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Technik

Roboter-Olympiade in Schweinfurt: Kickende Schildkröten-Retter

Was können Roboter? Beim Deutschlandfinale der Welt-Roboter-Olympiade in Schweinfurt zeigten die Maschinen verblüffende Fähigkeiten.
Teilnehmer des World Robot Olympiad-Deutschlandfinale lassen am 17.06.2017 in Schweinfurt (Bayern) ihre selbst konstruierten Roboter Fußball spielen. Jugendliche aus ganz Deutschland treten beim World Robot Olympiad-Deutschlandfinale in Teams mit ihren Lego-Robotern gegeneinander an. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
 
von DPA
Anpfiff! Mit Elan stürzen sich die Fußballer auf den Ball. Und der ist ein High-Tech-Gerät: Er sendet Infrarotstrahlen aus, die die Kicker mit speziellen Sensoren erkennen. Ein Kompass sagt ihnen, wo das Tor ist. Und die fleißigen Kicker sind auch nicht aus Fleisch und Blut, sondern Roboter, deren summende Elektromotoren nicht zu überhören sind. Schüler der Johann-Simon-Mayr-Realschule aus dem niederbayerischen Riedenburg haben die elektronischen Kicker im Rahmen des Wahlfachs Robotik selbst gebaut und programmiert.

Die kleinen Lego-Roboter schieben und drängeln automatisch, eine Fernsteuerung gibt es nicht. Ihre Erbauer können nichts weiter tun, als zuzusehen und mitzufiebern. "Die größte Sorge dabei ist, dass das Programm nicht richtig funktioniert", erklärt der 15 Jahre alte Simon Liedl, einer der Erbauer der Roboter. Beim Deutschlandfinale der Welt-Roboter-Olympiade (WRO) in Schweinfurt traten er und seine Mitschüler am Wochenende gegen sieben weitere Teams an, die sich ebenfalls in regionalen Vorentscheiden qualifizieren konnten.

Die "Football Category" war lediglich eine von drei Wettbewerbsdisziplinen. In der "Regular Category" für verschiedene Altersklassen mussten die Roboter selbstständig Aufgaben bewältigen. In der "Open Category" war Innovationsgeist gefragt. Insgesamt nahmen am Deutschlandfinale 88 Teams teil mit rund 300 Schülern im Alter zwischen acht und 19 Jahren.


Roboter für Nachhaltigkeit

Wie viel Know-How bereits in den jungen Köpfen steckt, brachte so manchen Preisrichter zum Staunen. "Ich bin überrascht und verblüfft vom technischen Verständnis der Teilnehmer", sagt Kurt Berthold, Mitglied bei der Wissenswerkstatt Passau. Die Mathematikerin Käthe Engler, ebenfalls in der Jury, zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt der Ideen in der sogenannten "Open Category". In dieser Disziplin ging es darum, ein Robotermodell zu entwickeln, das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Vom Rooftop-Farming über feinstaubfreie Innenstädte bis hin zur voll automatisierten Landarztpraxis - die Schüler bringen für sämtliche Fragen der Gegenwart eine Lösung mit.

Die effiziente Nutzung von Ressourcen beschäftigt das Team "Cool Robots" des Berliner Schülerforschungszentrums. Die 18 Jahre alte Kristina Berger erklärt: "Mit Laub kann man gut heizen. Es hat einen ähnlichen Brennwert wie Holz, wenn man es presst." Daher haben sie und ihre Mitstreiter einen Roboter konstruiert, der selbstständig Laub aufsammelt und es in eine Pressanlage bringt.

Das Robotik-Team "Möpaler Infekt" des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Wiehl hat den "Switchbot" für den Anbau von landwirtschaftlichen Mischkulturen entwickelt. Der Roboter ist in der Lage, verschiedene Pflanzenarten zu erkennen, und wechselt selbstständig auf die richtigen Werkzeuge für Saat und Ernte. Während der wochenlangen Arbeit am Projekt habe er viel dazu gelernt, sagt der 16-jährige Sebastian Mierisch. Praktisches, problemorientiertes Arbeiten bringe ihn weiter als rein theoretischer Unterricht. Und er fügt hinzu: "Die Teamarbeit macht mir Spaß, es entwickeln sich Freundschaften."

Die Roboter-Olympiade gibt es bereits seit 2004. Seither ist der Wettbewerb kontinuierlich gewachsen. In Deutschland wird er seit 2012 vom Verein "Technik begeistert" veranstaltet. Der Verein wurde von ehemaligen Schülerinnen und Schülern des Walburgis-Gymnasiums Menden im Sauerland gegründet. "Wir haben selbst viel Wettbewerbserfahrung und wollen unsere Begeisterung weitergeben", sagt Vereinsmitglied Markus Fleige. Dieses Jahr organisiert der Verein das Deutschlandfinale erstmals in Kooperation mit einem regionalen Partner, der Wissenswerkstatt Schweinfurt.


Sieger dürfen zum Welfinale nach Costa Rica

Preisgeld gibt es keines, trotzdem hatten die Teilnehmer ein attraktives Ziel vor Augen: eine Reise zum Weltfinale der WRO. Das findet jedes Jahr in einem anderen Land statt, bisher unter anderem in Indien, Katar, Russland oder Malaysia. Dieses Jahr begegnen sich die weltweit besten Roboter-Matadoren vom 10-12. November in San José, der Hauptstadt Costa Ricas.

Um den Teilnehmern beim Deutschlandfinale Lust auf das lateinamerikanische Land zu machen, verbargen sich in den Aufgabenstellungen bereits kleine Anspielungen. So ging es in der "Regular Category" unter anderem darum, Jaguare und Schildkröten zu retten. Die Lego-Tierchen waren in Not geraten und befanden sich auf dem Spielfeld außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume. Die Teilnehmer mussten ihre Roboter so programmieren, dass sie die Tiere selbstständig finden, hochheben und in den Regenwald oder ins Meer zurückbefördern können.
Nach Costa Rica fliegen nun die Gewinner der "Football Category" sowie jeweils die drei besten Teams der "Regular Category" und "Open Category". Die Viertplatzierten der "Regular Category" dürfen im August an der World Robot Conference (WRC) in Peking teilnehmen.
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