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Vegane Weihnachtsmärkte - auch in Bayern ein Trend

Veganes Essen auf Weihnachtsmärkten - auch in Bayern ein wachsender Trend. In Unterfranken gibt es sogar einen Markt, der komplett auf dieses Konzept setzt.
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Veganes Essen auf Weihnachtsmärkten - auch in Bayern ein wachsender Trend. In Unterfranken gibt es sogar einen Markt, der komplett auf dieses Konzept setzt.  Foto: Amelie Geiger/dpa
Veganes Essen auf Weihnachtsmärkten - auch in Bayern ein wachsender Trend. In Unterfranken gibt es sogar einen Markt, der komplett auf dieses Konzept setzt. Foto: Amelie Geiger/dpa


"Was sind Puff-Puff-Champignons?", fragt ein Kunde. "Die Bohnen da, was ist das?", fragt der nächste. Manchmal gibt es noch Aufklärungsbedarf bei "African Cuisine", einem Stand mit veganen Spezialitäten auf dem Winter-Tollwood in München. Geduldig erklärt Jacquelin Reizammer die Speisen: "Bohnen mit Gemüse." "Scharf?" "'N bisschen." Reizammer ist mit ihrem Stand Teil des vegetarisch-veganen "Esszimmers". Der alternative Weihnachtsmarkt Winter-Tollwood bietet damit Veganern, Vegetariern und neugierigen Fleischessern bereits zum dritten Mal gastronomische Alternativen zu Bratwurst und Weihnachtsgans. Inzwischen gibt es in Deutschland auch etliche rein vegane Weihnachtsmärkte, in Bayern etwa in Aschaffenburg und Würzburg.

"Das ist auf jeden Fall ein Trend und wird jedes Jahr mehr", sagt Wiebke Unger, Sprecherin von ProVeg, dem früheren Vegetarierbund Deutschland. So gebe es dieses Jahr 15 rein vegane Märkte, im Jahr zuvor seien es noch zehn gewesen. Die Nachfrage sei groß, und das Angebot auf den Märkten sei eine Möglichkeit, auf die tierfreien Speisen aufmerksam zu machen "und in geselliger Runde neue Sachen auszuprobieren". "Schausteller reagieren ja immer sehr früh auf Trends", sagt auch Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. So sei es auch mit den Bereichen Vegan und Bio. Zumindest ein veganer oder vegetarischer Stand sei inzwischen auf jedem Weihnachtsmarkt vertreten. In erster Linie werden Ritter zufolge Speisen angeboten, aber auch Kleidung sei vermehrt zu finden.

Wie in Unterfranken: Der "Alternative Weihnachtsmarkt" in Würzburg lockt bereits zum zweiten Mal mit veganen, fairen und nachhaltigen Produkten. Den Organisatoren vom Verein "Veganes Würzburg" geht es dabei allerdings am wenigsten um das vegane Essen. Denn: "Vegan sein ist eine Lebenseinstellung. Das hat was mit Respekt, Toleranz und Mitgefühl zu tun. Das Wichtigste ist, dass es allen gut geht. Und das versuchen wir auch auf unserem Weihnachtsmarkt zu transportieren", sagte Vereinsvorstand Oliver Volkmuth.

Von Kondomen aus Naturkautschuklatex über Taschen und Geldbörsen aus aussortierten Jeans, ausrangierten Flugwesten und alten Telefonbüchern bis hin zu Bambuszahnbürsten und Tofupressen aus Edelmetall - mehr als 30 Stände werden am zweiten Advent im Burkardshaus in der Würzburger Innenstadt aufgebaut sein. Alle angebotenen Produkte seien vegan, fair gehandelt und nachhaltig. Dabei will der Verein niemanden mit Macht auf seine Seite ziehen, betont Volkmuth. "Wir sind keine Missionare. Wir wollen nicht mit Brechstange arbeiten. Wir wollen Lösungen aufzeigen und zum Denken anstoßen."

Und doch spielt das vegane Essen auf veganen Weihnachtsmärkten natürlich auch eine wichtige Rolle. Geschmacksnachteile gegenüber den herkömmlichen Marktspezialitäten verneint ProVeg-Sprecherin Unger. So sei etwa der Glühwein an den Ständen des Kölner Weihnachtsmarktes grundsätzlich vegan, und "der schmeckt weiter gut". Zu den Angeboten zählten außerdem etwa vegane Lebkuchen oder Tofubratwürste. Im "Grünen Café" im Tollwood-Zelt preist Bedienung Nina die veganen Rüblimuffins an, mit Karotten, Mandeln, Vanilleschoten und Dinkelmehl. Zu ausgefallen sollten die Rezepturen nicht sein, glaubt sie: "Es ist besser, wenn man's gar nicht so schmeckt", dass man vegane Backwaren isst.

In der "African Cuisine" geht es dagegen mit Kokosmilch, Mango-Curry, Kochbananen, Teigtaschen mit Voodoo-Sauce und Anousi, einem Senf-Zwiebel-Zitronensaft-Gemisch, relativ exotisch zu. Die vegan-vegetarischen Angebote hätten sich gut etabliert, sagt Tollwood-Sprecherin Christiane Stenzel. Ihr Tipp: die vegane Spätzlehütte von Jürgen.

Spätzlemeister Jürgen Braren ist das erste Mal dabei, und rein vegan ist das Angebot des Münchners, der seit 40 Jahren als Koch arbeitet, auch nur bei Tollwood. In der Münchner Innenstadt verkauft er Bio-Bratwürste auf dem Christkindlmarkt. Viele Kunden hätten dort nach vegetarischen Würsten gefragt. "Das Wichtigste ist: Es muss schmecken."

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