Volleyball 2. Bundesliga

Das erste Ausrufezeichen von Kasper Vuorinen

Hammelburgs Männer überraschen mit einem Sieg beim Tabellendritten Delitzsch. Der neue Finne wird zum wertvollsten Spieler gewählt.
Hammelburger Sieger-Selfie nach dem Spiel in Delitzsch.
 
von JÜRGEN SCHMITT
GSVE Delitzsch - TV/DJK Hammelburg 1:3 (23:25, 21:25, 25:19, 16:25).
Schneetreiben und Blitzeis. Sechs Stunden im Bus, der erst gegen 4.30 Uhr in der Früh sein Ziel erreichte. Mit einer übermüdeten Hammelburger Mannschaft. "Zack, und schon waren wir daheim", sagte augenzwinkernd Friedrich Fell. Gut gelaunt, weil der Auftritt beim Tabellendritten ein schier unglaublicher war. Erst ein Heimspiel, gegen Freiburg, hatten die Sachsen in dieser Saison verloren. Jetzt also ein zweites. Gegen Unterfranken, die sensationell gut ins neue Jahr starteten. "Wäre schön, wenn es so weiter geht", sagte am nächsten Tag Tado Karlovic. Wieder mit einer Portion Nüchternheit in der Stimme. Weil der TV/DJK-Coach natürlich weiß, dass das Ringen um den Ligaverbleib weiter geht. Weil die Saison noch lang ist. Und weil die unmittelbare Konkurrenz auch an diesem Spieltag punktete: Leipzig in Mainz, Stuttgart in Grafing. Immerhin sprangen die Saalestädter auf einen Nichtabstiegsplatz. Gut für den Kopf.


Die Sicherheit ist zurück

Vor 200 Zuschauern hatten die Hammelburger gut ins Match gefunden. Hatten 9:5 geführt und den Vorsprung lange gehalten, ehe die Sachsen zum 19:19 ausglichen. "Auf diesem Niveau ging es dann weiter", berichtete Karlovic, dessen Team beim 24:20 Satzbälle hatte, beim 24:23 wieder zitterte, ehe Branko Damjanovic den Satz eintütete. Auf einmal war sie wieder da, die Sicherheit im und die Lust am Spiel, die den TV/DJK in der Premieren-Saison auf den dritten Platz gespült hatte. "Der Satzgewinn hat uns beflügelt. Unser Spiel war richtig flüssig", sagt Karlovic. Der schnell herausgespielte Vorsprung wurde konstant gehalten, womit den Gästen bereits ein Punkt sicher war. Aber da gibt es ja diese zehnminütige Pause nach zwei gespielten Sätzen, die schon so oft mehr dem Gegner nutzte.

Auch diesmal. Jetzt zeigte Delitzsch seine Stärken, mit mannschaftlicher Geschlossenheit und individueller Qualität. "Die haben unglaublich gut gespielt. Beim 20:18 waren wir zwar dran, aber dann hat uns Delitzsch wieder den Schneid abgekauft", so Karlovic. Die Geschichte sollte sich wiederholen. Nur in anderen Trikots. Denn in Satz vier waren es die TV/DJK-Jungs, die beinahe überirdisch den Ball behandelten. "Wir wussten, dass der Gegner auf diesem Niveau nicht weiterspielen konnte. Und so war es auch", sagte Karlovic, dessen Truppe sich vor allem in der Abwehr steigerte mit entscheidenden Aktionen von Michi Schottdorf, Lukas Spachmann und Lorenz Karlitzek.


Eine Klasse für sich

Früh schmiss Delitzsch das Handtuch gegen entfesselt aufspielende Hammelburger, bei denen Kasper Vuorinen bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz gleich zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt wurde. Ganz bescheiden gab sich der Finne hernach. "Ich freue mich vor allem, dass wir drei Punkte holen konnten. Das war einen klasse Vorstellung der gesamten Mannschaft", sagte der 32-Jährige. Weitaus euphorischer äußerte sich Co-Trainer Frank Jansen. "Es macht einfach Spaß, Kasper beim Zuspiel zuzusehen. Da waren Bälle dabei, da konnte man nur mit der Zunge schnalzen. Kasper ist ein Leader. Einer, der sein Team puscht, egal ob es läuft oder nicht, das brauchen wir. Im vierten Satz haben wir einfach nur gerockt." Den Neuen quasi ins kalte Wasser zu schmeißen, war eine bewusste Entscheidung des Trainerteams. "Mit seiner Erfahrung kann er Ruhe und Emotion genau dosieren. Er fühlt die Schwingung für das Spiel und kann das Spiel seiner Kollegen sehr schnell antizipieren. Daher stimmt das Timing", so Karlovic. Das beste Publikum der Liga darf sich auf einen echten Kracher freuen. Aber erst am 21. Januar zum Heimspiel gegen Grafing. Vorher geht es nach Freiburg, zur Affenbande aus dem Breisgau.

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