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Prozess

Sex mit Siebtklässlerin: Bewährungsstrafe für Lehrer aus Unterfranken

Wegen Sex mit einer minderjährigen Schülerin ist ein Lehrer in Unterfranken zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Wegen Sex mit einer minderjährigen Schülerin ist ein Lehrer in Unterfranken zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: dpa
 
Der Lehrer aus der Rhön, der Sex mit seiner 13-jährigen Schülerin hatte, ist in Schweinfurt zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht kam zum Schluss, dass der 40-Jährige des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes sowie des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen schuldig ist.

Aufgrund zahlreicher Umstände ging die Kammer jedoch von einem minderschweren Fall aus. Dazu zählte das Gericht neben dem umfassenden Geständnis des früheren Englisch- und Religionslehrers unter anderem, dass zu der damals 13-jährigen Schülerin eine Art Beziehung bestanden habe - wenngleich eine echte Beziehung aufgrund des großen Altersunterschieds natürlich nicht möglich sei.


Der Sex soll einvernehmlich gewesen sein

Der Sex in der Wohnung des Lehrers war einvernehmlich, dass hatte auch die frühere Schülerin in ihren Aussagen immer wieder betont. Wie sie selbst vor Gericht sagte, fand sie ihren Lehrer damals "süß". Das ändert jedoch nichts daran, dass sich der damals 35-Jährige damit strafbar gemacht hat. Nach dem Sex, es war ihr erstes Mal, habe sie ein schlechtes Gefühl gehabt, weil sie etwas Verbotenes getan hatte und selbst fand, dass sie für Geschlechtsverkehr noch zu jung sei.

Der nicht vorbestrafte Lehrer hatte sich bei der Schülerin entschuldigt, außerdem hat er von sich aus eine Psychotherapie begonnen. Zwar musste die heute junge Frau noch vor Gericht aussagen, allerdings zogen der Lehrer und sein Anwalt ihre Aussagen nicht grundsätzlich in Zweifel - anders als es sonst häufig der Fall ist, wenn es um Sexualstraftaten geht.

"Er hat bei seinen Taten alles falsch gemacht, aber danach hat er vieles richtig gemacht", sagte der Vorsitzende. Für einen Außenstehenden sei es erst mal undenkbar, einem Lehrer nach einer solchen Tat eine Bewährungsstrafe zu geben. "Aber wer die Umstände kennt, der wird Verständnis für das Urteil haben." Die beiden hatten nach dem ersten Mal im Herbst des Jahres 2000 auch noch mindestens ein zweites Mal Sex.

Wahrscheinlich relativ kurz nach dem ersten Mal, vielleicht aber auch später. Genau konnte das nach Ansicht des Gerichts nicht mehr festgestellt werden - und damit blieb unsicher, ob der Lehrer vor oder nach ihrem 14.
Geburtstag erneut mit der Schülerin geschlafen hatte.


Ein zweiter Missbrauch konnte nicht nachgewiesen werden

Das heißt: Ein zweiter schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes konnte nicht nachgewiesen werden. Das Urteil bezieht sich also auf einen Fall des Kindesmissbrauchs und zwei Fälle des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen - denn seine Schülerin war sie zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall noch.

Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf vier Jahre fest. In dieser Zeit muss der Mann die Psychotherapie weitermachen, die er bereits begonnen hat.

Außerdem warten 300 Stunden gemeinnützige Arbeit. Von einer zusätzlichen Geldstrafe sah die Kammer ab, weil der suspendierte Lehrer künftig eher knapp bei Kasse sein dürfte - seinen Beamtenstatus wird er nämlich auf jeden Fall verlieren.

Mit dem Urteil ist der Prozess vor dem Landgericht Schweinfurt nun nach rund zweieinhalb Jahren zu Ende gegangen. Im vergangenen Jahr war er ausgesetzt worden, weil das Gericht ein psychiatrisches Gutachten über den Angeklagten einholen wollte. Der Gutachter kam darin schließlich zum Schluss, dass der Lehrer nicht pädophil sei. Das Risiko, dass er sich wieder an Kinder heranmacht, sei bei entsprechender Therapie gering. Wäre dieses Gutachten anders gewesen, wäre die Strafe wohl anders ausgefallen. Nike Bodenbach

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