Beim Rakoczylauf sind alle Teilnehmer Gewinner


Autor: Reinhold Nürnberger

Bad Kissingen, Sonntag, 02. April 2017

An der Veranstaltung des TSV Bad Kissingen beteiligen sich regelmäßig große Gruppen, die den Hobby-Charakter unterstreichen.
Spaß haben und sich austauschen mit Gleichgesinnten. Unter diesem Motto stand wieder der Rakoczylauf.  Fotos: Reinhold Nürnberger


Bei der neunten Auflage des Bad Kissinger Rakoczylaufes siegten im Hauptlauf Manuela Greier vom TSV Hollstadt bei den Damen und Michael Wetteskind von der DJK Schweinfurt bei den Herren. Insgesamt nahmen 220 Sportlerinnen und Sportler die landschaftlich reizvollen Strecken entlang der fränkischen Saale in Angriff. "Auch wenn es in diesem Jahr mal ein paar weniger Teilnehmer als sonst waren, so sind wir mit der Resonanz doch zufrieden", äußerte sich Cheforganisator Manfred Klabouch vom TSV Bad Kissingen nach der Veranstaltung. Rund 8,5 Kilometer hatten die Teilnehmer am Hauptlauf zu absolvieren. Wegen Baumaßnahmen musste die Strecke in diesem Jahr etwas abgeändert werden.

Nicht lange nach dem Start am Sportpark bildete sich ein Führungsduo bei den Männern. Bis zur Hälfte der Strecke hatte sich Michael Wetteskind allerdings ein wenig Luft gegenüber Christian Dürr vom TV Ochsenfurt verschafft. "Ich hatte da so 20 bis 30 Meter Vorsprung", berichtet Michael Wetteskind. Der 31-jährige Physiotherapeut verwaltete seinen Vorsprung im weiteren Verlauf und lief nach 30:08 Minuten als Erster über die Ziellinie. "Die letzten zwei Kilometer waren hart, das war auch wegen der noch ungewohnten Wärme nicht ohne", gab der Schweinfurter zu. Der Leichtathletik-Abteilungsleiter der DJK Schweinfurt, der bereits vor vier Jahren den Bad Kissinger Rakoczylauf gewann, trainiert neben der Arbeit noch fünf bis sechs Mal in der Woche.


Ein sehr sportlicher Lehrer

"Der war einfach einen Tick stärker", sagte Christian Dürr, der in 30:23 Minuten sicherer Zweiter wurde. "Ich habe zwar gemerkt, dass er nicht weiter weg kommt. Aber ich bin halt auch nicht näher gekommen", so der 32-jährige Triathlet vom TV Ochsenfurt, der seit dem vergangenen Jahr in Bad Kissingen seine Zelte aufgeschlagen hat und am dortigen Gymnasium als Mathe- und Sportlehrer tätig ist. Sein sportliches Ziel für dieses Jahr ist die Altersklassen-Europameisterschaft der Triathleten, die im Juni in Kitzbühel stattfindet. Dafür trainiert er oftmals sogar zweimal am Tag. Auf den weiteren Plätzen folgten Daniel Geuß und der für den SC Ostheim laufende Oliver Kleinhenz aus Bad Kissingen.

"Die Strecke durch den Park war sehr schön, und endlich mal Sonne." Manuela Greier strahlte. In 39:24 Minuten war die 46-Jährige aus Hollstadt nicht zu schlagen. "Unterwegs wurde mir zugerufen, dass ich in der Frauenwertung führe. Da wollte ich natürlich vorne bleiben", erzählt sie. Die Hollstädterin mit dem auffallend guten Laufstil, die in einem Fitnessstudio arbeitet und daher von Berufs wegen viel allgemeines Training absolviert, ist seit nun mehr 35 Jahren bei Wettkämpfen aktiv dabei.

"Reha, die läuft" stand hinten auf dem Trikot der zweitplatzierten Gonny Laterveer aus Aschach. "Sport hat bei uns in der Klink Bavaria eine gewichtige Bedeutung", erzählt die 50-Jährige, die drei Mal in der Woche läuft und die nicht die einzige Starterin aus ihrer Klinik war. In 39:52 Minuten hatte sie am Ende einen Vorsprung von 27 Sekunden auf die drittplatzierte Silvia Zänglein vom FC Eltingshausen. Die zahlreichen hellgrünen Trikots des Bad Kissinger Alpenvereins waren aber auch bei der neunten Auflage des Rakoczylaufes nicht zu übersehen. Kein Wunder, haben die doch auf der Geschäftsstelle mit Franziska von Schaabner eine passionierte Hobbyläuferin, die jedes Jahr kräftig die Werbetrommel rührt. So stellte auch in diesem Jahr der größte Verein Bad Kissingens die meisten Teilnehmer beim Rakoczylauf. "Die Strecke ist zwar landschaftlich schön, aber ich habe es doch lieber etwas hügeliger", sagt Franziska von Schaabner, die drei bis viermal in der Woche läuft und bereits in Frankfurt einen Marathonlauf absolviert hat. Aber auch ihre Kinder motiviert die Hassenbacherin. Tochter Liliana war beim Schülerlauf dabei und der erst zwölfjährige Moritz lief die 8,5 Kilometer im Hauptlauf in 44:15 Minuten und damit genau so schnell wie die Mama. Flott waren in Bad Kissingen aber auch die knapp fünfzig Nordic Walker unterwegs. Schnellen Schrittes und stets mit guter Körperhaltung ging Gabriele Bub (Trimm-Dich-Verein Ebenhausen) die 6,5 Kilometer in nur 46,16 Minuten.


Der Nachwuchs setzt Akzente

Den Schülerlauf über 2,1 Kilometer gewann Jan Fischer von der DJK Schwebenried. Der 13-Jährige, der in den leichtathletischen Disziplinen für die LG Karlstadt startet, benötigte 8:25 Minuten. Richtig schnell unterwegs war auch Claudio Hemberger aus Eltingshausen. In 8:34 Minuten gewann er die Altersklasse U12. In der Gesamtwertung der Mädchen setzte sich nicht zum ersten Mal Nelly Kleinhenz vom TSV Bad Kissingen durch. Sie gewann in 9:17 Minuten vor ihrer Freundin Eileen Schnabel und Selina Krämer vom TSV Bad Kissingen. "Aber eigentlich mag ich lieber Hürdenlauf und Staffelrennen als die Langstrecke", sagt Nelly Kleinhenz, die im vergangenen Jahr als Elfjährige die 800 Meter schon in ganz starken 2:45 Minuten gelaufen ist.
Eine halbe Stunde später hat Nelly Kleinhenz mit ihrer Leichtathletik-Gruppe bereits wieder einen Einsatz. Auf der Strecke sind die jungen Sportlerinnen mit ihren Trainerinnen Annika Kirchner und Jessica Schottorf unter anderem dafür verantwortlich, dass die Teilnehmer am Hauptlauf genügend Wasser zu trinken bekommen. "Ich freue mich, dass unsere Schüler und Schülerinnen auch als Helfer immer mit viel Leidenschaft dabei sind", sagt Abteilungsleiter Manfred Klabouch, der betont, dass die Einnahmen aus dem Laufevent allesamt in die Nachwuchsarbeit der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bad Kissingen fließen.
Alle Ergebnisse und zahlreiche weitere Bilder unter: http://tsvbadkissingen-leichtathletik.de/