Die Gallier gehen in die Knie

Nach dem 0:0 bei der SpVgg Bayern Hof steht der TSV Großbardorf am Ende einer starken Runde mit leeren Händen da.
Schlusspfiff auf der Grünen Au: Das 0:0 bei der SpVgg Bayern Hof war für die Grabfeld-Gallier zu wenig, um Meister der Bayernliga Nord zu werden. Den Großbardorfer Trainer Dominik Schönhöfer (rechts) zwingt der Moment der Enttäuschung in die Knie.  Foto: Anand Anders
 
SpVgg Bayern Hof - TSV Großbardorf 0:0.
Es hat nicht sollen sein. Am Samstag um 15.47 Uhr war es Gewissheit: Der Traum des TSV Großbardorf von der Regionalliga Bayern ist ausgeträumt. Das Team von Trainer Dominik Schönhöfer erreichte zum Saisonausklang der Bayernliga Nord vor der imposanten Kulisse von 2490 Zuschauern bei der SpVgg Bayern Hof ein torloses Remis. Zu wenig: Bei einem Sieg hätten die Grabfeld-Gallier als Meister den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse geschafft - jetzt bleibt nur der undankbare vierte Platz. Des einen Leid, des anderen Freud: Das 0:0 eröffnet dagegen Bayern Hof als Drittem die Aufstiegschance über die Relegation - Vizemeister Eichstätt hatte keine Lizenz für die Regionalliga beantragt.

Trotz der Enttäuschung zeigte sich Schönhöfer nach Abpfiff des äußerst souveränen Zweitliga-Schiedsrichters Benjamin Cortus als fairer Sportsmann. "Kompliment an Hof und Glückwunsch zum Erreichen der Relegation. Der Klub hat es sich verdient." Das Gleiche indes gilt für die Grabfelder. Sie spielten eine außergewöhnlich gute Runde, der nur die absolute Krönung fehlte. "Es ist bitter für die Jungs, dass sie nach dieser super Saison mit leeren Händen dastehen", zeigte Andreas Lampert von der sportlichen Leitung Mitgefühl für die Spieler im grünen Trikot, die unmittelbar nach dem Schlusspfiff zu Boden sanken, einige Minuten mit leerem Blick auf dem Rasen lagen und nicht ansprechbar waren. Viele schossen Tränen der Enttäuschung in die Augen.
Auch Schönhöfer konnte zunächst seine Enttäuschung nicht verhehlen, lobte aber wenig später seine Akteure. "Sie haben eine überragende Saison gespielt und Außergewöhnliches geleistet. Deshalb ist ihre Traurigkeit nur allzu verständlich. Besonders der tolle Zusammenhalt ist nicht alltäglich. Alle waren mit Herzblut dabei. Dank deshalb an die Mannschaft und den Verein, dass ich Trainer dieser Truppe sein durfte." Auch Mannschaftskapitän Manuel Leicht war enttäuscht, strich aber das Positive über die ganze Runde heraus. "Es ist mehr als bitter, dass heute nur ein einziges Tor gefehlt hat. In einigen Tagen werden wir aber alle sagen: Wir können stolz auf uns sein, obwohl es nicht geklappt hat." Vorsitzender Klaus Lemmer wirft den Blick schon nach vorne. "Wir tragen das mit sportlicher Fairness. Aber ich kann sagen: Der TSV gibt nicht auf. Auf ein Neues in der Saison 2016/17."

Zu Beginn der Partie besaß hatte der Gastgeber ein Übergewicht und durch Eduard Root (5./Torhüter Marcel Wehr zeigte sich, wie noch mehrmals, hellwach) und durch Martin Holek (Kopfball übers Tor) Chancen. Danach wurde das Match auf der gut gefüllten Grünen Au, darunter knapp 200 Anhänger des TSV Großbardorf, ausgeglichen. Die Gäste besaßen nach neun Minuten die Riesenchance zur Führung: Nach einem Steilpass von Benjamin Freund auf Björn Schönwiesner steuerte der Reiterswiesener allein auf Keeper Jiri Bertelman zu, der aber den Schuss ins Eck entschärfte. Eine Glanztat von Wehr bewahrte den TSV nach einer halben Stunde vor dem Rückstand: Urplötzlich tauchte Florian Thierauf frei vor ihm auf, aber Wehr rettete bravourös.
In der zweiten Halbzeit besaß der Gastgeber bis in die Schlussphase die besseren Möglichkeiten. Wehr war bei einem Rupprecht-Schuss zur Stelle und rettete gegen den allein vor ihm auftauchenden Maximilian Krauß, dem auffälligsten Hofer Akteur. In der Schlussphase hatte der Gast die Möglichkeit auf das goldene Tor. Mehrere Male brannte es lichterloh im Strafraum der Hausherren. Letztlich sollte es nicht sein. Hofs Trainer Miloslav Janovsky räumte hinterher ein, dass er bis zur letzten Sekunde geschwitzt habe.
"Es war ein hervorragendes und dramatisches Spiel vor dieser unglaublichen Kulisse, in dem beide Mannschaften alles reingehauen haben und gut mit dem Druck umgegangen sind. Heute war jedes Ergebnis möglich. Schade, dass wir in der Schlussphase nicht getroffen haben. Aber das Unentschieden ist gerecht", sagte Schönhöfer bei der Pressekonferenz im VIP-Raum des Stadions und erntete dafür großen Beifall.
Großbardorf: Wehr - Zang, Orf, Kirchner, Freund - Piecha, Zehe - Kornagel (68. Rugovaj), Schönwiesner - Rieß (85. Ganz), Leicht (75. Etzel).

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