Die neue Taktik des TSV Großbardorf geht voll auf

Die Grabfeld-Gallier beeindrucken bei ihrem 2:0-Sieg sogar den Ammerthaler Trainer.
Die letzte Hürde des Jahres ist übersprungen: Dominik Zehe lässt sich vom Ammerthaler Florian Danner (links) nicht stoppen und macht sich auf den Weg zum 2:0 für den TSV Großbardorf. Foto: Anand Anders
 
TSV Großbardorf - DJK Ammerthal 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Manuel Orf (19.), 2:0 Dominik Zehe (90. + 3).

"Das war heute vor der Pause die wohl beste Halbzeit der bisherigen Saison." Diese Aussage von PR-Manager Andreas Lampert zu Beginn der Pressekonferenz charakterisiert, welch starke Vorstellung der TSV Großbardorf in seinem letzten Spiel im Jahr 2016 gegen die vorher neun Mal unbesiegte Mannschaft der DJK Ammerthal geboten hatte.

Die wieder nur 220 Zuschauer ("Die Partie hätte sicher 500 oder mehr verdient", so Großbardorfs Bürgermeister Josef Demar) quittierten die Glanzleistung der Hausherren nach dem Pausenpfiff mit lang anhaltendem Beifall, was für Großbardorf ziemlich ungewöhnlich ist. Aber die Ovationen hatten die Mannen von Trainer Dominik Schönhöfer auch redlich verdient. Von der ersten Sekunde an gingen die Platzherren ein unheimlich hohes Tempo, zeigten Spielzüge vom Allerfeinsten, meist vorgetragen über die Außen André Rieß und Björn Schönwiesner, und stürzten so die Defensivabteilung der Oberpfälzer von einer Verlegenheit in die nächste.

Der Coach der Bardorfer ließ mit einer Dreierkette spielen und zog dafür Lennart Seufert ins Mittelfeld vor. "Damit wollten wir noch mehr und weiter vorne pressen", begründete Schönhöfer seine neue Taktik, die voll aufging. Denn immer wieder eroberten seine Schützlinge das Spielgerät, um sich nach gescheiten Ballstafetten klasse Chancen herauszuspielen. "Uns war im Vorfeld schon bewusst, welche Qualität der Gastgeber hat. Großbardorf war heute der stärkste Gegner in den neun Spielen, in denen ich Trainer der DJK bin. Der TSV hat bewiesen, dass er eine echte Spitzenelf darstellt", zeigte sich auch Gästetrainer Jürgen Press fasziniert von den Bardorfern. Doch dann zeigte sich das große Manko der Grabfelder in dieser Partie: Man brachte das Leder einfach nicht über die Linie des vom ausgezeichneten Marcel Schumacher gehüteten Tores der Gäste. Egal ob Shaban Rugovaj, Björn Schönwiesner, Dominik Zehe oder Lennart Seufert, alle scheiterten am DJK-Keeper, der von beiden Trainern Komplimente bekam. Nur einmal war er machtlos, als nach einer Zehe-Ecke der aufgerückte Innenverteidiger Manuel Orf hochstieg und unhaltbar einköpfte.


Veränderter Spielverlauf

Zunächst änderte sich nach dem Wiederanpfiff wenig. Denn wieder hatten die Hausherren die ersten tollen Möglichkeiten, vergaben sie aber. Aber ab der 60. Minute änderte sich das Spielgeschehen, da die Beine beim Gastgeber in Anbetracht des vorgelegten hohen Tempos verständlicherweise schwer wurden. Der Gast drückte dem Spiel seinen Stempel auf. "So eine Partie endet oft unentschieden", meinte Press. Doch dazu kam es nicht. Denn TSV-Schlussmann Christian Dietz lenkte bei der einzigen klaren Chance der Gäste einen Kopfball von Maximilian Zischler bravourös über die Querlatte. Und es kam sogar noch besser: Nach einer eigenen Balleroberung lief Dominik Zehe allein auf Schumacher zu und netzte überlegt zum 2:0 ein. Danach der Schlusspfiff und der TSV-Coach konnte beruhigt aufatmen. "Unser Sieg war mehr als verdient. Wir haben das Match unnötigerweise spannend gemacht, da wir einfach den Ball nicht reingebracht haben", bilanzierte Lennart Seufert.
Großbardorf: Dietz - Zang, Orf, Kanz - Kirchner, Seufert - Rieß (89. Breunig), Zehe, Schönwiesner - Rugovaj (62. Reith), Leicht (80. Ganz).

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