Leichtathletik

Alter Charme mit Frischkur beim SV Ramsthal

Neue Ideen bereichern die Vereinsmeisterschaften.
Sprint über 75 Meter der Schüler U14 mit Fenn Friedrich (rechts / WSSV Suhl) und Emil Muthig vom SV Ramsthal. Fotos: Reinhold Nürnberger
 
von REINHOLD NÜRNBERGER
Auch nach 35 Jahren hat das Leichtathletik-Vereinssportfest in Ramsthal nichts von seinem besonderen Charme eingebüßt. Das besonders beim Nachwuchs beliebte Meeting hatte bei der Jubiläumsausgabe sogar einige gravierende Neuerungen zu bieten. Das Organisatoren-Team um Edwin Metzler, Ewald Brand und Roland Kühnlein hatte für die Altersklassen der U10 erstmals nicht mehr die sonst üblichen Mehrkampf-Wettbewerbe auf dem Programm, sondern vielmehr altersgerechte Mannschaftswettkämpfe. Dabei waren die sonst üblichen leichtathletischen Disziplinen etwas vereinfacht. Im Sprint (30 oder 40 Meter) wurde auf einem Startblock verzichtet und die Startposition war frei wählbar. Die Leistungen aus zwei Läufen wurden nicht nach Sekunden bewertet, sondern nach einem vorgegebenen Punktesystem.


Sprung in Fahrradreifen

Im Weitsprung sollten die Kinder aus einem Anlauf von nur zehn Metern in Fahrradreifen springen, die in einem Abstand von 25 Zentimeter auslagen. Je weiter sie kamen, desto mehr Punkte sammelten sie für ihr Team. Beim Schlagballwurf galt es, den 80 Gramm schweren Lederball aus dem Stand in Zonen zu befördern. Die Punktzahlen aus den drei besten Würfen von vier Versuchen wurden addiert und gutgeschrieben. Diese Art der Kinderleichtathletik hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband schon vor Jahren gefordert. Alleine die Umsetzung bereitete den Vereinen allerdings offensichtlich Schwierigkeiten. "Das war absolut Neuland im Leichtathletik-Kreis Rhön/Saale und damit natürlich auch für uns, sagte Edwin Metzler, der beim Sportfest auch für die EDV zuständig ist, über diese Premiere.

Die Kinder hatten bei dieser neuen Wettkampfform offensichtlich ihren Spaß. In Sechserteams wetteiferten sie im Lauf, Sprung und Wurf um Punkte für ihre Mannschaft. Hatte ein Verein nicht genügend Starter, so bildeten eben Kinder aus mehreren Vereinen die Teams. Vereinsnamen wurden ohnehin in den Hintergrund gerückt. Vielmehr identifizierten sich die jungen Sportler mit eigenen Teamnamen. So gewannen mal die Ballexperten vor den Flotten Springern oder die Ball-Champions vor den Rennkäfern und den Sprungassen. "Wir werden diesen Weg sicherlich fortsetzen. Denn wir sind überzeugt, dass diese Form der Leichtathletik für die Kinder richtig ist", sagt Edwin Metzler. Allerdings feilt das Organisations-Team bereits jetzt an einigen Verbesserungen für das kommende Jahr. So überlegt man zum Beispiel, ob es für diese Altersklasse wirklich notwendig ist, eine umfangreiche elektronische Zeitmessung durchzuführen, oder ob es nicht besser wäre, auf die Handzeitnahme zu setzen. Auch die Sprints auf den Rasen zu legen, steht zur Debatte. "Das würde uns erheblich Zeit sparen. Denn unser Ziel ist es, dass die Wettkämpfe der Kinder bis zum Mittag abgeschlossen sind", so Metzler weiter.
Lokalmatador Ewald Brand, der nach wie vor zu den besten Diskuswerfern im Kreis zählt, beförderte die zwei Kilogramm schwere Scheibe auf gute 32,13 Meter. Hans Jürgen Lange (TSV Mellrichstadt) durfte in der M60 mit dem ein Kilogramm schweren Diskus werfen und kam auf 37,61 Meter. Im Kugelstoßen der Männer gewann Marcel Müller mit 10,79 Meter. Aber auch die 10,41 Meter von Jörg Herterich (SV Ramsthal) können sich sehen lassen. Franziska Gerlach vom TV Bad Brückenau erzielte mit der drei Kilogramm schweren Kugel der U18 immerhin 10,16 Meter. Im Diskuswurf (1 Kilogramm) kam sie auf 24,35 Meter. Klara Köth (1. FC Rottershausen) überbot mit diesem Diskus in der W20 ebenfalls die 24 Meter.

Hanna Schmitt vom TV/DJK Hammelburg nutzte die Gelegenheit, um sich im Diskuswurf für die Bayerischen U16-Meisterschaften zu qualifizieren. Sie kam mit ihrem Sportgerät auf 23,30 Meter. Im Speerwurf der W14 gewann Lilian Heid (TV/ DJK Hammelburg) mit 27,80 Metern und wusste auch im Hochsprung mit übersprungenen 1,44 Metern zu gefallen.
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