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Gewalt

Verletzte Polizisten bei Gewalt in Asylunterkunft in Schweinfurt - nicht der erste Fall

Nach dem Angriff auf Polizisten in Schweinfurt suchen die Verantwortlichen nach Ursachen. Die Zahl vergleichbarer Fälle hat dort zuletzt zugenommen.
Nach dem Angriff auf Polizisten in Schweinfurt suchen die Verantwortlichen nach Ursachen. Die Zahl vergleichbarer Fälle hat dort zuletzt zugenommen. Symbolbild: Ronald Rinklef
 
von DPA
Der Angriff einer größeren Gruppe gewaltbereiter Asylbewerber auf Polizisten in der Schweinfurter Erstaufnahmeeinrichtung am Montag war kein Einzelfall: Großeinsätze der Polizei in der Aufnahmeeinrichtung in der Kasernenstraße häufen sich: "Allein in den letzten zehn Tagen gab es vier ähnliche Vorfälle in der Einrichtung", so der Sprecher des Polizeipräsidiums, Enrico Ball.

Regierungspressesprecher Johannes Hardenacke weiß von "etlichen markanten Zwischenfällen wie dem vom Montag" in den vergangenen Monaten. Wie berichtet, haben am Montagnachmittag bis zu 50 gewaltbereite Asylbewerber, insbesondere Mitglieder einer syrischen Großfamilie, rund 40 Polizisten mit Fahrrädern, Steinen und Schuhen attackiert. Mehrere Kinder beteiligten sich an der Attacke.


Kind sticht mit Messer nach Polizisten

Ein Kind stach mit einem Messer nach einem Polizisten. Bei dem Einsatz wurden acht Polizisten verletzt. Nur wenige Tage vorher, am 20. August, war es in der Einrichtung zu einer Massenschlägerei zwischen Somaliern und Algeriern gekommen. Dabei prügelten rund 60 Personen aufeinander ein; die Polizei löste den Konflikt mit einem Großaufgebot an Kräften.

Auch am 26. Juni musste ein Großaufgebot von Polizisten aus Schweinfurt, Würzburg, Aschaffenburg und Oberfranken in den Schweinfurter Kasernenweg einrücken - rund 30 Somalier und Armenier schlugen sich.


Massiver Anstieg

Oft entzündeten sich Massenschlägereien an Kleinigkeiten, sagt Hardenacke auf die Frage, wie sich der massive Anstieg gewalttätiger Vorfälle in der Unterkunft Schweinfurt erkläre.

"Problematisch ist, dass sich bei Streitigkeiten einiger weniger Personen oft Zugehörige ihrer Volksgruppen solidarisieren", so Hardenacke weiter. "Vermehrt spielen auch Perspektivlosigkeit wegen schlechter Bleibeperspektiven und Alkohol eine Rolle." "Schlechte Bleibeperspektiven" können allerdings nicht der Grund für die massive Attacke auf Polizisten am Montag gewesen sein: Die Mitglieder der syrischen Großfamilie - Vater, Mutter und neun teils erwachsene Kinder - ,die die Attacke auf Polizisten anführten, sind als Asylberechtigte anerkannt.

Was passiert jetzt mit ihnen? An der Anerkennung als Asylberechtigte änderten die mutmaßlichen Straftaten vom Montag nichts, sagt Hardenacke. Als Folge der Angriffe vom Montag werde man die Familie per Wohnsitzzuweisung wegverlegen. In der Praxis bedeutet das, dass sich die Familie eine eigene Wohnung suchen muss. Für den Fall, dass die Syrer keine Wohnung finden, werden sie laut Hardenacke in einer anderen Unterkunft untergebracht. Laut Jacqueline Meyer, Asylsozialberaterin in der Erstaufnahmeeinrichtung, ist die elfköpfige syrische Familie erst seit kurzem in Schweinfurt und über ein Hilfsprogramm von Griechenland nach Deutschland gekommen.


Nur zur Hälfte belegt

Auf die Frage nach dem Grund für die vielen gewalttätigen Vorfälle in der Erstaufnahmeeinrichtung Schweinfurt nennt Meyer das Zusammenleben vieler Personen auf engstem Raum, bestätigt aber andererseits auch, dass die auf rund 1460 Personen ausgelegte Unterkunft derzeit nur zur Hälfte belegt ist. "Ich kenne auch keine Lösung, wie es hier zu keinen weiteren Auseinandersetzungen kommt", sagt sie.

Hardenacke zufolge bemüht sich die Regierung von Unterfranken, Gewalt in der Erstaufnahmeeinrichtung zu verhindern. "Wir haben die Zahl der Sicherheitskräfte dort zweimal verstärkt", sagt er. Derzeit seien in der Tagschicht 16 Sicherheitsleute im Einsatz, nachts arbeiteten 18 Sicherheitskräfte. Von Gisela Rauch


Angriff auf Polzisten vor Unterkunft in Schweinfurt: Die Ereignisse vom Montag im Überblick


Am Montag war es zu massiven Behinderungen und Angriffen auf Polizeibeamte in der Aufnahmeeinrichtung in Schweinfurt gekommen. Bis zu 20 Streifenwagen waren im Einsatz, um die Situation zu beruhigen. Die Beamten nahmen mehrere Bewohner vorläufig fest und gewaltbereite Kinder in Gewahrsam. Die Polizeiinspektion Schweinfurt führt derzeit die weiteren Ermittlungen.

Anfangs sah alles nach einem Routineeinsatz aus, als eine Streifenbesatzung der Schweinfurter Polizei einer Mitteilung des Sicherheitsdienstes über vermutlich gestohlene Fahrradteile in der Aufnahmeeinrichtung nachgehen wollte. Schnell mussten jedoch weitere Streifen aus dem Bereich Schweinfurt und Würzburg hinzugezogen werden, da plötzlich mehrere Bewohner den Einsatz massiv behinderten und die eingesetzten Polizeibeamten mit Fahrrädern, Steinen und allen anderen griffbereiten Gegenständen angriffen.

Gegen die gewaltbereiten Bewohner mussten sich die Beamten teilweise unter Einsatz des Pfeffersprays zur Wehr setzen. Selbst Kinder griffen zu Steinen und bewarfen die Polizisten, ein Kind verletzte einen Angestellten des Sicherheitsdienstes leicht mit einem Messer am Arm. Acht der eingesetzten Beamten erlitten Verletzungen in Form von Bisswunden und Prellungen, drei Beamte konnten ihren Dienst aufgrund der Verletzungen nicht mehr fortsetzen.
Resultat des Einsatzes waren mehrere vorläufige Festnahmen und Ingewahrsamnahmen der gewaltbereiten Kinder. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte ein Großteil der Personen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Eine 18-Jährige und ein 15-Jähriger kamen aufgrund psychischer Auffälligkeiten in ein Bezirkskrankenhaus bzw. eine Jugendpsychiatrie. Die weitere Betreuung der Kinder übernahm der soziale Dienst der Erstaufnahmeeinrichtung. Die Ermittlungen bezüglich mehrerer Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Gefangenenbefreiung und weiterer Delikte führt derzeit die Polizeiinspektion Schweinfurt.

Bereits eine Woche zuvorhatte es in der Erstaufnahmeeinrichtung eine Massenschlägerei gegeben, an der rund 60 Menschen beteiligt waren. Acht wurden leicht verletzt. "Das summiert sich leider", sagte ein Sprecher der Polizei. Es gebe regelmäßig Einsätze in der Unterkunft, in der 730 Menschen leben.

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