Der HSC ist ratlos auf allen Ebenen

Nach der unerwartet hohen Niederlage gegen Groß-Bieberau/Modau befindet sich der HSC Bad Neustadt-Rhön in Abstiegsgefahr.
Die MSG Groß-Bieberau/Modau zeigt dem HSC mit Matthias Grünert (am Ball), wie entschlossen sie den Sieg will. Foto: Anand Anders
 
von PETER BALTHASAR
HSC Bad Neustadt-Rhön - MSG Groß-Bieberau/Modau 25:34 (11:16).
Der HSC befindet sich in Abstiegsgefahr. Das ist die bittere Erkenntnis einer Begegnung, in der die Gastgeber nach der unerwartet deutlichen Niederlage gegen die Odenwälder einen ratlosen Trainer, deprimierte Spieler und vor allem fassungslose Fans erlebten. Letztere, und das ist für solche Situationen ungewöhnlich, sahen sich nicht zu lauten Unmutsäußerungen getrieben, sondern, und das ist für die nahe Zukunft noch gefährlicher, eher zu mitleidigen Kommentaren veranlasst. Der allgemeine Tenor im Foyer lautete: Die Mannschaft braucht wahrscheinlich kurzfristige qualitative Verstärkungen. Dabei ging es vor 422 Zuschauern gegen die Schützlinge von Ralf Ludwig gut los, die Rot-Weißen lagen nach zwei Leskovec-Treffern mit 2:0 in Front. Doch Leskovec konnte das Niveau nicht halten, traf dann nur noch einmal und fiel ansonsten durch Fehlwürfe und technische Fehler auf. Den Unterschied machten auch die Torhüterleistungen aus. Während sich MSG-Keeper Martin Juzbasic zunehmend steigerte, brachten Felix Schmidl und später Fabian Tatzel kaum eine Hand an den Ball, die Statistik wies später je zwei parierte Würfe aus. Die Gäste verdauten den 0:2-Rückstand ohne Probleme, ihr erfahrener Kader, in der lediglich Routinier Benedikt Seeger keinen guten Tag erwischt hatte, glich nicht nur zum 2:2 aus, sondern setzte sich mit drei Tempogegenstößen in Folge zügig auf 2:5 ab.


Viele Fehlpässe und Fangfehler

"Unser Rückzugsverhalten war, obwohl während der Woche intensiv geübt, unbefriedigend", so eine der Erklärungen von HSC-Coach Margots Valkovskis bezüglich des späteren Debakels. Die Hausherren reagierten auf den Rückstand fahrig, leisteten sich Fehlpässe und Fangfehler, Seeger und Schubert sorgten für das 2:7 (9.). Der Rückstand schmolz zwar auf 6:9 nach einem von Jan Wicklein verwandelten Siebenmeter und einem Schlagwurf von Konstantin Singwald, doch die nächsten drei Treffer wurden nach weiteren Ungereimtheiten im HSC-Spiel wieder für den Gast notiert. Wie angekratzt das Nervenkostüm beim Tabellenvorletzten ist, beweisen die zwei von Wicklein noch vor dem Seitenwechsel vergebene Siebenmeter, die der Goalie mit Bärenruhe entschärfte.
Dass im zweiten Durchgang Maxi Schmitt einen Strafwurf per Aufsetzer über den Kasten beförderte, war symptomatisch für den Gesamtauftritt der Saalestädter. Nach zwanzig Minuten beschlich die ersten Zuschauer beim Stand von 8:13 das Gefühl, dass die Partie wohl zugunsten der Südhessen entschieden ist. Bestärkt wurden sie, als Gary Hines mit einem Konter scheiterte. Die Zahl der vergebenen freien Würfe war insgesamt eklatant, die Gesamtstatistik aus Sicht der Einheimischen frustrierend. Technische Fehler: 10-5, Fehlwürfe 10-7.
Die Hoffnung, dass die Gastgeber zur Aufholjagd nach der Pause ansetzen würden, erfüllte sich nicht, der Hattrick von Franziskus Gerr gleich nach Wiederanpfiff wurde jeweils mit einem Gegentreffer des ballsicheren Kontrahenten beantwortet. Nach dem 16:20 durch Gary Hines setzte dann geradezu eine Blockade beim HSC ein, die fahrlässigen Ballverluste bestraften Schubert und der nun zunehmend treffsichere Daniel Zele binnen fünf Minuten zum 16:24. Zu diesem Zeitpunkt haderte MSG-Coach Ralf Ludwig über die Verletzung seines Kreisläufers Lucas Lorenz, "er hatte gerade erst eine längere Knieverletzung auskuriert, ich befürchte, dass es wieder etwas Gravierendes ist." Ludwig konnte es sich angesichts des komfortablen Vorsprungs allerdings leisten, auch den Ersatzkräften Spielpraxis zu verschaffen, so feierte der langzeitverletzte Maik Lebherz sein Saisondebüt.
"Das Problem bei uns ist, dass die Spieler den Kopf nicht frei haben", so Valkovskis, der dringend und schnell eine Veränderung herbeiführen muss. Am kommenden Wochenende steht die Reise nach Dresden an, die Elbflorentiner besiegten Groß-Bieberau/Modau vor acht Tagen in heimischer Halle.

Die HSC-Treffer erzielten: Gary Hines (4), Jan Wicklein (4/1), Franziskus Gerr (4), Konstantin Singwald (3), Vilim Leskovec (3), Maximilian Schmitt (2), Timo Riesenberger (2/1), Matthias Grünert (2), Adam Pal (1).

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