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Brückeneinsturz

Eingestürzte Autobahnbrücke bei Werneck: Gutachten belastet Statiker schwer

Gut 15 Monate nach dem schweren Unglück an der Schraudenbach-Brücke an der A7 bei Werneck in Unterfranken liegt nun ein Gutachten vor.
Die Luftaufnahme vom 15.06.2016 zeigt die Unfallstelle am Ersatzneubau der Talbrücke Schraudenbach der Autobahn 7 (A7) bei Werneck (Bayern). Dort war bei dem Einsturz eines Brückenneubaus ein Arbeiter getötet worden, mehrere wurden schwer verletzt. Foto: Hajo Dietz/dpa
 
Im Juni 2016 stürzten Teile der sich im Bau befindlichen Schraudenbach-Brücke an der A7 in Unterfranken ein. Ein Traggerüst war bei Arbeiten an der Brücke eingebrochen, Bauarbeiter stürzten in die Tiefe. Ein 38-jähriger Arbeiter kam dabei ums Leben.

Seit dem dramatischen Unglück liefen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt. Das zu den Ursachen des Zusammenbruchs eingeholte Gutachten liegt zwischenzeitlich vor, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mitteilten. Gegen drei Personen wurde jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Wie berichtet, kam es am 15. Juni 2016 im Zuge der Erneuerung der Talbrücke Schraudenbach südlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck bei Betonierarbeiten zu einem Zusammenbruch des Traggerüsts. Dreizehn Bauarbeiter wurden mitgerissen. Ein Bauarbeiter fand dabei den Tod, vierzehn Personen wurden bei dem Einsturz verletzt, davon vier lebensgefährlich und sechs schwer.
 
Laut dem nun vorliegenden Gutachten ist die Einsturzursache des Traggerüstes während des Betonierens im Bauabschnitt 3 ein Stabilitätsversagen einer Gerüststütze, eines sogenannten Joches, infolge mangelnder Horizontalsteifigkeit einer Jochverbindung. Verbindungselemente sollen unterdimensioniert gewesen sein, wodurch die Joche instabil geworden seien und es dadurch zum Einsturz gekommen sei.





Bei Auswertung der Unterlagen haben sich laut den Ermittlern Hinweise darauf ergeben, dass Statik und Ausführungsplanung hinsichtlich bestimmter Verbindungen nicht übereinstimmen. Die ungeeignete Konstruktion dieser Verbindungen ist nach den Ausführungen des Gutachtens "als primäre Einsturzursache anzusehen".

Aufgrund dieser Aussagen sind weitere Ermittlungen gegen die für die Berechnung der Statik und für die Erstellung der Ausführungszeichnungen Verantwortlichen sowie den zusätzlich eingebundenen Prüfingenieur erforderlich.

Zwischenzeitlich wurden durch die Kriminalpolizei Schweinfurt bei den betreffenden Firmen beziehungsweise Personen Durchsuchungen durchgeführt, bei denen weitere Unterlagen sichergestellt wurden.

Insgesamt wird derzeit gegen drei Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, deren Verantwortlichkeiten im Einzelnen nun geprüft werden müssen.

Wann mit einem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, ist derzeit unklar. Dies wird auch davon abhängen, ob weitere Stellungnahmen der Gutachterin erforderlich werden.

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