Der FC 05 muss sich mangelhafte Einstellung vorwerfen lassen

Gerd Klaus zeigt es nicht so oft, dass er angefressen ist. In München zeigte er's.
 
FC Bayern München II - FC 05 Schweinfurt 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Milos Pantovic (24.), 2:0 Thorsten Oehrl (54.), 2:1 Steffen Krautschneider (68., Foulelfmeter).
"Das war das erste Mal, dass die Mannschaft nicht die richtige Einstellung gezeigt hat", schimpfte der Trainer des FC 05 nach dem 1:2 (0:1) beim FC Bayern München II. Zu spät waren die Schweinfurter aufgewacht, ein Punkt sollte die Schlussoffensive aber nicht mehr bringen. Das anvisierte erste Tabellendrittel ist mit fünf Punkten Rückstand damit fürs Erste genauso weit weg wie die Relegationsplätze. Und deswegen nahm Klaus auch das Wort "Abstiegskampf" erst solo in den Mund und bekräftigte es ein zweites Mal: "Wir spielen jetzt erst einmal gegen den Abstieg." Dabei warten die Voraussetzungen für die Partie so schlecht ja nicht gewesen: Während die kleinen Bayern mit Lucas Scholl, Ilias Becker und vor allem Regisseur Niklas Dorsch gleich auf drei Stammspieler krankheitsbedingt verzichten mussten, kamen die Schweinfurter mit vollem Personal und breiter Brust durch den jüngsten Sieg gegen Fürth. Doch schnell war klar: Ein Vorteil sollte es nicht sein, denn die Münchner spielten selbstbewusst und ließen den Ball gut laufen.

Die Gäste hielten taktisch zwar ordentlich dagegen und liefen die Räume in der Breite zu. Nur weiter vorn gingen sie nicht entschlossen genug drauf und ließen die Bayern immer wieder aufbauen. Bis sie endlich auch durchkamen: Marco Janz konnte FCB-Flügelflitzer Karl-Heinz Lappe nicht stören, der flankte von rechts und in der Mitte warf sich - unbeaufsichtigt vom Innenverteidiger-Duo Bechmann/Billick - Milos Pantovic per Flugkopfball in den Ball zum 1:0 (24.).

Die Schweinfurter wirkten irritiert, fingen sich erst spät und wirkten beim Versuch, noch vor der Pause zum Ausgleich zu kommen, zu fahrig. Die beste Möglichkeit dazu hatte nach Fery-Flanke Nikola Jelisic, der für den unter der Woche erkrankten Adam Jabiri in die Startelf gerückt war; doch sein Schuss knallte genau auf Torwart Leo Weinkauf (41.). Klaus reagierte, brachte neben Philip Messingschlager (für den gelb-rot-gefährdeten Bechmann) Jabiri (trotz Erkältung) als zweite Spitze. Den Ton gaben aber zunächst weiter die Münchner an. Wieder erfolgreich. Diesmal patzte Keeper David Paulus, dessen unglückliche Abwehraktion bei Thorsten Oehrl landete, der dann auch noch Lukas Billick vernaschte und den zurückgeeilten Paulus mit einem abgezockten Schieber ins Eck zum 2:0 überwand (54.). Doch diesmal brauchte der FC 05 kaum Zeit, sich zu schütteln.

Plötzlich waren die Gäste giftig und vor allem richtig mutig. Mit Resultat: Als Messingschlager gefoult wurde, pfiff Schiedsrichter Jonas Schieder völlig zurecht Elfmeter - und Steffen Krautschneider verlud Weinkauf zum Anschlusstreffer (69.). Auf einmal spielte nur noch Schweinfurt. Und erarbeitete sich auch Gelegenheiten. Jabiri, der zuvor schon im letzten Moment geblockt worden war (62.), kam nach zu kurz abgewehrter Janz-Flanke zum Schuss, doch der Ball rutschte haarscharf vorbei (80.). "Wer weiß, was hier noch möglich gewesen wäre, wenn der reingeht", gab Klaus zu, dass er da sogar noch auf drei Punkte spekuliert hatte. Er wusste aber auch, dass seine Mannschaft maßgeblich selbst für die Nullrunde gesorgt hatte, denn dieser kleine FC Bayern war an diesem Freitagabend tatsächlich schlagbar gewesen.
Schweinfurt: Paulus - Paul, Billick, Bechmann (46. Messingschlager), Janz - Haller - Willsch (63. Güthermann), Fery (46. Jabiri), Jelisic, Krautschneider - Görtler.

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