Aufwand und Ertrag stimmen diesmal beim FC 05

Nach vier Niederlagen in Folge stoppen die Schweinfurter den Trend mit dem verdienten Sieg über Fürths Zweitliga-Reserve.
 
FC 05 Schweinfurt - SpVgg Greuther Fürth 2:0 (2:0). Tore: 1:0 Kevin Fery (3.), 2:0 Adam Jabiri (10.).
Auf Biegen und Brechen sollte der Sieg her, der Negativlauf gestoppt werden. Nun, so viel musste der FC 05 Schweinfurt gar nicht biegen und brechen, es reichte ihm ein sehr konzentrierter Start - und die Qualität, den nach zehn Minuten herausgeschossenen 2:0-Vorsprung recht souverän zu verwalten. Höflich assistierten dabei die Fürther mit körperlosem Fußball. "Ich war mir heute so sicher, dass wir das gewinnen, das gibt's eigentlich gar nicht, so sicher", war 05-Trainer Gerd Klaus so zufrieden wie wenig überrascht. "Auch wenn es das schlechteste Spiel von uns in den letzten fünf Partien war. Aber es war auch kein wirklich schlechtes Spiel."
Unter dem Strich war's ein konzentrierter Auftritt und eine Demonstration des Willens. Keine drei Minuten war der Ball im Spiel, da lag er schon im Fürther Tor, Kevin Fery ("den habe ich gut erwischt") hatte aus 25 Metern draufgehalten - 1:0. "Wir sind alle stolz, den Bock umgestoßen zu haben", sagte der Schütze dieses gar nicht so zufälligen Treffers: "Wir hatten uns vorgenommen, viel mehr Bälle aufs Tor zu bringen." Klaus bestätigte: "Wir hatten besprochen, dass wir aus jeder Lage abschließen wollen. Nur wer Lotto spielt, kann bekanntlich gewinnen."


Maloche wird belohnt

Und noch ehe sich die Greuther Zweitliga-Reserve richtig sortieren konnte, stand es 2:0; Steffen Krautschneiders Hereingabe landete zu kurz abgewehrt bei Adam Jabiri und der vollendete trocken aus der Luft. "Dieses Erfolgserlebnis ist ungemein wichtig für die Psyche", meinte Jabiri mehr den mannschaftlichen, denn den persönlichen Erfolg. Wohlwissend, dass nicht nur die beiden Tore dafür verantwortlich waren: "Unser Augenmerk lag heute mehr darauf, keine Chancen zuzulassen. Wir haben richtig anständig verteidigt. Dass ich nach 80 Minuten völlig platt raus musste, sagt alles." In der Tat war nach 20 Minuten Wirbel eher Verwalten und damit auch deutlich mehr Vorsicht angesagt. Dennoch hatte Marius Willsch noch eine dicke Chance (38.). Und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde Nicolas Görtlers abgefälschter 55-Meter-Schuss länger und länger - landete aber haarscharf neben dem Tor. Fürth? Ach ja, ein Schuss. Doch David Paulus parierte lässig gegen Kevin Guerra (43.).

Nach der Pause musste der FC 05 etwas umdenken. Da er selbst nicht mehr ganz anknüpfen konnte an den Kombinationsfußball zuvor, wurden die in knallorange spielenden Gäste kecker. "Wir haben die Anfangsphase verpennt, nach der Pause aber nochmal was versucht", so SpVgg-Coach Thomas Kleine. Nur: Die Partie wurde offener, dadurch aber nicht besser. Ohne Rücksicht auf ein schönes Spiel hatte Klaus ja maximalen Ertrag gewünscht - und letztlich auch bekommen. "Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet, wollten jeden einzelnen Zweikampf gewinnen. Die Körpersprache war gut", war Klaus die kämpferische Komponente ohnedies wichtiger. "Mannschaften wie Fürth oder Bayern München kommen uns gelegener als Garching und Konsorten, die sich hinten rein stellen und nur auf Konter laueren."


Die richtige Balance

Für die richtige Balance aus Arbeit und Kunst sorgte vor allem die Defensive. Herbert Paul diesmal auf rechts und Marco Janz auf links machten die Außenbahnen zu, zentral waren Lukas Billick und Johannes Bechmann eine Wand wie selten bis dato. Dahinter strahlte Keeper David Paulus Ruhe aus, machte seinen einzigen Lapsus gleich mit der nachfolgenden Parade gegen Daniel Steininger wett (68.). Und davor sorgte Marco Haller als diszipliniert die Position haltender Sechser für konstruktive Spieleröffnung. Dass die Offensivabteilung im zweiten Abschnitt kaum noch Gefahr entwickelte, lag auch daran, dass sie sich aufopferungsvoll in die Defensivarbeit stürzte. Dennoch hätte es ums Haar noch das 3:0 gegeben, doch Janz traf nur die Latte (71.).
Dass sich aus den vier, fünf Halbchancen der Fürther auch Unheil nach dem Vorbild des Sechzig-Spiels hätte entwickeln können für die Schweinfurter, hatte Klaus aber nicht übersehen: "Wenn wir das 2:1 kassieren, hätten wir wieder riesige Probleme bekommen. Aber wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Und warum sollen wir nicht auch mal ein dreckiges Spiel gewinnen?" Viel Kampf und ein bisschen Glück dürften auch die wichtigsten Komponenten am Freitag sein, wenn es zum FC Bayern München II geht. "Mit so einem konzentrierten Auftritt können wir auch dort punkten", so Jabiri. "Wir müssen aber noch stabiler in der Abwehr werden. Wie wir heute gespielt haben, muss Alltag werden."
Schweinfurt: Paulus - Paul, Billick, Bechmann, Janz - Haller - Willsch (83. Golla), Fery, Krautschneider - Görtler (67. Kracun), Jabiri (81. Müller).

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