Fussball Regionalliga

Die Schnüdel starten mit einem Flutlichtspiel

Gerd Klaus hat aus neuen Spielern mit viel Geduld eine Mannschaft geformt.
 
FC 05 Schweinfurt - Wacker Burghausen (Freitag, 19 Uhr)
Der Chef hatte einen Wunsch: Platz 1 bis 5. Da wollte Vorsitzender Markus Wolf den FC 05 Schweinfurt (9./30) am Ende der Regionalliga-Saison sehen. Sein oberster Angestellter, Trainer Gerd Klaus, relativierte zunächst, sagt nun aber: "Das Ziel wollen wir jetzt verfolgen." Platz vier oder fünf hält er dabei für absolut realistisch, denn: "Die Einheit, die wir vor der Winterpause geworden sind, konnten wir noch intensivieren. Wir haben bewusst viele Testspiele gemacht, die messbaren Ergebnisse waren positiv. Und personell habe ich künftig wirklich die Qual der Wahl."

Woher kommt das neue, mit einer gewissen Lässigkeit zur Schau gestellte Selbstbewusstsein der Grün-Weißen vor dem Flutlicht-Spiel gegen Wacker Burghausen (7./32)? Klar, drei Siege am Stück vor der Pause, dazu eine steil nach oben zeigende Formkurve. Doch da ist im Hintergrund noch mehr, wie Klaus verrät: "Die ganzen Abläufe auf dem Feld haben am Anfang nicht gepasst, doch das Hauptproblem war, eine Mannschaft zu formen. Es gab plötzlich acht, neun Profis, der Rest war weiter Amateur. Das war auch eine Frage des Neides. Das in den Griff zu bekommen, hat länger gedauert als gedacht."


Alternative im Hinterkopf

Ein Umstand, der Gerd Klaus nun auch ein bisschen bremste in der nochmaligen Weiterentwicklung des Kaders. Spieltaktisch hatte der Trainer einiges vor, "unter anderem wollte ich auf modernes System mit Dreierkette umbauen. Aber ich habe bei den ersten Versuchen gemerkt: Wir sind gerade erst zusammengewachsen, da konnte ich nicht schon wieder etwas Neues oben drauf setzen." Ganz ad acta gelegt sei diese Variante freilich nicht. "Wir haben es einstudiert, um es im Hinterkopf zu haben. Falls wir einmal hinten liegen sollten, hätten wir eine Alternative." Eine Alternative zum flexibel interpretierbaren 4-4-2, das gerne auch als Raute im 4-1-3-2 interpretiert wird. Wo die defensive Sechs eben deutlicher zum Tragen kommt - und wo der Trainer reichlich Alternativen hat. Schlechteste Karten hat zunächst Kevin Fery, der krankheitsbedingt länger außer Gefecht gesetzt war. Herbert Paul ist ein neuer Kandidat, das haben die Testspiele ergeben. Top-Favorit auf die zentrale Position im Spielaufbau ist jedoch Christopher Kracun ("er hat eine überragende Hinrunde gespielt").

Direkt dahinter balgen sich zwar fünf, sechs Spieler um einen Platz in der Viererkette, doch kristallisiert sich das Innerverteidiger-Pärchen Billick/Bechmann heraus, flankiert von Philip Messingschlager (rechts) und Marco Janz (links). Apropos Flanken: Noch mehr als das Sturmduo Jabiri/Görtler ist die Mittelfeldreihe gesetzt - Steffen Krautschneider (links) und Marius Willsch (rechts) sind Institutionen. Und zentral hat sich (als Solist oder im Falle nur einer Spitze im Duett) einer ganz besonders in den Fokus gespielt: Nikola Jelisic. "In der aktuellen Verfassung ist er aus der Mannschaft nicht wegzudenken", sagt Klaus über den offensivstarken Mittelfeldspieler, der für Regionalligaverhältnisse ein hohes Maß der Gabe hat, ein Spiel auch lesen zu können.


Mehr Chancen für Lukas Illig

Er ist aber nicht der einzige Gewinner. Während der spielfreien Zeit haben sich, so der Coach, Pedro Güthermann, Johannes Golla, Andreas Bauer und nicht zuletzt Messingschlager empfohlen. Aus der U23 hat Defensivspieler Lukas Illig aus Aura an der Saale gute Karten, zu mehr Einsatzzeit zu kommen. "Wenn wir die 40-Punkte-Marke erreicht haben, soll er auch die Chance erhalten, mal zwei oder drei Spiele machen zu können", so Klaus. Verteidiger Steffen Behr hätte die auch, doch abgesehen von seinen Fehlzeiten wegen Polizeidienstes hatten ihn zuletzt Hüftprobleme und eine Grippe zurückgeworfen. Für Stürmer Christoph Schmidt scheint der Weg trotz der ordentlichen Ansätze in den Tests zu weit ("er kommt an unseren Stammspielern nicht vorbei"). Ein Umstand, mit dem sich auch Angreifer Marino Müller herumplagen muss, für den vermutlich weiter nur die Rolle des Edel-Reservisten bleibt.

Völlig offen scheint die Torhüterfrage. Julian Schneider und David Paulus liegen nach der Vorbereitung auf Augenhöhe. Klaus: "Ich muss mich da noch einmal mit Torwarttrainer Nobby Kleider absprechen, weil beide so eng beieinander sind." Sollte dieses Gespräch keine hundertprozentige Klarheit schaffen, hält der Trainer auch die Variante für denkbar, beide zunächst je zweimal ranzulassen, und anschließend den zu bevorzugen, der im Wettkampf den besseren Eindruck hinterlassen hat.

zum Thema "1. FC Schweinfurt"

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