Immobilien

Immobilienpreise: Das sind die teuersten Städte in Franken

Wer sich auf die Suche nach bezahlbarem Wohnraum macht, kann in Franken fündig werden, doch die Entwicklung geht stark auseinander.


Immobilienpreise in Deutschland steigen stark an. Dabei sind die Preisunterschiede zwischen den Regionen enorm, so auch in Franken. Im bayerischen Vergleich sind die fränkischen Landkreise und Städte zwar noch ganz gut dran, doch auch in den fränkischen Städten ziehen die Preise für Immobilien deutlich an.

Grund für den Trend nach oben ist die derzeitige Geldpolitik: "Die Situation auf den Immobilienmärkten ist der anhaltenden Niedrigzinsphase geschuldet", sagt Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. Festverzinsliche Geldanlagen sind vielfach unattraktiv geworden, Anleger setzen deshalb verstärkt auf das sogenannte Betongold. Zugleich erleichtern niedrige Zinsen die Immobilien-Finanzierung und die gestiegene Nachfrage treibt die Preise. Das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. "Wohneigentum bleibt in der anhaltenden Niedrigzinsphase in vielen Großstädten und ihrem Umland ein lohnenswertes Investment mit guten Chancen auf Wertsteigerung", betont Marco Bargel.
Der Postbank-Wohnatlas 2017 zeigt die Unterschiede zwischen den Regionen. Während die Preise in den Städten in teils schwindelnde Höhen steigen, ist Wohnraum in ländlichen Gebieten bezahlbarer. Dort sind zwar teils die Gehälter niedriger, doch auch, wenn man etwa den Preis einer 100-Quadratmeter-Wohnung als Vielfaches des Jahres-Pro-Kopf-Einkommens darstellt, bleiben Städte wie München Spitzenreiter.

In Deutschland kommt München zwar nur auf Platz zwei hinter dem Landkreis Nordfriesland (Für dieses Ergebnis ist ein Sondereffekt verantwortlich: Exklusive Ferienwohnungen, besonders auf Sylt, treiben die Preise nach oben.), doch in Bayern ist die Landeshauptstadt mit dem 21-fachen des Jahreseinkommens als Preis für 100 Quadratmeter Wohnfläche Spitzenreiter.


Einer der günstigsten Kreise liegt in Franken

Unter den günstigsten Landkreisen Deutschlands findet sich auch ein fränkischer Kreis: Im Landkreis Wunsiedel kostet eine 100-Quadratmeter-Wohnung nur das 3,3-fache des durchschnittlichen Jahres-Pro-Kopf-Einkommens.



Damit ist Wunsiedel der drittgünstigste Landkreis in ganz Deutschland, preiswerter ist eine 100-Quadratmeter Wohnung im Verhältnis zum Einkommen nur im Landkreis Osterode am Harz sowie im Vogtlandkreis.


Wohnungen in den Städten - das sind die teuersten und die günstigsten

Vielerorts, vor allem in den Städten, koppeln sich die Immobilienpreise jedoch stark ab von der Gehaltsentwicklung. Die Preise steigen deutlich schneller an als der Verdienst. Auch in Franken ist das Wohnen vor allem in den Städten teuer. Aber auch hier gibt es starke Unterschiede.
Die teuerste Stadt in Franken nach dem oben erwähnten Modell (Verhältnis 100-Quadratmeter zu Jahreseinkommen) ist Würzburg, gleichauf mit Bamberg (je das 12-fache des Jahres-Pro-Kopf-Einkommens). Knapp dahinter folgen Nürnberg (das 11-fache), Aschaffenburg (das 11-fache), Erlangen (10,9) und Fürth (10,4). Am anderen Ende der Skala finden sich dagegen Städte wie Hof (4,9), Schweinfurt (7,2) und Coburg (7,3).


Die Studie

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte. Im Fokus der vorliegenden Analyse steht die Entwicklung der Kaufpreise für Wohneigentum in Relation zur regionalen Einkommensentwicklung.

Das verfügbare Jahreseinkommen pro Kopf entspricht dem Netto-Gesamteinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, umgerechnet auf ihre Einwohner, Kinder und Rentner eingeschlossen. Das Netto-Jahreseinkommen setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Vermögenseinkommen in Form von Zinsen und anderen Kapitalerträgen, Mieteinnahmen sowie Sozialleistungen (Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Sozialleistungen) - abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Das verfügbare Einkommen pro Kopf ist ein Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung in einer Region oder Stadt.


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