Schweinfurt
Massnahme

Letzte Sanierung vor Abbruch

Die Bauarbeiten an der Maxbrücke in Schweinfurt beginnen. Sie ist vom 2. Mai bis Ende Oktober nur stadtauswärts befahrbar. Der Neubau ist für 2022 geplant.
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Die Routen der Buslinie 81 und anderer werden sich wegen der Brückensperrung ab 2. Mai ändern. Foto: Julia Haug
Die Routen der Buslinie 81 und anderer werden sich wegen der Brückensperrung ab 2. Mai ändern. Foto: Julia Haug
Christof Klingler ist als Tiefbauamtsleiter der Stadt der Hauptverantwortliche für die Sanierung der Maxbrücke (Baujahr 1958), die dazu vom 2. Mai bis Ende Oktober nur stadtauswärts befahrbar ist. Ein Großprojekt mit programmiertem Ärger. Dennoch ist Klingler gelassen. Denn: Bei ihrer letzten Sanierung 1997 war die Brücke ebenfalls länger nur stadtauswärts befahrbar, das befürchtete Verkehrschaos blieb aber aus, erinnerte er bei der Präsentation der vier Bauphasen samt Umleitungen im Rathaus.
Ein Grund war, dass viele Autofahrer diesen Weg in die Stadt weiträumig umfuhren. Das empfiehlt Klingler auch jetzt wieder. Also: Möglichst schon die Autobahnabfahrten Schonungen und Oberndorf nutzen, wer die Innenstadt als Ziel hat. Zweiter Grund war die Hahnenhügelbrücke, die den Mehrverkehr damals gut verkraftet hat.


Ampelzeiten werden angepasst

Dieses Mal programmiert die Stadt zusätzlich alle Lichtzeichenanlagen im näheren Umfeld, also Landwehr-/Luitpoldstraße und im Hafen, so um, dass dem Verkehr auf der Hahnenhügelbrücke stadteinwärts mehr Zeit eingeräumt wird. "Die erste Woche wird das ein leicht nervöses Chaos, dann pendelt sich das ein", ist Klingler zuversichtlich.
Die Kernumleitung via Hahnenhügelbrücke wird beschildert. Die Stadt will versuchen, Vorabhinweise auf die Sperrung der Maxbrücke auch auf der Autobahn unterzubringen. Saniert wird sie in vier Bauphasen. In den Zeitabschnitten eins, zwei und vier gilt, dass der Autoverkehr nur stadtauswärts abfließt und zwar je nach Fortschritt der Arbeiten auf der östlichen oder westlichen Brückenseite.
Fußgänger kommen immer in die Stadt hinein wie heraus. Ihnen steht aber dementsprechend nur der Gehweg auf einer Seite zur Verfügung. Den können stadteinwärts auch Radfahrer nutzen, wenn sie den Drahtesel schieben. Stadtauswärts benutzt der Radfahrer die Fahrbahn. Das Tempo ist auf den 260 Metern Brücke auf 30 Stundenkilometer reduziert.
Eine andere Regelung gilt für Bauphase drei von Mitte August bis Mitte September, bewusst in den Sommerferien: In dieser Zeit erfordert die Sanierung der Übergangskonstruktion an beiden Seiten der Ludwigsbrücke deren Vollsperrung. Um in diesen vier Wochen die Zufahrt sowohl in die Wehranlagen wie auf die Maininsel sicherzustellen, wird der Verkehr auf der Maxbrücke dann in beide Richtungen möglich sein - aber eben nur bis oder ab Ludwigsbrücke.


Fußgänger können passieren

Für Fußgänger und Radfahrer ist der Zugang in den Hafen Ost via Minigolfanlage/Eisbahn weiter möglich. In dieser Zeit werden auch die Fußgängertreppen von der Maxbrücke zur Maininsel bzw. Wehr/Cramermühle) saniert, allerdings nur die nicht mehr rutschfesten Beläge.
Die Brückensanierungen laufen unter der Regie der Stadt. Die dritte Baumaßnahme unter der des Staatlichen Bauamts: Der beidseitige Ausbau des Geh- und Radwegs nach Sennfeld und in den Hafen Ost. Erneuert wird die Ampel an der Diskothek, erneuert wird auch die Straßenentwässerung und die Fahrbahndecke.
Auch hier gibt es vier Bauphasen, die laut dem Leiter des Straßenbauamtes, Holger Bothe, am 19. Juni starten. In dieser Phase eins erfolgt eine Totalsperrung des Bereichs, das allerdings lediglich zur Nachtzeit von 22 bis 5 Uhr. In Phase zwei wird die Diskotheken-Seite nicht befahrbar sein, der Verkehr kann nur in Richtung Sennfeld fahren. In Phase drei erfolgt eine zweite Komplett-Sperrung auch tagsüber. Das alles bewusst auch in den Schulferien. Bauphase vier ab Mitte September bis zum festgelegten Bauende am 6. Oktober ist ohne Auswirkungen auf den Verkehr.
Dann Fragerunde der wenigen Bürger, die zur Infoveranstaltung ins Rathaus gekommen waren. Die Antworten: Vereinbart ist mit den beauftragten Baufirmen Zweischichtbetrieb. Wird die Bauzeit nicht eingehalten, sind Vertragsstrafen vereinbart. Ein Großteil der Baustellen wird auf den Brücken eingerichtet, einzig am Wasserwerk (Wehr) werden Material und Baucontainer aufgestellt. Das heißt: Parkplätze fallen dort weg. Ersatzparkplätze im Umfeld zu finden, war laut Klingler "leider nicht möglich".


Verschleiß-Schäden

Baureferent Ralf Brettin begründete die Notwendigkeiten der Brückensanierung - wie schon im Stadtrat - mit den bei Brückenprüfungen festgestellten Verschleiß-Schäden, die Klingler "gravierend" nannte. Die Dimension sei erst 2013 zutage getreten. Für einen Neubau, jetzt geplant für 2022, sei aber ein fünfjähriger Planungszeitraum nötig. Deshalb jetzt die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung, die "gut investiertes Geld" sei, wie Klingler meinte.
Brettin unterstützte die Aussage. Eine neue Maxbrücke müsse Radfahrer und Fußgänger gegenüber heute bequemer und sicherer über den Fluss bringen, sie müsse deshalb breiter werden, was angesichts der Vorgaben (Harmoniekreuzung, Bahn, Abfahrt Maininsel) seine Planungszeit brauche. Rund 20 Millionen Euro wird der Neubau kosten. Die Stadt plant einen Wettbewerb, hofft auf rege Beteiligung von Ingenieuren und Architekten.
Im Stadtrat war auch die Fahrtrichtung in die Stadt diskutiert worden. Davor warnten Verkehrsgutachter, die Rettungsdienste und die Stadtwerke wegen des Busverkehrs. Für die nun bestimmte Öffnung stadtauswärts sprach auch, dass 14 000 der täglich 25 000 Fahrzeuge in Richtung Sennfeld/Hafen fahren.



Busfahrgäste müssen sich umstellen
Mit Sperrung der Maxbrücke in Schweinfurt ändern sich auch die Busfahrpläne

Schweinfurt — Die Generalsanierung der Maxbrücke wird auch Auswirkungen auf den Busverkehr haben: Ab 2. Mai wird die Brücke, die das Museum Georg Schäfer und den Sennfelder Bahnhof über den Main miteinander verbindet, über mehrere Monate generalsaniert - und deshalb für den Verkehr zunächst stadteinwärts nicht mehr befahrbar sein.


Routen und Taktung ändern sich

Die betroffenen Busunternehmen, Stadtwerke Schweinfurt, Harry Metz aus Schwebheim und Kleinhenz aus Gerolzhofen, arbeiten deshalb schon seit Monaten an Fahrplänen, die möglichst wenige Einschränkungen mit sich bringen. Für gewöhnlich wird bei den Stadtwerken laut Sprecherin Eva Schüler einmal jährlich im Dezember der Fahrplan gewechselt. 2017 muss das gleiche Prozedere innerhalb kürzester Zeit viermal - für jede der drei Bauphasen sowie für die Zeit nach der Sanierung - vonstatten gehen.
"Fahrgäste sollten sich ständig informieren", sagt Ulrich Lapp, bei den Stadtwerken Bereichsleiter Personenverkehr und Fahrzeugtechnik. Routen und Taktung der Buslinien könnten sich innerhalb weniger Tage ändern, je nachdem, wann ein neuer Bauabschnitt ansteht.
In der ersten Bauphase zwischen 2. Mai und Mitte August - wie auch in Bauphase drei mit Beginn des neuen Schuljahres - kann der Verkehr stadtauswärts weiter fließen. In der zweiten Bauphase zwischen Mitte August und 11. September, Sommerferienende, soll die Ludwigsbrücke, die Verlängerung der Maxbrücke hin zum Sennfelder Bahnhof, komplett gesperrt sein. Die Haltestelle Maininsel, die bisher auf Zuruf am Roßmarkt angefahren wurde, wird ab Mai nur noch fünfmal pro Tag angefahren Dieses Angebot gilt sonntags nicht.
Über die neuen Zeiten können sich Fahrgäste über viele Wege informieren: Sieben Broschüren mit den neuen 17 Fahrplänen stehen im Kundencenter, am Roßmarktschalter und anderswo ab Ende April bereit. Die Fahrzeiten und Routen enthalten auch der Liniennetz-Plan unter www.stadtwerke-sw.de/stadtbus sowie www.stadtwerke-sw.de/gps. jha
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