Motorsport

Das Gebetbuch wird im Renntempo gelesen

Der AMSC Hammelburg veranstaltet am Samstag, 6. Mai, die "5. ADAC Toyo Tires Rallye Fränkisches Weinland". 85 Teams gehen an den Start.
Für den AMSC Hammelburg greift der Trimberger Sven Hochwimmer ans Lenkrad seines Opel Astra GSI 16V - diesmal mit Startnummer zwölf. Der Organisationsleiter der Veranstaltung startet mit Marco Hartung (Schlitz) auf dem Beifahrersitz. Foto: Karlheinz Franz
 
von KARLHEINZ FRANZ
Ein "volles Haus" vermeldet der AMSC Hammelburg als Ausrichter der "5. ADAC Toyo Tires Rallye Fränkisches Weinland". 85 Rallye-Piloten gehen bei der traditionellen Veranstaltung an den Start. 24 weitere Interessenten konnten wegen des limitierten Starterfeldes nicht mehr berücksichtigt werden. Mit dabei ist so ziemlich alles, was im nationalen und regionalen Rallyesport Rang und Namen hat. Die Reihe der Favoriten ist lang und damit die Spannung groß, wer am Samstag als Gesamtsieger die Schwedenberghalle in Elfershausen verlassen wird. Entschieden wird die Veranstaltung auf den sechs Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 31 Kilometern.
Erneut hat das Organisationsteam um Sven und Gerhard Hochwimmer den Reifenhersteller Toyo Tires als Hauptsponsor gewinnen können. Unter der Federführung der Beiden haben ein kleiner Mitarbeiterstab und die AMSC-Vorstandschaft in den zurückliegenden sechs Monaten jede Menge Engagement entwickelt, um den Rallye-Fahrern und -Fans eine gute Veranstaltung zu bieten. Bei lediglich 110 Kilometern Gesamtstreckenlänge ist die Rallye an Kompaktheit nicht zu überbieten. Knapp 200 Helfer des AMSC und befreundeter Clubs sowie von Feuerwehren und weiteren Hilfskräften werden am Samstag für einen reibungslosen Ablauf sorgen.


Bewährtes und Neues

Der Automobil- und Motorsportclub setzt dabei auf Bewährtes und Neues. Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung ist ein weiteres Mal das Sportzentrum in Elfershausen. "Wir danken der Marktgemeinde und dem Fußballclub Elfershausen für die wohlwollende Unterstützung. Schon in den Vorjahren haben wir beide als ausgezeichnete Kooperationspartner schätzen dürfen", freut sich AMSC-Vorsitzender Ralf Deinlein über das in den zurückliegenden Jahren gewachsene Miteinander. Im Sportzentrum finden die technische Abnahme der Fahrzeuge, Start und Re-Start sowie Siegerehrung und anschließende Race-Party für Jedermann statt. Das Fahrerlager mit Übernachtungsmöglichkeit, Duschen und Toiletten ist groß genug für die 85 Starter.
Während die Rallye-Piloten auf den Verbindungsetappen ganz artig und nach allen Regeln der Straßenverkehrsordnung unterwegs sein müssen, dürfen sie auf den sechs Wertungsprüfungen (WPs) richtig Gas geben. Am Ende werden die auf den WPs gefahrenen Zeiten addiert. Das Prinzip der Veranstaltung: Wer am schnellsten ist, gewinnt seine Klasse, Wertungsgruppe oder gar die Gesamtwertung. Bei Langendorf werden drei dieser WPs gefahren. Die Kreisstraße 42 unter der Klöffelsbergbrücke hindurch, am Steinbruchgelände vorbei und auf der Brücke über die Autobahn A7 bis zur Wülfershäuser Kreuzung ist die Strecke dieser WP. Einmal wird die so genannte Sprintprüfung in entgegen gesetzter Richtung gefahren.


Neue Wertungsprüfung

Neu im Programm ist bei der fünften Auflage der Weinland-Rallye die WP "Wasserlosen". Sie führt vom Ortsausgang der Ortschaft zur Heiligkreuzkapelle oberhalb Sulzthal und von dort aus weiter auf asphaltierten Flurbereinigungswegen zum Ziel. Bei der letzten der drei Durchfahrten verläuft auch hier die Streckenführung in umgekehrter Reihenfolge. Das stellt die Rallye-Teams - wie schon bei Langendorf - vor zusätzliche Herausforderungen, zumal sie den "Aufschrieb" hierfür separat erstellen müssen. Der Co-Pilot liest dem Fahrer das "Gebetbuch" im Renntempo möglichst präzise vor, damit dieser den jeweiligen Streckenabschnitt so schnell wie möglich durchfahren kann.
Das Teilnehmerfeld der Rallye ist der absolute Hammer. Gleich mehrere Favoriten wollen sich am Samstag den Gesamtsieg streitig machen. Stefan Stich/ Nina Blumreich (Nürnberg/ Hartenstein) rollen mit Startnummer eins an den Start. Sie pilotieren einen rund 300 PS starken Mitsubishi Lancer Evo. Ebenso Jörg Schuhej/Meike Zettl (Nr. 3/Fulda/ Pohlheim), Reinhard Honke/Michael Heinze (4/Himmelkron/Wonsees), Reiner Hahn/Alexander Kröll (5/Lich/ Hungen), Patrik Dinkel/Alessandra Baumann (7/ Rossach/Hengersberg) und Axel Schmitt/Louisa Geitz (8/Wolfhagen). Als weitere mögliche Gesamtsieger gesellen sich Bernd Michel/Sebastian Kröniger (2/Schwarzenbach/Bayreuth) im Subaru Impreza WRX N16 und Jochen Baumhauer/ Lisa Kuhn (17/Illerkirchberg/ Birkenfeld/Enz) im Audi TTRS 8J hinzu. Nina Uttenreuther (47/Schnaittach-Laipersdorf) ist die einzige Amazone im Starterfeld. Sie pilotiert einen Opel Kadett E GSI 16V mit Co. Samantha Diehm (Miehlen) an der Seite.
Für den AMSC Hammelburg greift Organisationsleiter Sven Hochwimmer ins Geschehen ein. Marco Hartung (Schlitz) assistiert ihm auf dem Beifahrersitz des Opel Astra GSI 16V mit Startnummer zwölf. "Wir werden vor heimischem Publikum alles geben und versuchen, unsere Klasse zu gewinnen", gibt sich der Trimberger trotz des hochkarätigen Starterfeldes kämpferisch. "Ob wir auch in unserer Wertungsgruppe ganz vorne mitmischen können, ist angesichts der starken Konkurrenz fraglich." Die Doppelbelastung als Orga-Leiter und Rallye-Pilot sieht Sven Hochwimmer als sportliche Herausforderung. "Direkt vor der Haustüre an den Start gehen zu können, ist etwas ganz Besonderes."


Legendäre Rallye-Autos

Zu den 58 Startern in der Rallye-35-Wertung mit Bestzeit-Charakter gesellen sich weitere 27 Retro-Fahrzeuge, deren Fahrer gerne zeigen wollen, was sie und ihre betagten Boliden den modernen Fahrzeugen entgegen zu setzen haben. Hierbei handelt es sich um meist legendäre Rallye-Autos aus längst vergangenen Tagen. Die Zuschauer dürfen sich freuen auf so namhafte Modelle wie Fiat 131 Abarth, Lancia Fulvia, Renault Alpine A110, Saab 99 und Volvo 142, aber auch auf Rallye-Oldtimer wie BMW M5, Ford Escort RS, Opel Kadett, Manta und Ascona, VW Golf und Käfer sowie Porsche 911 und 924.


Anweisungen beachten

Zuschauer kommen bei der Veranstaltung voll auf ihre Kosten. Möglichkeiten, das Geschehen hautnah mitzuerleben, gibt es zum einen bei Langendorf. Die Fans können am Schul- und Sportgelände parken und haben es von dort aus nur wenige Schritte nach Unterquerung der B287 bis zur Wertungsprüfung. Wer das Geschehen an der WP Wasserlosen mitverfolgen möchte, gelangt am besten über Sulzthal zur Heiligkreuzkapelle, von wo aus es nicht mehr weit zur Rallyepiste ist. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht möglich, in unmittelbarer Nähe der Wertungsprüfungen zu parken. Den Anweisungen der Absperrposten und Sportwarte muss zwingend Folge geleistet werden.
Service: Weitere Informationen und Live-Zeiten gibt es im Internet unter www.amsc.de.

Zeitplan (jeweils erstes Fahrzeug) 12.01 Uhr Start am Rallye-Zentrum; 12.16 Uhr Start WP 1 Klöffelsberg; 12.36 Uhr Start WP2 Wasserlosen; 14.25 Uhr Start WP 3 Klöffelsberg; 14.45 Uhr Start WP 4 Wasserlosen; 17.27 Uhr Start WP 5 Sulzthal; 17.47 Uhr Start WP 6 Winterberg; 18 Uhr Ziel Rallye-Zentrum; 21 Uhr Siegerehrung und After-Race-Party

Attraktiv für Zuschauer
Sportzentrum Elfershausen (Start, Re-Start, Ziel, Siegerehrung, After-Race-Party); WP 1/3/6: Einmündung der Wülfershäuser Straße in die Kreisstraße 42 oberhalb von Langendorf; WP 2/4/5: Heiligkreuzkapelle zwischen Sulzthal und Obbach. Bitte unbedingt die Anweisungen der Sportwarte befolgen
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