Würzburg
Heilkräuter

Tipps: So lassen sich Heilmittel auf dem Balkon anbauen

Gegen Erkältungen, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen sollen Heilkräuter helfen. Eine Expertin erklärt, wie sich ein kleiner Vorrat selbst anziehen lässt.
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Bei Kopfschmerzen hilft Lavendel. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Bei Kopfschmerzen hilft Lavendel. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Hilfe für kleine Wehwehchen, Entspannung nach einem stressigen Tag und ein wohltuender Raumduft: Natürliche Helferlein lassen sich nicht nur im Wald und auf Wiesen sammeln, sondern auch auf Balkon und Terrasse anbauen. Heilpflanzen wie Ringelblume, Johanniskraut und Lavendel wachsen gut in Töpfen. Viele von ihnen kommen in einem gemeinsamen Gefäß klar, so dass man sie nach Anwendungsgebieten zusammenstellen kann. Das empfiehlt zumindest Expertin Christina Freiberg, die darüber ein Buch geschrieben hat.


Grüne Hausmittel

Wenn Hobbygärtner die grünen Hausmittel gekonnt anpflanzen, hat das viele Vorteile: Sie können sich das Sammeln in der Natur sparen und auf die Qualität der Kräuter vertrauen. Denn in der Natur beeinträchtigen Feinstaub, hohe Düngerkonzentrationen und Giftstoffe im Boden die Wildflora. Allerdings ist die eigene Aufzucht anspruchsvoll. Zur Aufzucht empfehlen sich hochwertige, aber möglichst torffreie Substrate.

Die Düngung sollte vorsichtig erfolgen und die für Kräuter empfohlene Dosierung nicht überschreiten. Denn nur Heilpflanzen, die langsam wachsen, sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Wer Kräuter in Bio-Qualität züchten möchte, kann auch organische Dünger für Kräuter verwenden.


Raum für Wurzeln

Beim Anbau in Gefäßen ist wichtig, dass Kräuter ausreichend Raum für ihre Wurzeln haben, erklärt Freiberg. "Mit Ausnahme von Brahmi und Brunnenkresse, die gerne im Wasser stehen, sollten Töpfe und Kästen über ein Wasserabzugsloch verfügen, damit sich keine Staunässe bildet", rät die Expertin. Es macht Sinn, eine Schale unter das Gefäß zu stellen, um überschüssiges Wasser abzugießen.

In der Natur wachsen die meisten Heilkräuter auf Wiesen oder am sonnigen Waldrand. Auch beim Eigenanbau ist ein sonniger Standort von Vorteil. Aber nicht zu viel, sagt Freiberg: "Gut ist eine nach Ost oder West exponierte Lage, die nur bis mittags oder ab dem Nachmittag Sonne bekommt." Einige Heilpflanzen wie Süßdolde, Waldmeister und Frauenmantel gedeihen sogar im Schatten.


Der richtige Erntezeitpunkt

Entscheidend für die Nutzung der Kräuter ist der richtige Erntezeitpunkt. Nur so haben sie einen hohen Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen. Wann das der Fall ist, ist von Kraut zu Kraut verschieden: Lippenblütler wie Ysop und Salbei seien zu Beginn der Blüte besonders aromatisch, sagt Freiberg. "Lavendel, Thymian oder Ringelblume erntet man auf dem Höhepunkt der Blüte." Es kann auch vorkommen, dass erst die Samenreife das Optimum an Geschmack mit sich bringt. Das ist etwa bei Doldenblütlern wie Fenchel und Kümmel der Fall.

Auch die Tageszeit beeinflusst die Qualität des Ernteguts. Blätter und Blüten lassen sich am besten nachmittags ernten. Wurzeln entfernen Hobbygärtner besser am Morgen. Freiberg empfiehlt, bei trockenem Wetter mit bedecktem Himmel zu pflücken. "So verflüchtigen sich die ätherischen Öle nicht zu schnell."


Klären, ob etwas Ernstes vorliegt

Wer auf die Hilfe von Kräutern setzt, kennt seinen Körper in der Regel gut: Neigt man eher zu Kopfschmerzen oder sollen Kräuter das Altern aufhalten? Plagt Unruhe oder hat man immer wieder Bauchweh? Kräuterexpertin Freiberg sagt: "Man sollte beim Arzt klären, ob etwas Ernstes vorliegt oder ob es eine Empfindlichkeit ist." Ebenso sollte man vorsichtig testen, ob man auf die Pflanzen empfindlich oder allergisch reagiert.
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