Der Pott geht auf den Kohlenberg

Der FC Fuchsstadt gewinnt das Rhöner Toto-Pokal-Finale beim SV Rödelmaier.
Der FC Fuchsstadt ist Toto-Pokal-Sieger im Kreis Rhön. Unser Bild zeigt (hinten, von links) Kreisspielleiter Michael Ritter, Dieter Schaupp, Achim Schaupp, Timo Wehner, Patrick Stöth, Johannes Feser, Florian Thurn, Moritz Wahler, Andreas Graup, Marcel Plehn, Trainer Dirk Züchner, Karl-Heinz Pfülb, Markus Winterstein (Jugendgruppen-Spielleiter BFV), Kreisvorsitzender Rainer Lochmüller, Manfred Riedl (Bezirksstellenleiter Schweinfurt Lotto Bayern), Dustin Höppner sowie (vorne) Frank Fella, Lukas Lieb, Simon Bolz, Marc Rösler, Tobias Bold, Fabian Tretter und Nikolai Wolf.  Foto: Anand Anders
 
SV Rödelmaier - FC Fuchsstadt 1:2 (0:1). Tore: 0:1 Fabian Tretter (6.), 0:2 Marcel Plehn (49.), 1:2 Alexander Pretscher (84.).
Ganz am Ende fehlten nur Zentimeter. Zentimeter zum Ausgleich und zum Elfmeterschießen. Es lief bereits die Nachspielzeit des Toto-Pokal-Endspiels im Kreis Rhön zwischen dem SV Rödelmaier und dem FC Fuchsstadt, als der Ball Michael Schultheis auf den Fuß fiel. Der stand mit dem Rücken zum Tor, drehte sich rasch halb um die eigene Achse und löffelte den Ball in Richtung FC-Tor. Beinahe wäre der Ball zum Ausgleich eingeschlagen, rechts oben im Winkel. Aber es fehlten halt ein paar Zentimeter, es blieb beim 2:1-(1:0)-Sieg des FC Fuchsstadt.
Die Kicker vom Kohlenberg erhielten von Manfred Riedl, dem Bezirksstellenleiter Schweinfurt des Wettbewerbssponsors Lotto Bayern, einen Scheck in Höhe von 700 Euro. Vom Bayerischen Fußball-Verband gab es Medaillen. "Meine letzte Medaille habe ich in der E-Jugend gewonnen", scherzte FCF-Kapitän Nikolai Wolf mit seinen Mitspielern. Obendrein hat sich der Klub für die erste Hauptrunde des Toto-Pokals auf Verbandsebene qualifiziert, in der zu Beginn der kommenden Saison ein Heimspiel gegen einen unterfränkischen Top-Klub garantiert ist. Die Spieler des Verlierers SV Rödelmaier wussten mit ihren BFV-Medaillen weniger anzufangen, versüßt wurde ihnen der Vatertag aber mit der Antrittsprämie für den Finaleinzug: immerhin 300 Euro.

Die 150 Zuschauer am Storchsberg mussten nicht lange auf das erste Tor warten. Eine Freistoßflanke von Simon Bolz veredelte Fabian Tretter zum 1:0 für Fuchsstadt (6.). Ein Start nach Maß für den Zweiten der Bezirksliga Ost, während Rödelmaiers Matchplan früh über den Haufen geworfen war. Werner Feder hatte seine etatmäßigen Angreifer Alexander Pretscher und Marcel Gernert erst einmal draußen gelassen und wollte abwarten, was der Gegner anzubieten hatte. "Das 0:1 hat weh getan", ärgerte er sich.

Fuchsstadt kontrollierte anschließend Ball und Gegner, strahlte dabei aber stets Torgefahr aus. Egal, was Werner Feder seinen Mannen in der Halbzeit gesagt hatte, es war vier Minuten nach Wiederbeginn Makulatur. Erneut nach Freistoß von Bolz köpfte Marcel Plehn zum 0:2 ein. Rödelmaier reklamierte vergeblich, hatte aber in Andreas Graup einen Fürsprecher. Der sagte nach dem Abpfiff: "Es war Abseits und Foul am Rödelmaierer Torwart." Bei den SVR-Kickern schwand, so schien es, die Hoffnung auf den Sieg. Auch die Fuchsstädter wähnten sich schon auf dem Siegerfoto, gerieten in den letzten zehn Minuten aber noch einmal in Bedrängnis. Der Anschlusstreffer von Alexander Pretscher läutete eine heiße Schlussphase ein, die dem SVR beinahe noch das Elfmeterschießen beschert hätte. "Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht", sagte Fuchsstadts Trainer Dirk Züchner. Seine Laune konnte das aber nicht vermiesen: "Wir wollten gewinnen. Und das haben wir geschafft."
Rödelmaier: Werner - Buhse, Englert, Dziemballa, Schultheis - Kneuer, Koob, Schmitt, Hofgesang - Schmidt, Jäger. Rückwechselspieler: Gernert, Popp, Pretscher.
Fuchsstadt: Rösler - Lieb, Thurn, Plehn, Bolz - Graup, Wolf, Bold - Höppner, Feser - Tretter. Rückwechselspieler: Wahler.

Es war ein klein wenig wie beim Super Bowl der American Footballer. Die Halbzeitshow erfreute sich beinahe größerer Aufmerksamkeit als das Spiel, die eigentliche Hauptattraktion. Während sich die Fußballer des SV Rödelmaier und des FC Fuchsstadt in der Halbzeit des Toto-Pokal-Endspiels im Kreis Rhön frisch machten, zog Nina Seidler, die Tochter von SVR-Pressewart Mike Seidler, die Paarungen der ersten Runde der Kreisliga-Relegation. Das Ergebnis vorneweg: Am Donnerstag, 26. Mai, trifft der Zweite der Kreisklasse 2 auf den Zwölften der Kreisliga und der Zweite der Kreisklasse 3 auf den Elften der Kreisliga. Dem Zweiten der Kreisklasse 1 zog Nina Seidler das Freilos.

Mehr wurde nicht bekannt. Zum weiteren Vorgehen, das sich nach seinen Worten nach den Vorgaben des Verbandsspielausschusses richtet, wollte sich Kreisspielleiter Michael Ritter trotz mehrmaliger Nachfrage nicht einlassen. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist noch nicht klar, ob zwei oder drei freie Plätze ausgespielt werden können. Davon hängt jedoch der Modus ab, wie es nach der ersten Runde weitergeht. "Ich sage das erst, wenn ich weiß, wie viele Plätze zu vergeben sind", beharrte Ritter. Die Kernfragen hierbei lauten: Steigt Rödelmaier ab? Schafft der Kreisligazweite den Aufstieg? Der zweite Grund für Ritters Zurückhaltung ist ein unschöner: Der Bad Kissinger hat eine E-Mail geschickt bekommen, in der ihm angedroht wurde, wegen der Abstiegs- und Relegationsregelung beim Verband und vor einem Zivilgericht gegen sie zu klagen. Welchem Verein der Verfasser der E-Mail zuzuordnen ist, weiß Ritter nicht. Dennoch: "Das geht natürlich nicht spurlos an mir vorbei."
Für die Relegation um Plätze in der Kreisklasse kündigte er an, dass wie in den Vorjahren gespielt wird: also Relegant Kreisklasse 1 gegen Vizemeister A-Klasse 1 und so weiter. Außerdem wurde bekannt, dass sich die DJK Mühlbach, die eine Spielgemeinschaft mit der DJK Salz bilden wird, am Saisonende aus der A-Klasse 3 zurückzieht. Sie wird in der Abschlusstabelle auf den letzten Platz gesetzt, die Zahl der sportlichen Absteiger reduziert sich um einen. Der TSV Rannungen II wird nicht an der Relegation der B-Klassen-Zweiten um den Aufstieg in die A-Klasse teilnehmen. Nichts Neues gibt es zu dem Thema, was die angekündigte Spielgemeinschaft der Kreisklassisten TSV Unsleben und RSV Wollbach für die Kreisklasse 3 bedeutet.







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