Regionalsport
Gegen den MBC neues Selbstvertrauen tanken
Nach der desolaten Vorstellung in der Euroleague müssen sich die Brose Baskets vor allem in der Verteidigung steigern, wenn sie am Sonntag gegen den Mitteldeutschen BC eine unliebsame Überraschung vermeiden wollen.
Bamberg — Nach der dritten Niederlage in Folge sind die erfolgsverwöhnten Brose Baskets
schon zu Saisonbeginn in einer kleinen Krise. "Wir spielen mit extrem wenig Selbstvertrauen, sind
momentan selbst unser größter Gegner", konstatierte Trainer Chris Fleming nach der
herben 71:86-Niederlage am Donnerstag in der Euroleague gegen den stark aufspielenden
türkischen Meister Besiktas Istanbul. "Die Niederlage auf diese Art und Weise ist nicht zu
entschuldigen - gegen eine Mannschaft, die absolut in unserer Reichweite ist", so der Coach weiter.
Dass im so wichtigen ersten Heimspiel in der Königsklasse aber ein Klassenunterschied zu
erkennen war, die Bamberger nach einem ausgeglichenen ersten Viertel nichts mehr zu bestellen
hatten, lag in erster Linie an der desolaten Vorstellung der Brose Baskets in der Verteidigung.
"Wir müssen verstehen, dass unsere Verteidigung den Angriff retten muss, vor allem in
Phasen, in denen es nicht läuft", konstatierte Fleming.
Meist genügte ein Block und
ein zum Korb abrollender Spieler, um das Bamberger Defensiv-Konstrukt auszuhebeln.
Aber auch wenn die Hausherren den Türken auf den Füßen standen, demonstrierten
Curtis Jerrells (27 Punkte) und Muratcan Guler (14) ihre Extraklasse. Den Unterschied machte im
Angriff vor allem die Dreier-Quote aus: Während Besiktas bei 18 Versuchen zehnmal traf (64
Prozent), landeten bei den Gastgebern nur 30 Prozent (6 von 20) der Distanzwürfe im Korb.
"Müssen gegen den MBC siegen"
"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich der Mannschaft offensiv derzeit nicht helfen
kann, obwohl ich ein gutes Gefühl beim Wurf habe und mein Bestes versuche", haderte
Kapitän Casey Jacobsen mit sich. "Defensiv sind wir derzeit nicht gut genug, Spiele zu
gewinnen. Das müssen wir schnellstmöglichst ändern. Gegen den MBC müssen wir
auf jeden Fall einen Sieg einfahren. Wir sind hungrig, am Sonntag eine gute Leistung
abzuliefern", betonte Jacobsen im Hinblick auf die Bundesliga-Partie gegen den Mitteldeutschen BC
am Sonntag (17 Uhr) in der Stechert-Arena.
Auch Anton Gavel, der gegen Istanbul als Einziger
in der Lage war, offensiv Akzente zu setzen (21 Punkte), verspricht volle Konzentration gegen den
Aufsteiger: "Wir haben 86 Punkte kassiert, obwohl wir uns vorgenommen hatten, das Spiel zu
gewinnen. Das darf uns nicht passieren. Wir nehmen deshalb die Aufgabe gegen den MBC sehr ernst.
Das ist für uns keinesfalls eine Partie zwischen den beiden Euroleague-Auftritten gegen
Besiktas und nächste Woche in Moskau."
Für Wolfgang Heyder ist es besonders
wichtig, Neuzugang Latavious Williams, der gegen Besiktas phasenweise noch orientierungslos
wirkte, möglichst schnell zu integrieren. "Wir brauchen ihn. Aber er ist ein
junger, 23-jähriger Spieler, der noch lernen muss, wie hier Basketball gespielt
wird", forderte der Manager. Wer für den "Hubschrauber", wie Williams auf Grund seiner
Athletik genannt wird, in der Bundesliga, wo nur sechs Ausländer spielberechtigt
sind, aussetzen muss, war gestern noch offen. Es könnte Sharrod Ford treffen, der gegen
Istanbul kein Faktor im Brose-Spiel war.
Heyder: Goldsberry nicht fit
"Wir müssen gewisse Entscheidungen
treffen, nachdem John Goldsberry offensichtlich nicht fit ist", betonte Heyder.
Der Spielmacher, der gestern seinen 30. Geburtstag feierte, findet nach über einjähriger
Verletzungspause wegen seiner Knieverletzung nicht zu seiner Form.
Nach der "inakzeptablen
Vorstellung" (Fleming) müssen sich die Brose Baskets morgen steigern, wenn sie gegen den MBC
neues Selbstvertrauen tanken wollen. Dass der Aufsteiger durchaus konkurrenzfähig
ist, unterstrich er am Montag bei der knappen 71:73-Heimniederlage gegen Bayern München.
Überblick
Brose Baskets Bamberg
- Mitteldeutscher BC
(Sonntag, 17 Uhr, Stechert-Arena)
Bamberg
Ford, Gavel, Gipson, Goldsberry, Jacobsen, Nachbar, Neumann, Richter, Tadda, Williams, Zirbes Weißenfels Beidler, Curry, Heyden, Lange, Lieser, Pantelic, Schwarz, Timberlake, Usk
oski, Vilhjalmsson, Wachalski
Ferner spielen München - Ludwigsburg, Hagen
- Trier, Berlin - Ulm, Braunschweig - Bayreuth, Tübingen - Gießen (alle
Samstag)
Bremerhaven - Frankfurt, Bonn - Quakenbrück, Würzburg - Oldenburg (alle Sonntag)
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