Würzburg
Sprengstoffalarm

Bahnhof in Würzburg: Jugendlicher verursacht Großeinsatz - weil er Video schaut

Ein Koffer in einem ICE hat am Dienstagmittag am Würzburger Hauptbahnhof zu einem Sprengstoffalarm geführt. Die Hintergründe sind kurios.
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Ein Spürhund untersucht einen herrenlosen Koffer auf Sprengstoff. Foto: Bundespolizei
Ein Spürhund untersucht einen herrenlosen Koffer auf Sprengstoff. Foto: Bundespolizei
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Am Dienstagmittag kam es am Würzburger Bahnhof zum Großeinsatz der Bundespolizei. In einem ICE wurde ein herrenloser Koffer gefunden. Der Zug wurde geräumt und der Bahnsteig gesperrt. Erst als sich gegen 12.50 Uhr der Besitzer bei den Polizisten zu erkennen gab, konnte Entwarnung gegeben werden. Der Jugendliche hatte den Einsatz gar nicht mitbekommen.

Gegen 11.20 Uhr rief die Bahn die Bundespolizei Würzburg zum Hauptbahnhof. In einem ICE auf dem Weg von München nach Hamburg befand sich ein Koffer, der keinem Reisenden gehöre.


Spürhund untersucht den Koffer auf Sprengstoff

Nach Ankunft des Zuges im Hauptbahnhof Würzburg nahmen Bundespolizisten den Koffer in Augenschein. Über Lautsprecher veranlassten sie wiederholt eine Durchsage im Zug, doch kein Eigentümer meldete sich. Andere Reisende gaben an, dass sich der Koffer bereits seit München im Zug befände. Ein junger Mann habe das Gepäck abgestellt und anschließend das Abteil verlassen.

Die Bundespolizei erlaubte die Weiterfahrt des Zuges nicht. Die Beamten räumten die drei hinteren Wagen und sperrten den Bahnsteig ab. Ein Hundeführer der Polizei untersuchte mit seinem Spürhund den Koffer. Ob sich in dem Koffer Sprengstoff befand, konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Der Einsatzleiter der Bundespolizei entschied gegen 12.30 Uhr den ICE vollständig zu räumen und alarmierte Spezialkräfte.


Jugendlicher bemerkt beim Videoschauen den Großeinsatz nicht

Nachdem der ICE geräumt war, meldete sich ein 16-Jähriger bei den Polizisten. Bei dem Koffer handele es sich um sein Gepäck. Er sei auf dem Weg nach Norddeutschland, um dort Verwandte zu besuchen. Während der Fahrt habe der Jugendliche sein Gepäck wegen Platzmangels woanders verstaut.

Weil er ein Video schaute, habe er im Zug seinen Koffer ganz vergessen. Im Videofieber habe er die Aufregung um sich herum überhaupt nicht mitbekommen. Erst als er aufgefordert wurde den Zug zu verlassen, habe er den Einsatz bemerkt.

Da der 16-Jährige das Aussehen und den Ort, wo er seinen Koffer abgestellt hatte, genau beschreiben konnte, glaubten die Polizisten ihm. Im Beisein von Beamten durfte er sein Gepäck öffnen. In seinem Koffer war lediglich Kleidung. Gegen 12:50 Uhr konnten daraufhin alle Absperrungen aufgehoben werden und auch der Jugendliche durfte seine Reise nach Norddeutschland fortsetzen.

Durch den Polizeieinsatz war der Bahnverkehr am Hauptbahnhof Würzburg stark behindert. Ob die Deutsche Bahn oder Privatpersonen zivilrechtliche Ansprüche gegen den Jugendlichen stellen können, entscheidet nicht die Bundespolizei.
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