Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Arbeitsleben

Dank Spanferkel Traumberuf gefunden

Fleisch zerlegen, Wurstdärme füllen, Blutwurst vorbereiten - für viele nicht unbedingt ein Traumberuf, für Lorenz Strobel die "schönste Arbeit der Welt".
Lorenz ist mit vollem Eifer bei der Sache.  Foto: Daniela Schneider
 
Am 1. September hat für den jungen Schwanfelder das Arbeitsleben begonnen.An sich nichts Ungewöhnliches, doch Lorenz ist ein junger Mann mit Down-Syndrom und sein Weg in die Metzgerei Berchtold nach Stammheim ein ganz besonderer.
Als Lorenz‘ Mutter Annette Ballmann im letzten Sommer zu ihrer Geburtstagsfeier ein Spanferkel bestellte, ahnte sie nicht, dass sie damit das Leben ihres Sohnes grundlegend verändern würde. Der Schüler der Schweinfurter Franziskus-Schule war hin und weg von der Arbeit des Metzgers Stefan Berchtold.
Noch am Geburtstagsabend nahm er sein Schicksal selbst in die Hand und fragte nach einem Praktikumsplatz. Eine Herausforderung für das Metzgereiteam, denn am Arbeitsplatz wird mit scharfen Messern, gefährlichen Maschinen und siedend heißen Flüssigkeiten agiert. Metzger Stefan Berchtold beratschlagte kurz mit seinem Team, wie man Lorenz am besten in den Produktionsablauf einbinden könnte und offerierte anschließend dem überglücklichen Schwanfelder einen Praktikumsplatz, ebenfalls noch ahnungslos, dass er damit die Weichen für Lorenz weiteren Lebensweg neu stellen würde. Denn aus den zwei Wochen sind Monate geworden, das Praktikum wurde mit Unterstützung der Lebenshilfe Schweinfurt und den Fachkräften der Franziskus-Schule, allen voran Lehrer Michael Lindt, verlängert.


Lockere Sprüche

In dieser Zeit hat sich der 19-Jährige in der Metzgerei als helfende Kraft in einem auf seine Möglichkeiten zugeschnittenen Tätigkeitsbereich einen festen Platz erobert. Leberkäs und Hacksteaks formen, Würstchen brühen und Dosen etikettieren - für Lorenz ist die Arbeit sogar noch "schöner als gedacht". Am allerliebsten aber hängt er, wie er fröhlich erzählt, die Würste in langen Reihen auf.
Viele Handgriffe gehen mittlerweile wie aus dem Effeff, manches, wie das Knoten der Wurstenden, dauert dafür etwas länger. Aber die Geduld hat in der Metzgerei jeder gerne, bestätigen doch alle, dass sich mit Lorenz die Atmosphäre verändert hat. "Mit seiner fröhlichen Art und den lockeren Sprüchen bringt er alle zum Lachen", sagt Juniorchef Dominik Berchtold.
Von Beginn des Praktikums an schwärmte er zu Hause den beiden Geschwistern und Eltern von seiner Arbeit vor, und irgendwann war allen Beteiligten klar: "Da geht noch mehr." Und so bewarb sich Lorenz nach vielen Gesprächen für die seit 2014 laufende Initiative der Schweinfurter Lebenshilfe "Mensch inklusive". Dort werden hoch motivierte Menschen mit Behinderung an interessierte Unternehmen vermittelt.
Bei Lorenz waren die Weichen zwar schon gestellt, doch als dann die Förderzusage kam, hatten die Eltern Tränen in den Augen. 27 Monate wird er im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben von der Agentur für Arbeit gefördert, bekommt ein Ausbildungsgeld, auch Kranken-, Renten- und Sozialversicherung laufen über die Agentur, wie Andreas Treutlein, zuständig für die berufliche Ersteingliederung, erläutert. Einmal wöchentlich ist dann "Mensch inklusive"-Bildungsbegleiter Matthias Adrian vor Ort in Stammheim, um gegebenenfalls den Arbeitsablauf anzupassen.
Auch der Weg zurück in die Werkstatt der Lebenshilfe sei jederzeit möglich, sagt Laura Golüke von "Mensch inklusive". Doch das Projekt sei seit dem Start vor nun fast drei Jahren höchst erfolgreich: "Die Abbrecherzahlen tendieren fast gen Null." Momentan sind 44 Menschen mit Behinderung in den verschiedensten Bereichen des allgemeinen Arbeitsmarktes im umfangreichen Einzugsgebiet tätig, darunter im Einzelhandel und Gartenbau, auf dem Bauernhof, in Ämtern oder Seniorenwohnheimen. Daniela Schneider
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.