Schweinfurt
Bilanz

Gewinn der Schweinfurter Stadtwerke höher als erwartet

Die Eigenkapitaldecke der Schweinfurter Stadtwerke wächst, trotz Investitionsbedarf für die Konversionsflächen.
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Aktuell werden die Leitungen in der Spitalstraße (Bild) erneuert. Foto: Gerd Landgraf
Aktuell werden die Leitungen in der Spitalstraße (Bild) erneuert. Foto: Gerd Landgraf
Die Stadtwerke liefern Strom, Gas und Wasser; betreiben den Stadtbus und das Silvana. Sie sind Dienstleister für kleinere und mittlere Stadtwerke, für die sie Abrechnungen erstellen. Die Stadtwerke haben einen Rechnungszentrumsbetrieb für Dritte, und sie überwachen fremde Stromnetze. Kerngeschäft ist und bleibt jedoch der Netzbetrieb, in den der Konzern mit über 300 Mitarbeitern 2016 kräftig investiert hat - bei Strom, Erdgas und Fernwärme, wie auch bei der Datenversorgung über Highspeed-Glasfaserleitungen.

Der Blick auf den jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht 2016 zeigt einen Jahresgewinn von 8,4 Millionen Euro (Bilanzsumme: 134,24 Millionen, Anlagevermögen: 100,5 Millionen, Investitionen: 19,2 Millionen, und Umsatzerlöse: 123,7 Millionen Euro).


4,8 mehr Stromabsatz

Bei der Stromversorgung kletterte der Absatz im Stromvertrieb gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent auf 259,3 Millionen Kilowattstunden. Die gesamte Netzmenge war mit 777,5 Millionen Kilowattstunden leicht rückläufig, da die Industrie verstärkt Strom einspart. Die Abgabe von Erdgas stieg witterungsbedingt um 1,9 Prozent auf 516 Millionen Kilowattstunden. Die gesamte Netzmenge lag hier bei 710 Millionen Kilowattstunden.

Die Trinkwasserabgabe reduzierte sich um 100.000 Kubikmeter auf 4,2 Millionen. Das Minus von zwei Prozent geht vor allem auf eine gesunkene Abnahme durch die Industrie zurück. Der Fernwärmeabsatz erhöhte sich um 9,2 Prozent auf 85,2 Millionen Kilowattstunden. Auch hier machte sich der lange und kalte Winter bemerkbar. Außerdem war 2016 das erste volle Betriebsjahr der Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats in den Ledward Barracks. Als weitere Kunden kamen in der Jahresmitte die Bewohner der 64 Doppelhaushälften und die International School Mainfranken - auch in Yorktown - hinzu.

Punkten konnte der Stadtbus. Mit einem Plus von fünf Prozent stieg das Fahrgastaufkommen im Jahr 2016 auf 7,9 Millionen Mitfahrer.

Im Hafen hat nach dem schwachen Vorjahr (Niedrigwasser) der Schiffsumschlag bei allen Gütern (außer Kohle) zugelegt. Umgeschlagen wurden 287 415 Tonnen. Die Kräne waren 735 Stunden im Einsatz. An der Mainlände legten mit 152 Personenschiffen ähnlich viele wie im Vorjahr an.

Den Rückgang bei der Besucherzahl im Sport- und Freizeitbad Silvana um 5,5 Prozent auf 288 043 erklären die Stadtwerke mit "witterungsbedingt". Im Freibad wurden 58.426 Gäste gezählt. Im Jahr 2015 waren es mit 73 058 satte 20 Prozent mehr. Allerdings ist auch die Besucherzahl für das Hallenbad mit 190 598 leicht rückläufig.

2016 erschlossen die Stadtwerke mit dem Ausbau von Hafen und Hainig die letzten großen unterversorgten Gewerbegebiete in Schweinfurt mit Glasfaser. Das Lichtwellenleiternetz hat damit eine Länge von 387 Kilometern.

In der Sparte der erneuerbaren Energien befanden sich 2016 die drei Windkraftanlagen im Windpark Waldsachsen im zweiten vollen Betriebsjahr. Der erzeugte Strom (10.492 Megawattstunden) wird direkt in das Stromnetz eingespeist. Die mittels eigener Photovoltaikanlagen erzeugte Strommenge lag 2016 bei 114 Megawattstunden. Investiert haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr 12,1 Millionen Euro in die Stromnetze, Stationen und Verteilungsanlagen, 49.000 Euro in die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, 1,7 Millionen Euro in die Erdgasnetze und Stationen, über zwei Millionen Euro in die Wassergewinnung, Speicherung und Verteilung, über eine Million Euro in das Fernwärmenetz, 871.000 Euro in den Stadtbus, 267.000 Euro für das Silvana und 141.000 Euro in die Telekommunikation.

Mit dem Jahresüberschuss von 8.409.301 Euro wurde ein deutlich besseres Ergebnis als prognostiziert erzielt. Die Eigenkapitaldecke beträgt 61,3 Prozent und liegt damit deutlich über dem Branchendurchschnitt, was im Zusammenhang mit der Konversion in Schweinfurt und den daraus erkennbaren Investitionsbedarf besonders positiv zu bewerten ist. Gerd Landgraf
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