Würzburg
Forschung

Helfen Ultraschallwellen gegen Depressionen? US-Psychologe forscht in Würzburg

Gute Laune durch Ultraschallwellen? Ein US-Psychologe erforscht in Würzburg eine neue Therapieform gegen Depressionen. So soll das Ganze funktionieren:
Artikel einbetten
Eine neue Therapieform könnte Psychotherapien bei der Behandlung von Depressionen unterstützen. Symbolfoto: Nicolas Armer/dpa
Eine neue Therapieform könnte Psychotherapien bei der Behandlung von Depressionen unterstützen. Symbolfoto: Nicolas Armer/dpa
Für Menschen mit Depressionen und Angststörungen könnte es bald eine neue unterstützende Therapieform geben: Der US-amerikanische Psychologie-Professor John J.B. Allen will nun ein Jahr mit einem Preis der Humboldt-Stiftung an der Universität Würzburg die Auswirkungen von Ultraschallwellen auf depressive Patienten untersuchen.


Ultraschallwellen als Stimmungsaufheller

Allen habe in der Vergangenheit in mehreren Studien den stimmungsaufhellenden Effekt von Ultraschallwellen nachgewiesen. Dabei wurde den Probanden für kurze Zeit eine Ultraschall-Sonde an die Schläfe gehalten. Von dem Ultraschall selbst spüre man nichts, aber nach etwa einer halben Stunde bessere sich die Stimmung der Menschen deutlich, hieß es.

Die mögliche neue Ultraschall-Therapie wurde durch einen Zufall an Allens Heimatuniversität in Arizona entdeckt. Der Anästhesist Stuart Hamerhoff habe mit Ultraschall die Schmerzen seiner Patienten lindern wollen - dies habe nur geringfügig funktioniert, er bemerkte aber, dass sich die Stimmung der Patienten überraschenderweise verbesserte.


Neue Therapieform als Unterstützung der Psychotherapie

Bei seinem Aufenthalt in Würzburg will Professor Allen mit seinem Kollegen Johannes Hewig und dessen Team nun erforschen, ob Ultraschall zur Behandlung einer Depression oder Angststörung tatsächlich beitragen kann. Zum Beispiel sei denkbar, dass so eine unterstützende Therapie die Wirksamkeit einer Psychotherapie deutlich steigern kann.
"Menschen, die an einer Depression oder Angsterkrankung leiden, sind häufig in ihren eigenen, negativen Gedanken gefangen", sagte Allen. In einer Art permanenten Kreislauf würden sie oftmals immer tiefer in der Depression versinken. Wenn eine kurze Ultraschall-Behandlung wirklich zu einer - wenn auch vielleicht nur kurzzeitigen - Stimmungsaufhellung führe, könne dies eine kleine Lücke öffnen, in der eine Psychotherapie ansetzen und dem Gedankenkreisen ein Ende setzen kann.

Ein Jahr sei vermutlich aber nicht ausreichend, um am Ende eine neue Therapieform präsentieren zu können. Sein Ziel sei es, genügend Daten zu sammeln, um so ein weitreichenderes Forschungsprojekt beantragen zu können.
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren