Fussball

Englische Woche: Frankenderby, Würzburger Kickers fränkische Nummer 1

Nicht Nürnberg, nicht Fürth - die Kickers Würzburg sind nach fünf Spieltagen die fränkische Nummer 1.
Fußball: 2. Bundesliga, SpVgg Greuther Fürth - Würzburger Kickers, 5. Spieltag am 16.09.2016 in Stadion am Laubenweg, Fürth. Der Würzburger David Pisot jubelt über seinen Treffer zum 0:2. Foto: Daniel Karmann/dpa
 
von DPA
Lange wollten die Kickers Würzburg ihren Status als Nummer 1 in Franken nicht auskosten. "Klar kann man sich über den Tabellenplatz freuen, aber es geht ja am Mittwoch schon wieder weiter", sagte Trainer Bernd Hollerbach. Mit dem 3:0 im fränkischen Duell mit der SpVgg Greuther Fürth schob sich der Aufsteiger in der Tabelle weiter vor. Drei Siege, ein Remis und eine Niederlage lautet bei 9:4 Toren die stolze Startbilanz des Clubs, der von der Regionalliga in die 2. Fußball-Bundesliga durchmarschiert ist. Und auch dort mischen die Würzburger anders als Fürth oder der große 1. FC Nürnberg munter oben mit.

Nächster Prüfstein ist am Mittwochabend zu Hause das zwei Punkte hinter den Kickers platzierte Team von Union Berlin. "Auch gegen Fürth waren wieder ein paar Sachen dabei, die uns nicht so gut gefallen haben", monierte Hollerbach. Vor 10 510 Zuschauern war der starke David Pisot (11. Minute/79.) nach zwei Standards der Wegbereiter für den Erfolg, Tobias Schröck (84.) machte mit einem sehenswerten Distanzschuss alles klar. "Standards haben wir speziell trainiert und ich habe gesagt, dass ich ein Standardtor sehen will", sagte Hollerbach.

Für die Kickers war es in der noch jungen Saison der dritte Sieg nacheinander. "Wir haben noch nichts erreicht", mahnte Doppeltorschütze Pisot. "Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen unsere Punkte sammeln."
Nach den Erfolgen in Pokal und Liga ist den Würzburgern das weiter gesteigerte Selbstvertrauen anzumerken. Wie im Aufstiegsjahr überzeugte die bislang sehr sichere Defensive auch in Fürth. "Man merkt, dass wir die letzten Spiele gewonnen haben", sagte Hollerbach. Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck sprach von einem "verdienten Sieg für Würzburg, der allerdings zu hoch ausgefallen ist".

Der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth im Derby besonders hart gefordert. Nach einem 0:3 im kleinen Franken-Duell gegen Würzburg wollen die Fürther wieder jubeln, aber noch mehr steht der "Club" und dort vor allem Neu-Coach Alois Schwartz unter Druck. Richtig bereit für das traditionelle und brisante Duell scheint keiner der Rivalen. Am Dienstag ist es zum 261. Mal soweit, im Februar feierte der Nürnberg den 138. Sieg.

"Wir müssen die Fehler analysieren, abstellen und es dann am Dienstag besser machen", erklärte FCN-Torhüter Thorsten Kirschbaum. Für die gute Moral beim 4:5 in Bochum konnte sich sein Team nichts kaufen. "Wenn du auswärts vier Tore schießt, musst du eigentlich was mitnehmen", sagte Schwartz, für den die Situation schon früh in der Saison heikel ist. "Natürlich unterschätzen wir die Situation nicht und wissen, dass das eine ganz gefährliche Entwicklung ist", sagte Sportvorstand Andreas Bornemann.

Vor 16 050 Zuschauern reichten den Nürnbergern die Tore von Edgar Salli (18./45.+2, Foulelfmeter), Dave Bulthuis (34.) und Shawn Parker (90.+2) nicht. Kevin Stöger (4. Minute), Felix Bastians (7./Foulelfmeter), Peniel Mlapa (27./55.) und Nils Quaschner (89.) bestraften zu viele Abwehrschwächen. "Wir können gegen Fürth etwas gutmachen. Für uns geht es darum, unseren Fans zu zeigen, dass wir eine Einheit sind und kämpfen", sagte Kevin Möhwald.

Aber die Ausfallliste beim "Club" wird immer länger. Schon in Bochum fehlten die verletzten Willi Evseev, Patrick Erras, Georg Margreitter, Rurik Gislason und Torwart Raphael Schäfer sowie der gesperrte Guido Burgstaller. Jetzt erwischte es auch noch Enis Alushi mit einem Innenbandanriss im Knie. "Es ist schwer gerade, aber wir dürfen jetzt nicht nachgeben", sagte Tim Leibold.

Leicht war das Wochenende auch für die Fürther bei der 0:3-Heimschlappe nicht. "Für uns heißt es jetzt weiterzuschauen. Es kommen wichtige Spiele", sagte Manager Ramazan Yildirim. Sein Team konnte nach Siegen gegen 1860 München und Aue erstmals in dieser Spielzeit nicht zu Hause gewinnen. David Pisot (11. Minute/79.) und Tobias Schröck (84.) machten für Würzburg alles klar. "Uns hat das Matchglück in den wichtigen Situation gefehlt. Daraus müssen wir lernen und daraus werden die Spieler lernen", sagte Yildirim.

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