Der Luxus des FC 06 Bad Kissingen

Thomas Lutz setzt wieder auf Rotation - weil er es sich erlauben kann. Für Ramsthal könnte die Partie gegen die FTS wegweisend für den Saisonverlauf sein.
Den Gegner beeindrucken, das will Marcel Schmitt (links) mit dem SV Ramsthal im so wichtigen Spiel gegen Schweinfurts Freie Turner. Nach dem 3:0-Sieg gegen Unterspiesheim darf derweil Niklas Markart (rechts) mit dem TSV Münnerstadt weitaus entspannter nach Krum fahren. Foto: Hopf
 
von STEPHAN PENQUITT
FC 06 Bad Kissingen - TSV/DJK Wiesentheid (Samstag, 16 Uhr)
Tabellenführer FC 06 Bad Kissingen (1./28) erledigte auch die schwere Aufgabe in Riedenberg (4:2) erfolgreich und scheint stark genug, um auf Dauer in der Bezirksliga ganz vorne mitzumischen. Ein weiteres Mosaiksteinchen dafür wäre ein Heimdreier über den TSV/DJK Wiesentheid (10./14), der sich jüngst durch einen fulminanten 5:0-Erfolg über Schlusslicht Ramsthal etwas Luft nach hinten verschaffte. 06-Trainer Thomas Lutz erwartet indes eine ganz andere Partie als die zuletzt erfolgreich ausgefochtenen Derbys in Ramsthal und Riedenberg: "Da ging viel über Zweikämpfe. Wiesentheid steht eher für einen gepflegten Ball, dennoch wollen wir das Match über 90 Minuten bestimmen." Dies gelang den 06ern in Riedenberg nicht immer, denn der Gegner erwies sich trotz Rückstand und Unterzahl als zäh. "Es wäre auch für Riedenberg möglich gewesen zu punkten. Sie haben die Flucht nach vorne angetreten, tolle Moral gezeigt und sind eine Truppe, die nie aufgibt. Insgesamt war es ein schnelles und qualitativ ordentliches Spiel mit hoher Aggressivität, ohne dass eine der beiden Mannschaften unfair agierte." Für das Wiesentheid-Spiel meldet Lutz "alle Mann an Bord", weshalb wieder rotiert wird. Mario Wirth, Julian Hüfner und Philipp Greubel rücken in die Startelf. "Ich denke, sie passen sehr gut zu diesem Spiel und Gegner. Unser Kader ist vom Leistungsniveau her sehr eng beieinander. Wir haben keine erste Elf", erklärt der FC-Dompteur.

SV Ramsthal - FT Schweinfurt (Sonntag, 15 Uhr)
Tristesse herrschte im Lager des SV Ramsthal (16./3) nach der 0:5-Packung in Wiesentheid. Ein Spiel in das man so große Hoffnungen gesetzt hatte angesichts der guten Leistung zuvor gegen Spitzenreiter Bad Kissingen (2:3). "Mir ist es ein Rätsel, warum wir auswärts nicht an die Leistungen von zuhause anknüpfen können. Anfangs war die Partie ausgeglichen, doch mit dem Gegentor wurde Wiesentheid immer stärker und hat vor allem sehr gut gekontert", musste SV-Coach Nico Schell die Überlegenheit des Gegners anerkennen. Gegen die FT Schweinfurt (14./9) haben die Romsler abermals eine Möglichkeit, in der Tabelle Boden gutzumachen. Noch ist die Konkurrenz nicht aussichtslos davongezogen. "Klar, wenn wir sie schlagen, sind wir bis auf drei Punkte dran an die Turner. Nur muss man die Punkte halt auch holen", weiß Schell, dass eine weitere Heimniederlage einen herben Rückschlag auf etwaige Klassenerhalts-Absichten bedeuten würde. Die Glanzzeiten der einst ruhmreichen FT Schweinfurt, die über Jahre fester Bestandteil der Landesliga war, sind lange vorbei. Das Team von Norbert Barth kämpft nach dem Abstieg aus der Landesliga ums Überleben in der Bezirksliga. Nico Schell schätzt die Mannschaft als eher konterstark ein, merkt aber an: "Wir müssen immer versuchen an unser Limit zu kommen, nur dann können wir in der Liga Zählbares erreichen. Und ich möchte lieber Taten sehen als zu viele Worte verlieren."

FSV Krum - TSV Münnerstadt (Sonntag, 15 Uhr)
Schwerer, als es der Blick auf die Tabelle vermuten lässt, könnte die Partie des TSV Münnerstadt (4./22) beim FSV Krum (13./10) werden. Zwar steht die Mannschaft von Trainer Tobias Burger derzeit auf dem Abstiegsrelegationsrang, konnte im bisherigen Saisonverlauf jedoch oftmals vor allem spielerisch überzeugen und war einzig beim 0:4 zuhause gegen Favorit Euerbach/Kützberg chancenlos. Auch zuletzt in Strahlungen (1:1) gefiel die Leistung der Krumer, allein mangelhafte Chancenverwertung verhinderte einen dreifachen Punktgewinn. "Dort gilt es eine gute und konzentrierte Leistung abzurufen. Krum ist eine technisch versierte Mannschaft, bei der Abstiegskampf angesagt ist. Das heißt, wir müssen die Zweikämpfe gewinnen", erwartet auch Münnerstadts Trainer Thomas Dietz keinen Spaziergang seiner Truppe. Diese zeigte am vergangenen Wochenende gegen Unterspiesheim eine starke Vorstellung und konnte sich durch den 3:0-Heimerfolg auf Rang vier verbessern. Entsprechend zufrieden war der TSV-Coach mit dem Geleisteten: "Wir haben vor allem in Durchgang eins eine gute Partie gezeigt. Es hätte höher ausgehen können, aber darauf lässt sich aufbauen." Allerdings muss Dietz auf sein etatmäßiges Stürmerpaar verzichten. Simon Snaschel fällt mit einer Zerrung zumindest dieses Match aus, während es bei Julian Göller aufgrund einer Knieverletzung vermutlich abermals länger dauern wird.

SV-DJK Unterspiesheim - SV Riedenberg (Sonntag, 15 Uhr)
Ungeachtet der 2:4-Niederlage gegen den FC 06 sieht Trainer Rüdiger Klug seinen SV Riedenberg (12./12) gerüstet für den weiteren Saisonverlauf und speziell auch für die anstehende Partie beim SV-DJK Unterspiesheim (11./13). "Wir sind seit dreieinhalb Spielen auf einem guten Weg. Wir spielen wuchtig und gegen Bad Kissingen hat uns nur das Quäntchen Glück gefehlt. Die 06-er sind ein Klasseteam, aber wie wir sie gefordert haben, gelingt nicht jedem." Dass es noch Dinge zu verbessern gibt, ist für Klug eine Selbstverständlichkeit: "Wir müssen noch stärker aktiv gegen den Ball arbeiten und nicht zu passiv agieren wie bei den ersten beiden Gegentoren gegen Bad Kissingen. Aber das ist Trainingsarbeit, immer den Ball haben zu wollen. Wenn wir das umsetzen, machen wir einen weiteren Schritt nach vorne." Ein Stück nach vorne möchten die Grün-Weißen konsequenterweise auch in der Tabelle. Und da bietet das Duell in Unterspiesheim beste Gelegenheit. Der Gegner steht einen Punkt und einen Platz besser da, könnte im Erfolgsfall also schon mal überholt werden. Zudem ist bei der furios gestarteten Seger-Elf überdeutlich ein Abwärtstrend zu erkennen bei fünf Niederlagen in Folge. Doch Rüdiger Klug warnt: "Das sind manchmal die gefährlichsten Mannschaften." Gerade in Unterspiesheim heißt dies für seine Mannschaft, die in kompletter Besetzung antritt, ergo wieder mit Florian Dorn in der Kiste, hellwach zu sein. penk





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