0:3-Niederlage schmeichelt FC 05 noch

Die Schweinfurter präsentierten sich in Illertissen in der Defensive viel zu anfällig.
Auch der in die Innenverteidigung zurückgekehrte Kapitän Marco Janz (links) konnte die 0:3-Niederlage des FC Schweinfurt 05 in Illertissen (rechts Niclas Jann) nicht verhindern.  Foto: Ilse Riedel
 
FV Illertissen - FC 05 Schweinfurt 3:0 (3:0). Tore: 1:0 Lukas Kling (12., Foulelfmeter), 2:0 Furkan Akaydin (20.), 3:0 Sebastian Schaller (31.).
Irgendwie passte diese Szenerie zu diesem aus Sicht des FC 05 Schweinfurt komplett verkorksten Fußballabend: Die Spieler des Regionalligisten schlichen nach dem 0:3 (0:3) beim FV Illertissen bedröppelt und vom Dauerregen klatschnass vom Feld, Flutlicht und einsetzende Dunkelheit taten ein Übriges zu einem ziemlich herbstlichen Bühnenbild. In das passten auch die sichtlich angefressenen Schweinfurter Fans, die die Kicker am Spielfeldrand in Empfang nahmen. Aufmunterung gab's da zwar, den einen oder anderen lautstarken Vorwurf aber auch.
Und dann war da noch das große Schweigen. Der Großteil der Mannschaft wollte nach der Partie lieber nichts sagen. Marco Haller, Adam Jabiri, Kapitän Marco Janz und später auch Präsident Markus Wolf wollten die Klatsche lieber erst einmal sacken lassen. Und die, die was sagten, konnten nicht viel sagen: "Die Leistung ist gerade nicht zu erklären", rang Mittelfeldmann Kevin Fery um Worte. "Wir haben natürlich ganz andere Erwartungen an uns selbst."

Auch Schlussmann Julian Schneider, bei den Gegentoren durch Lukas Kling (16.), Furkan Akaydin (20.) und Sebastian Schaller (31.) chancenlos, konnte zur Aufarbeitung der besonders im ersten Abschnitt und noch präziser in der Defensive ganz schwachen Vorstellung erst einmal wenig beitragen: "Wir hatten uns viel vorgenommen und kriegen dann gleich mit dem ersten Gegenangriff einen unnötigen Elfmeter gegen uns", beschrieb er vielmehr die Szene, die dem FC 05 den ersten Knacks versetzte.

Unnötig kann man diesen Elfmeter schon nennen. Man kann aber auch sagen, dass er einfach arg dusselig verursacht war. Weil Innenverteidiger Andreas Bauer sich erst einen Stellungsfehler leistete und in der Folge Schaller im Strafraum niederrang. "Andi Bauer weiß schon, wie er einen Zweikampf zu führen hat. Aber wenn er von vornherein falsch steht, wird's halt schwer", schimpfte Trainer Gerd Klaus hinterher. "Das war blöd von mir", gab Bauer sich später schuldbewusst.

Überhaupt ist die Abwehrarbeit weiter die Achillesferse der Schweinfurter. Die Gegentreffer in Illertissen waren bereits Nummer sieben, acht und neun nach vier Spielen. Den 05ern fehlt derzeit die ordnende Hand, wenn der Gegner rasch nach vorne spielt. Illertissen hatte gar nicht so viel Ballbesitz gebraucht, um Chancen für weitere Treffer herauszuspielen. "Wir verteidigen gemeinsam, da kann man keinen Mannschaftsteil angreifen", meinte Kevin Fery und auch Julian Schneider bemühte sich um das Kollektiv: "Wir müssen uns zusammen in der Defensive steigern."

Tatsächlich fehlte es neben der Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen in Illertissen aber auch an grundlegenden Dingen: "Wir denken scheinbar, dass wir jetzt alles spielerisch lösen können", so Klaus, "aber wenn die Ergebnisse nicht kommen, muss man sich eben ändern. Das ist ein Lernprozess", forderte der Schweinfurter Trainer eine rasche Rückkehr zu Tugenden wie Einsatzwille und Zweikampfstärke. Nur: Ob eine Mannschaft, die sehr nach fußballerischen Anforderungen zusammengestellt wurde, das auch kann? "Das wird sich jetzt zeigen", sagt Klaus in Voraussicht auf das Heimspiel gegen den SV Seligenporten, einen Klaus'schen Exverein, am Freitagabend.

Vor dieser Partie ist schon nach vier Spieltagen wieder ordentlich Druck auf dem Schweinfurter Kessel. Nicht nur wegen der Leistung in Illertissen, die ja bei allen Schimpftiraden die erste wirklich schwache in der jungen Saison war. Vielmehr auch, weil Aufsteiger Seligenporten bisher nicht mehr als Kanonenfutter für die Regionalligisten war, null Punkte auf dem Konto und alleine in den letzten beiden Spielen gegen Augsburg (0:12) und Schalding-Heining (1:6) unglaubliche 18 Gegentore kassiert hat. Muss es also nicht nur ein Sieg, sondern gleich ein Schützenfest werden? Unfug, findet Klaus: "Wir wollen einfach diese drei Punkte. Egal, was außenrum geredet wird." Wenn's klappt, sieht das Schweinfurter Gesamtbild doch schon wieder sommerlicher aus.
Schweinfurt: Schneider - Paul, Bauer, Janz, Löschner (46. Müller) - Kracun, Haller, Fery - Güthermann (46. Jelisic), Willsch (46. Görtler) - Jabiri.

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