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Barrierefrei

Man merkt, dass es etwas holprig ist

VdK-Berater Helmut Beck prüfte Obbachs Straßen und Wege auf Behindertenfreundlichkeit.
Mit einer speziellen Wasserwaage misst VdK-Prüfer Helmut Beck das korrekte Gefälle am barreriefreien Zugang zur evangelischen Kirche in Obbach. Silvia Eidel
 
Wie sitzt man in einem Rollstuhl, der über gepflasterte Gehwege geschoben wird? Wo ist eine Bordsteinabsenkung zur Straßenüberquerung? Und gibt es im Dorfgemeinschaftshaus eine Behindertentoilette? Solchen Fragen ging der VdK-Ortsverein Obbach-Sömmersdorf bei einer Dorfbegehung mit profunder Begleitung auf den Grund.
Rund 40 Dörfer hat Helmut Beck schon unter die Lupe genommen. Er ist seit zweieinhalb Jahren ausgebildeter "Berater und Prüfer für Barrierefreiheit" beim VdK, einer von vier in Bayern. Verena Gerstner, Ortsvorsitzende des VdK Obbach-Sömmersdorf, hatte ihn in die Gemeinde Euerbach geholt, um nacheinander die Ortsteile untersuchen zu lassen.
In Obbach läuft seit einiger Zeit die Dorferneuerung, in Sömmersdorf beginnen die Planungen der ersten Projekte. Da sei es gut zu wissen, worauf man im öffentlichen Raum achten müsse oder wo es Schwachstellen gibt. Gerstner ist auch Gemeinderätin, weshalb sie in Obbach ihre Ratskollegen eingeladen hatte. Abwechselnd testeten die fünf Frauen und zwei Männer das Fahren im Rollstuhl, begutachteten Gehwege, unterschiedliche Pflaster, Bordsteinhöhen oder Bushaltestellen. Am Dorfplatz vor dem Aschenbau ging es über das Pflaster in historischer Optik. "Man merkt schon, dass es etwas holprig ist", erkannte Gerstner bei ihrer Rollstuhl-Fahrt. Bei späteren Pflasterungen seien ebene und geradkantige Steine verwendet worden, informierte die Obbacher Gemeinderätin Gabi Jakob.
Als "ideal" lobte Helmut Beck den Farbunterschied von dunklem Asphalt auf der Straße zu hellen Steinen am Gehweg, auch für Sehbehinderte gut erkennbar. Auch die Bordsteinhöhe von 3,5 Zentimeter biete Blinden, die mit Stock unterwegs sind, einen genügenden Widerstand. Gleichzeitig sei sie mit einem Rollator gut zu überwinden, was mit dem Rollstuhl demonstriert wurde. "Ziel der Dorferneuerung war eine überfahrbare Fläche für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Busse", erklärte Gabi Jakob in der schmalen Dorfstraße. Beck verhehlte nicht, dass er Hochkantenbordsteine favorisiere, als Schutz für die Fußgänger. "Die Dorferneuerung ist auch immer auf Interessensausgleich bedacht", konterte Jakob.
Das Resümee des VdK-Prüfers nach fast zweistündiger Dorfbegehung: "Ein schöner, sinnvoll renovierter Ort mit kleinen, beseitigbaren Mängeln an den Straßen und Wegen. Dazu Dinge, die menschlich sind, wie das Parken auf dem Gehweg." Und positiv sei auch, dass man weiter barrierefrei denke.
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