Regionalsport
Brose-Trainer bleiben, Center kommt
Einen Tag nach dem Auftaktsieg gegen Bremerhaven verlängert der komplette Trainerstab bei den Brose Baskets die Verträge bis 2016. Latavious Williams wird den verletzten Ogilvy bis Dezember ersetzen. John Goldsberry hat Glück im Unglück.
Der souveräne 85:68-Auftaktsieg der Brose Baskets gegen Bremerhaven war am späten
Donnerstagnachmittag nur noch ein Randthema - beim dreimaligen Double-Gewinner überschlugen
sich die Ereignisse. Über das vereinseigene brosebaskets.tv wurde verkündet, dass
Trainer Chris Fleming und seine Assistenten die Verträge vorzeitig bis 2016 verlängert
haben.
Und Bambergs Erfolgscoach erhält nun auch noch seinen
Wunschspieler: Latavious Williams wird für acht Wochen - also bis Anfang Dezember - den sich
mit einer hartnäckigen Leistenverletzung herum plagenden A.J. Ogilvy ersetzen.
Der NBA-Klub Oklahoma City Thunder besitzt die Rechte an dem 23-jährigen Williams und hat den
2,03-Meter-Mann vorübergehend nach Bamberg ausgeliehen.
"Es hat sich herum
gesprochen, dass sich in Bamberg jeder Spieler weiterentwickelt. Williams passt genau in unser
Anforderungsprofil: Er ist jung, ehrgeizig, ambitioniert und will sich einen Platz im NBA-Team der
Thunder sichern. Ich bin mir sicher, dass er uns mit seiner überragenden Athletik in der
Euroleague weiterhelfen wird", umschreibt Manager Wolfgang Heyder die Qualitäten des jungen
Wilden, der in der letzten Saison in Spanien bei Joventut Badalona auf Grund seiner Sprungkraft als
"Hubschrauber" gelobt wurde.
Chris Fleming freute sich über das Vertrauen, das die
Brose Baskets ihm und seinen Assistenten Arne Woltmann, Stefan Weissenböck, Athletiktrainer
Marcus Lindner und Scout Brendan Rooney entgegenbringen. "Der Verein hat eine Vision.
Ich glaube, dass wir hier noch viel erreichen können", hofft der 42-Jährige auf eine
Fortsetzung der Erfolgsgeschichte in Freak City, nachdem er zuletzt auch vom Euroleague-Champion
Olympiakos Piräus umworben war. Mit dieser Vertragsverlängerung beweisen die Brose
Baskets auf jeden Fall mehr Kontinuität als der große Nachbar FC Bayern, der letzte
Woche Dirk Bauermann den Stuhl vor die Tür gesetzt hat.
Kein Kreuzbandriss
Glück im Unglück
hatte John Goldsberry, der am Mittwoch bei der Auftaktpartie gegen Bremerhaven Mitte des zweiten
Viertels vom Feld humpelte. Er hatte sich ausgerechnet wieder am linken Knie verletzt.
Wegen eines Knorpelschadens an diesem Gelenk musste er die gesamte letzte Saison pausieren und
hatte sich erst in den letzten Wochen mit viel Energie und eisernem Willen
zurückgekämpft.
"Die gute Nachricht ist, es ist kein Kreuzbandriss und keine
Meniskusverletzung. Wie lange er ausfallen wird, steht allerdings noch nicht fest", war Fleming
gestern heilfroh, dass sich der "General" "nur" leicht verletzt hat. Am Sonntag in Oldenburg wird
Goldsberry aber ebenso fehlen wie Latavious Williams, der voraussichtlich am Montag in Bamberg
eintrifft.
Maik Zirbes glänzt gegen
Bremerhaven
Es sind große Fußstapfen, in die Maik Zirbes, der als
Ersatz für Tibor Pleiß geholt wurde, tritt. Doch der Nationalmannschaftskollege des nach
Vitoria abgewanderten Pleiß stellte gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die Brose
Baskets unter Beweis, dass er das Zeug hat, ebenfalls ein Großer zu werden.
Mit 17 Punkten bei nur einem Fehlwurf, vier Rebounds und drei geblockten Würfen war er der
effektivste Spieler des deutschen Meisters beim locker herausgespielten 85:68 (47:34)-Erfolg gegen
die Eisbären Bremerhaven.
Zirbes freute sich über den Sieg, die tolle
Unterstützung durch die Fans und die Anspiele hauptsächlich von Casey Jacobsen und Anton
Gavel (beide je fünf Assists): "Ich habe sehr, sehr viele Bälle von meinen Mitspielern
bekommen, die ich nur einfach reinlegen musste."
Der Coach verfügt auch in dieser
Saison über einen tief besetzten Kader, obwohl neben Ogilvy auch noch Aufbauspieler Daniel
Schmidt wegen einer hartnäckigen Grippe fehlte: Die Partie gegen die Eisbären hat
bewiesen, dass die neuformierte Bamberger Mannschaft sehr variabel besetzt ist.
Mit Sergerio "Teddy" Gipson kommt ein Spieler von der Bank, der im ersten Viertel nach einem
zwischenzeitlichen 9:12-Rückstand wirkungsvoll mithalf, einen 15:0-Lauf zu starten, der den
Gastgebern früh eine zweistellige Führung (24:12) zu sichern.
Für frischen Wind von der Bank sorgten aber auch Karsten Tadda, der nicht nur gewohnt
engagiert verteidigte, sondern auch zwei Dreier versenkte, als die Eisbären im dritten
Viertel (45:51) noch einmal bedrohlich nahe kamen . Auch Sharrod Ford steigert sich von Spiel zu
Spiel und zählte mit elf Punkten und acht Rebounds zu den Aktivposten.
Steigerung in der Verteidigung, aber zu viele
Ballverluste
"Unsere Verteidigung war ganz gut. Bremerhaven hat nur 68 Punkte
erzielt, lediglich 36 Prozent der Würfe getroffen - das war der Schlüssel zum
Erfolg", kommentierte der 30-Jährige.
Auch Chris Fleming freute sich, dass seine
Jungs gegenüber der Champions-Cup-Partie gegen Ulm am Sonntag, wo die Bamberger 98 Punkte
kassiert hatten, wesentlich aggressiver verteidigten. "Da waren wir schon eine ganze Ecke besser.
Offensiv müssen wir die Ballverluste abstellen. Sie haben uns definitiv weh
getan", kritisierte der Trainer. Die 18 Turnover ermöglichten es den Gästen immer
wieder, ins Spiel zurückzukommen. Am Sonntag (16.35 Uhr/Sport1 live) in Oldenburg
müssen die Bamberger definitiv besser auf den Ball aufpassen, wenn der zweite Sieg gelingen
soll.
Die Statistik
Brose
Baskets Bamberg — Eisbären Bremerhaven 85:68
(26:19, 21:15, 18:19, 20:15)
Bamberg Zirbes (22 Punkte), Nachbar (17/3 Dreier), Gipson (14), Ford
(11/2), Jacobsen (7/1), Tadda (6/2), Neumann (6), Gavel (2), Goldsberry
Ulm Morrison
(12), Stommes (11/2), Burrell (11/1), Zwiener (11), Burtschi (9/1), Harris (8), Waleszkowski
(4), Raffington (2), Canty
SR Reiter, Fritz, Lauprecht
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 60 Prozent (31 Treffer/52
Versuche), Bremerhaven 38 (26/69)
Dreierquote Bamberg 45 Prozent
(10/22), Bremerhaven 22 (4/18)
Freiwurfquote Bbg. 81 Prozent
(13/16), Bremerhaven 86 (12/14)
Rebounds Bamberg 39 (32 defensiv/7
offensiv), Bremerhaven 28 (17/11)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/18, Bremerhaven 9/9
Assists Bamberg 20 / Bremerhaven 14
Fouls Bamberg 22 / Bremerhaven 21
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