicke Ausgleichschance für den Gast ergab sich in der 47. Minute, als Clemens Haub das Leder vor den Kasten zog, der aufmerksame Johannes Brand aber rechtzeitig vor dem einschussbereiten Dominik Popp klärte. Dessen Kameraden unterliefen beim zweiten Gegentreffer einen weiten Schlag von Johannes Mock, der durchstartende Timo Kaiser hob die Kugel gekonnt über den herausstürzenden Keeper. Beim nächsten SV-Angriff hatte Sascha Ott das 3:0 auf dem Kopf, nach einem schnell ausgeführten Freistoß und einer Vorlage von Philipp Schmitt landete der Kopfballaufsetzer knapp über dem Quergestänge. Den Anschlusstreffer hätte Haub nach einem Fauxpas in der heimischen Deckung erzielen können, ja müssen, doch der den Winkel verkürzende Frank Popp klärte spektakulär. Nachdem Sascha Ott aus spitzem Winkel an Herder, der sich zuvor bei einem Rückpass einen kapitalen Fehlschlag geleistet hatte, gescheitert war, machte Marco Weber den Sack endgültig zu. Nachdem der Gäste-Keeper einen Kaiser-Schuss prallen lassen musste, reagierte der Torschütze mit einem Flugkopfball gedankenschnell. "Ich bin total erleichtert. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung mit einer guten Abwehrarbeit", bilanzierte SV-Coach Nico Schell.
Ramsthal: Popp - Hagemann, Brand, J. Mock, Voss - Ph. Schmitt (89. Hallhuber), M. Mock, Kaiser, Weber - S. Ott (87. M. Schmitt), E. Ott (80. N. Morper).

FSV Krum - TSV Münnerstadt 4:2 (3:2). Tore: 1:0 Felix Hart (10.), 1:1 Jannik Schmittzeh (24.), 2:1 Max Witchen (27.), 2:2 Sebastian Halupczok (32.), 3:2 Fabian Dürrbeck (45.), 4:2 Michael Witchen (77.). Gelb-Rot: Max Witchen (86., Krum).
Sehr enttäuscht vom Spiel der Lauertaler zeigte sich nach dem Abpfiff ihr Sportvorstand Günter Scheuring. "Wir haben uns von einem aggressiven Gegner den Schneid abkaufen lassen und die Zweikämpfe nicht angenommen." Ohne das Trio Snaschel, Göller und Markart taten sich die Dietz-Schützlinge wie erwartet in der Offensive schwer. "Aber deren Fehlen darf keine Entschuldigung für die unnötige Niederlage sein gegen einen spielerisch limitierten Gegner", so Scheuring. Den frühen Rückstand egalisierte nach Vorlage von Sebastian Halupczok der junge Jannik Schmittzeh zwar umgehend, doch nach einem 20-Meter-Schuss des nicht attackierten Max Witchen musste TSV-Keeper Lorenz Büttner die Kugel erneut aus den Maschen fischen. Fünf Minuten später überwand Halupczok den heimischen Keeper Stefan Klemm mit einem feinen Schlenzer, doch pünktlich mit dem Pausenpfiff von Referee Sven Thoma (Mittel-/Oberstreu) gelang Fabian Dürrbeck die neuerliche Führung für die Heimelf. "Wir hatten vor der Schussgewalt von Dürrbeck im Vorfeld noch gewarnt", berichtete Scheuring. Für ihn unerklärlich, wurde auch dieser Torschuss von den Verteidigern eher bestaunt als verhindert. Alle guten Vorsätze der TSVler, mit denen man aus der Kabine kam, verpufften, weil die Deckung der Haßbergler kompakt stand. Diese operierte vorwiegend mit langen Bällen, hatte aber Glück, als ein Schuss von Jannik Schmittzeh knapp am Tor vorbeistrich. Der endgültigen Entscheidung ging ein Missverständnis zwischen Büttner und dem eingewechselten Fabio Erhard voraus, Profiteur war Michael Witchen. "Wir haben insgesamt zu viele Geschenke verteilt", so das Fazit von Scheuring.
Münnerstadt: Büttner - Müller (75. Erhard), Weber, Köhler, D. Mangold - Markert, Schmitt, S. Halupczok, J. Schmittzeh - May (62. Kheder), Coprak (68. L. Schmittzeh).

SV/DJK Unterspiesheim - SV Riedenberg 2:1 (1:1). Tore: 1:0 Andreas Brendler (23.), 1:1 James Galloway (32.), 2:1 Christoph Pickel (76., Foulelfmeter).
Mit leeren Händen traten auch die Grün-Weißen die Heimreise an, wobei die Niederlage laut Co-Trainer Stefan Dorn mehrere Gründe hatte. So konnte die Klug-Elf nicht an die Leistung der Vorwoche anknüpfen. "Das Fehlen unserer linken Achse mit Dominik Fröhlich und Max Schultheiss konnte nur unzureichend kompensiert werden und war ein schweres Handicap", so Dorn. Was den Rhönern ebenfalls zu schaffen machte, war die aggressive Gangart der Heimelf, die tief stand und mit langen Schlägen ihr Heil im Angriff suchte. Der Führungstreffer resultierte allerdings aus einer Standardsituation. "Altmeister" Andreas Brendler setzte einen Freistoßball direkt in die Maschen. Angetrieben vom starken Thomas Vorndran schlugen die SVler schnell zurück, als auch James Galloway zeigte, dass er Freistöße sicher unterzubringen weiß. Danach entwickelte sich eine von vielen Ruppigkeiten geprägte Partie. Nachdem der eingewechselte Nicolas Krapf mit einem Schuss und Galloway mit einem Kopfball das 1:2 verpassten, fiel die Entscheidung durch einen Strafstoß. "Dieser war mehr als zweifelhaft, denn im vorausgegangenen Laufduell wurde zunächst James Galloway gefoult", so Dorn. Als Galloway dann zulangte, deutete Schiedsrichter Marco Föller (Burglauer) auf den Punkt. Den folgenden Rückstand versuchten die Gäste zwar mit aller Macht zu egalisieren, doch ein zweiter Treffer in in "einem insgesamt nicht guten Spiel" (Dorn) wollte einfach nicht gelingen.
Riedenberg: Fl. Dorn - Klug, Vorndran, Ch. Dorn, Spahn - S. Hergenröder (62. Krapf), B. Carton, Galloway, Schäfer (62. Barthelmes) - Wich, Ph. Dorn.


Außerdem spielte
n
TSV Gochsheim - FC Strahlungen 3:1 (2:0). Tore: 1:0 Mario Ketterl (9.), 2:0 Robert Bauer (22.), 2:1 Marco Nöth (72., Foulelfmeter), 3:1 Nico Kummer (86.).
FC Gerolzhofen - SV-DJK Oberschwarzach 0:1 (0:1). Tor: 0:1 Andreas Bauer (12.). Gelb-Rot: Daniel Klein (75.), Jonas Göbel (83., beide Gerolzhofen).
FC Geesdorf - SV Euerbach/Kützberg 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Mohamed Remaithi (53.). Gelb-Rot: Lucian Murgoci (29.), Michael Kraus (84.), Thomas Heinisch (90.). Rot: Kevin Frazier (90. + 4, alle Euerbach).
TSV Forst - DJK Dampfach 5:2 (1:2). Tore: 1:0 Julian Östreicher (2.), 1:1 Michael Bock (11.), 1:2 Patrick Winter (36.), 2:2 Marcel Hartmann (72.), 3:2, 4:2, 5:2 Mohamed Hamdoun (84., 86., 90. + 3/Elfmeter).





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.