Interview

Tough Mudder in Wassertrüdingen - ein Hindernislauf-Teilnehmer im Interview

Der 30-jährige Julian Hornung testet seine mentale und körperliche Stärke und seinen Team-Geist auf ganz spezielle Weise.
Foto:  Foto: Tough Mudder
 
von DIANA FUCHS
Er könnte es so leicht haben. Julian Hornung hat an der Universität Würzburg einen sauberen, sicheren Arbeitsplatz am Schreibtisch. Der 30-Jährige ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik. Er muss sich die Hände nicht schmutzig machen. Aber genau das will er nun tun. An diesem Wochenende nimmt er gemeinsam mit drei Arbeitskollegen an einem Wettbewerb teil, der sich gewaschen hat - und zwar mit allen Dreckwassern: Beim "Tough Mudder"-Lauf bleibt kein Quadratzentimeter Haut trocken.

Was veranlasst einen, durch Schlamm zu robben, durch Schmutzwasser zu schwimmen, sich durch ein Heer elektrisch geladener Schnüre zu kämpfen und schmierige Hindernisse emporzuklettern?
Julian Hornung:(lacht) Gute Frage. Zum einen wohl die Neugierde - "Tough Mudder" klingt ja schon irgendwie interessant. Zum anderen die Tatsache, dass es sich um ein Team-Event handelt, bei dem es nicht auf Zeit und Geschwindigkeit ankommt, sondern auf Team-Arbeit und gemeinsamen Spaß. Wir sind vier Kollegen, die alle recht viel Sport machen, zum Beispiel Triathlon und Mountainbike fahren, als Ausgleich nach der Arbeit. Als einer von uns dann mit der Idee ankam, an dem bekannten Hindernislauf teilzunehmen, waren wir alle gleich begeistert. Bist Du generell ein harter Typ, der lieber ins Eiswasser eintaucht als es sich in der warmen Badewanne gut gehen zu lassen?
Also wenn ich ganz ehrlich bin: Ein bisschen Unbehagen spüre ich schon, wenn ich an den Lauf denke. Ich bin zwar einer, der gerne mal seine körperlichen Grenzen austestet, aber so etwas wie den "Tough Mudder" hab' ich noch nie gemacht. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Wovor hast Du am meisten Respekt?
Vor den Hindernissen, bei denen man Ängste überwinden muss - zum Beispiel, wenn man kleine Elektro-Schocks bekommt oder rückwärts durch Schlammwasser schwimmen muss, über dem ein Eisengitter liegt. Ich hoffe, da steht man so unter Adrenalin, dass man's einfach macht!

Wie bereitest Du Dich vor?
Ich gehe mindestens zweimal pro Woche laufen - manchmal schon morgens vor der Uni, zusammen mit meinen Kollegen - , fahre viel Mountainbike, und jetzt, vor dem Event, kommt schon noch die eine oder andere Liegestütze dazu. Außerdem schleppe ich Zementsäcke! Unser Hausbau ist echt ein super Training.




Wie ambitioniert ist Dein Team? Wollt Ihr ganz vorne bei den besten Läufern mitmischen oder ist die Devise: "Hauptsache ankommen"?
Wir wollen einfach alle ins Ziel kommen, ganz klar. Da wir aber alle vier ziemlich sportlich sind, streben wir schon auch eine gute Geschwindigkeit an. Ich denke, in drei bis vier Stunden sollen wir den Lauf schaffen.

Manche Team laufen in ganz verrückten Verkleidungen. Habt Ihr Euch auch was Besonderes ausgedacht?
Wir sind da eher pragmatisch und haben uns weiße T-Shirts drucken lassen, mit dunkelblauem Logo und der Aufschrift "Uni Würzburg".

Weiße T-Shirts? Ausgerechnet...
Naja, darauf sieht man dann im Ziel wenigstens, was wir auf uns genommen haben. Wenn man "Uni Würzburg" am Ende nicht mehr lesen kann, dann war's ein erfolgreicher Tag.


Infos Tough Mudder:

119 Euro kostet ein Einzelticket für die "Tough Mudder"-Teilnahme. Wer sich spontan ein Tagesticket kaufen will, muss 140 Euro berappen.

40 Tonnen Eis, mit denen unter anderem das Hindernis "Arctic Enema 2.0" bestückt wird, und viel, viel Schlamm erwarten die Teilnehmer.


20 Hindernisse mit Namen wie "Block Ness Monster" oder "Everest 2.0" werden auf der etwa 17 Kilometer langen Strecke aufgebaut.

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