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Nationalpark

Mehrheit der Menschen für Nationalpark im Spessart

Wird im Spessart der dritte bayerische Nationalpark geschaffen? Laut einer Umfrage ist eine deutliche Mehrheit der Anwohner dafür.
Bei einer Demo in Aschaffenburg im Februar konnte man einen anderen Eindruck gewinnen, aber laut einer Studie ist ein Großteil der Anwohner für einen Nationalpark im Spessart.  Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
 
Eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent der Bewohner in der Region Bayerischer Spessart und Unterfranken sind laut einer neuen Umfrage für die Errichtung eines Nationalparks im Spessart.

Die vier Umwelt- und Naturschutzverbände Greenpeace, WWF, der Landesbund für Vogelschutz und der Bund Naturschutz haben am Dienstag das Ergebnis der repräsentativen Umfrage unter 1000 Bewohnern in München der Öffentlichkeit vorgestellt. Demnach sind 29 Prozent der Meinung, ein Nationalpark Spessart wäre "sehr gut", 35 Prozent halten dies für "eher gut". "Eher schlecht" fänden dies 17 Prozent, "sehr schlecht" 12 Prozent und sechs Prozent der Befragten äußerten sich nicht.


Umfrage in Unterfranken

Zwischen dem 2. und 7. März wurden die Anwohner der Landkreise Würzburg, Main-Spessart, Miltenberg und Aschaffenburg sowie der beiden kreisfreien Städte Aschaffenburg und Würzburg per Telefon durch das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid befragt. Von den 1.000 Befragten stammten - proportional zur Bevölkerung - 369 aus dem Landkreis und der Stadt Würzburg, 631 aus den übrigen Kreisen und der Stadt Aschaffenburg. Selbst in den von einem Nationalpark direkt betroffenen Landkreisen fand sich jeweils eine Mehrheit für die Einrichtung eines solchen. Für "sehr gut" oder "eher gut" votierten im Kreis Aschaffenburg insgesamt 54 Prozent, im Kreis Miltenberg 51 Prozent und im Kreis Main-Spessart sogar 60 Prozent.

Eine weitere Erkenntnis der Befragten: Drei Viertel derer, die einen neuen Nationalpark Spessart mit "eher schlecht" oder "sehr schlecht" bewerten würden, antworteten, sie würden einem Nationalpark eher dann zustimmen würden, wenn Zugang und Nutzung des Waldes nicht eingeschränkt würden. Das bayerische Umweltministerium habe bereits klare Zugeständnisse hinsichtlich des Zugangs gemacht, betonten die Vertreter der vier Natur- und Umweltschutzverbände. Sie appellierten an die Landesregierung, sich durch populistische Stimmungsmache der Nationalpark-Gegner nicht beirren zu lassen. Greenpeace Chef Martin Kaiser forderte vom Freistaat, der "Desinformationskampagne" der Gegner "eine Informationskampagne entgegenzusetzen".

Der Spessart gilt laut Verbänden als größtes zusammenhängendes Mischlaubwaldgebiet Deutschlands. Nach Ansicht der Naturschützer hat auch der Steigerwald Nationalpark-Potenzial. Auch hier sprach sich bei einer Umfrage im November 2016 eine deutliche Mehrheit dafür aus, teilten die Verbände weiter mit. In Bayern gibt es momentan zwei Nationalparks - den 1970 gegründeten Nationalpark Bayerischer Wald und den Nationalpark Berchtesgaden (1978). Neben dem Spessart sind auch Rhön und Steigerwald als möglicher Standort für einen dritten Nationalpark im Freistaat in der Diskussion. (00/0800/14.03.2017)

zum Thema "Nationalpark in Franken"

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