Dem HSC gehen vor dem Keller-Gipfel die Spieler aus

Bad Neustadt schlägt sich mit gewaltigen Personalproblemen herum, während in Kirchzell Spielertrainer Andreas Kunz ein schweres Erbe angetreten ist.
Ohne den gesperrten Vilim Leskovec wird Konstantin Singwald (links) im Kellerduell beim TV Kirchzell im Rückraum des HSC Bad Neustadt mehr Verantwortung übernehmen müssen. Foto: Anand Anders
 
von PETER BALTHASAR
TV Kirchzell - HSC Bad Neustadt-Rhön (Samstag, 19.30 Uhr)

Die Chancen, dass der HSC Bad Neustadt (15./5:19) die Parzival-Halle in Amorbach als Sieger verlässt, stehen auf dem Papier eigentlich nicht schlecht. Erstens treten die Schützlinge von Margots Valkovskis auswärts an, "wo wir uns derzeit aus unerfindlichen Gründen leichter tun als auf dem Schulberg", zum anderen gehört der TV Kirchzell (16./1:21) zu den Lieblingsgegnern der Rot-Weißen.

In der vergangenen Saison gewannen die Bad Neustädter das Auswärtsmatch mit 30:25, daheim klar mit 32:23. Doch ähnlich wie vor zwei Wochen, als der HSC zum anderen Lieblingsgegner, HSG Rodgau Nieder-Roden, fuhr und prompt gewann, "ist das Schnee von gestern", schränkt der Coach die Erwartungen ein. Denn die Gastgeber haben das Match zum "Strohhalmspiel" ausgerufen, im Kampf gegen den Absturz in die Oberliga will Kirchzell mit dem ersten Saisonsieg das rettende Ufer in Sichtweite und vor allem die Saalestädter in Reichweite halten.

Dass die Odenwälder, die vor zwei Wochen ihren ersten Punktgewinn beim 28:28 gegen den Drittletzten TV Groß-Umstadt feierten, möglicherweise in die Bredouille geraten könnten, war schon vor dem Saisonstart zu erwarten. Der Aderlass des Teams, das in der vergangenen Runde mit Ach und Krach den Klassenerhalt schaffte, war enorm. Leistungsträger wie Keeper Hanno Vöhringer, Kreisläufer Philipp Klimmer und Außen André Göpfert, der sich dem Ligakonkurrenten TV Großwallstadt anschloss, wurden nicht adäquat ersetzt. Zudem verließ mit Gottfried Kunz, der mehr als 20 Jahre als Trainer fungierte, ein Urgestein den Klub. Sein Nachfolger Andreas Kunz, der als Spielertrainer in Doppelfunktion ein schweres Erbe angetreten hat und Siebenmeterexperte der Odenwälder ist, sah sich einem sehr kleinen Häuflein gegenüber, zumal mit Philipp Baier, der eine längere Auslandsreise absolvierte, ein wichtiger Rückraumspieler erst kürzlich heimkehrte.


Selbst ein Bein gestellt

Die Ergebnisse waren ernüchternd, wobei auffällig ist, dass die TVler bei ihren Niederlagen in der ersten Halbzeit fast immer mithielten, dann aber einbrachen. So auch vergangene Woche bei der 23:32-Niederlage in Hannover, als man sich nach dem 14:14-Halbzeitstand durch Undiszipliniertheiten in allen Belangen selbst ein Bein stellte. Dies wollen die Gastgeber im Kellerduell vermeiden, müssen allerdings auf den verletzten Außen Samuel Orlovsky und den erkrankten Kreisläufer Dino Corak verzichten.

Mit Personalproblemen schlägt sich auch Margots Valkovskis herum. Und zwar mit gewaltigen. Vilim Leskovec ist nach der blauen Karte der Vorwoche zumindest für dieses Spiel gesperrt, Jan Wicklein wurde am Knie operiert und wird in der Vorrunde nicht mehr auflaufen. "Es hat keinen Sinn mehr gemacht, länger zu warten", so sein Coach, "Jan ist seit Wochen mit starken Schmerzen aufgelaufen, die Gefahr, dass die Verletzung noch schlimmer wird, war einfach zu groß." Es fehlen also die bislang treffsichersten HSC-Schützen, hinter dem Einsatz von drei weiteren steht ein Fragezeichen. Gary Hines bestritt wegen einer Knieprellung während der ganzen Woche noch keine Übungseinheit, wird aber wohl auflaufen. Ob sich Matthias Grünert das Trikot überstreifen wird, ist unwahrscheinlich, er knickte am Dienstagabend neuerlich um, "jetzt hat er wieder eine Bänderverletzung, allerdings am anderen Fuß". Da Benedikt Kleinhenz immer noch an einer Oberschenkelverletzung nach einem Pferdekuss laboriert, kann auch er, wenn überhaupt, nur dezent eingesetzt werden.

Unter diesen Umständen stellt sich die Mannschaft fast von selbst auf, "ich erwarte jedenfalls einen Kampf auf Biegen und Brechen", so der HSC-Coach, "weil Kirchzell viele junge Spieler in seinen Reihen hat, bei denen von Spiel zu Spiel die Erfahrung wächst." Auf der Gegenseite spricht Kirchzell auch mit großem Respekt vom unterfränkischen Kontrahenten, vor allem der Auswärtssieg der Rot-Weißen in Nieder-Roden hat beeindruckt.

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