Region // Schweinfurt
Kunden entdecken zwei Cash-Trapping-Fallen
Am Freitagabend haben Unbekannte innerhalb kurzer Zeit zweimal versucht, mit der sogenannten "Cash-Trapping"-Masche beim Abheben an Geldautomaten an das Bargeld von Bankkunden zu kommen.
In beiden Fällen war über dem Geldausgabeschacht eines Geldautomaten eine Metallleiste angebracht worden, die innen mit einer Klebefolie versehen war. Diese verhinderte das Ausgeben oder Wiedereinziehen des Geldes. Doch die aufmerksamen Bankkunden gingen der Sache auf den Grund, entdeckten die Fallen und verständigten sofort die Polizei.
Im ersten Fall wollte ein Kunde gegen 20 Uhr an einem Geldautomaten in der Domstraße/Ecke Grafeneckart 50 Euro abheben. Nach der PIN-Eingabe und dem Eingeben des Betrages erschien im Display die Aufforderung, das Bargeld zu entnehmen. Aber der Kunde wartete vergeblich auf die Scheine. Bei näherem Hinsehen entdeckte der Mann eine silberfarbene Aluleiste, an deren Innenseite das Bargeld klebte. Der Bankkunde reagierte sofort und verständigte über Notruf die Polizei.
Die dreisten Diebe ärgerten sich offenbar über den Fehlversuch und brachten an dem gleichen Gerät nochmals eine Falle an. Gegen 21.45 Uhr wollte ein weiterer Kunde 200 Euro abheben und auch diesmal spuckte das Gerät augenscheinlich kein Bargeld aus. Der Mann versuchte, den Schlitz herunterzudrücken und hielt plötzlich die manipulierte Leiste in der Hand. Auch diesmal klebten die Geldscheine daran und der Kunde rief sofort die Polizei.
War der Täter dabei?
Auffällig war in diesem Zusammenhang ein 170 Zentimeter großer und schlanker Mann, der während des Vorgangs hinter dem Geldabheber stand. Er hatte kurze dunkle Haare und trug ein weißes T-Shirt. Möglicherweise wartete der Unbekannte nur darauf, dass der Kunde weggeht, um das Geld an sich zu nehmen.
Die Kripo Würzburg hat die Ermittlungen in beiden Fällen übernommen und sucht nun Zeugen oder weitere Geschädigte, die am Freitagabend in der Domstraße Geld abgehoben haben oder Hinweise zu dem Unbekannten geben können. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Bankfiliale am Grafeneckart beobachtet hat, wird gebeten, dies umgehend bei der Kripo unter Telefon 0931/457-1732 mitzuteilen.
Wie funktioniert das Phänomen "Cash-Trapping"?
Neben dem Phänomen "Skimming" (Auslesen der Bankkartendaten und Ausspähen der PIN am Geldautomat), über welches das Polizeipräsidium Unterfranken bereits mehrfach berichtet hat, gibt es eine zweite durchaus nicht unbeliebte Variante der auf die Manipulation von Geldautomaten spezialisierten Diebe. Das so genannte "Cash-Trapping" (übersetzt: Geldfalle) bezeichnet eine besondere Form des Diebstahls an Geldautomaten.
Über dem Geldausgabeschacht wird ein täuschend echter Verschluss, oftmals in Form einer Blende oder Teppichleiste, geklebt. Diese Blende ist an der Innenseite mit einer Klebefolie versehen, welche verhindert, dass das Geld ausgegeben oder wieder vom Automaten eingezogen wird - die Geldscheine bleiben buchstäblich im Ausgabeschacht kleben. Der Geldautomat funktioniert einwandfrei, der Bankkunde kommt nur nicht an sein abgehobenes Geld, da der Geldauswurf nicht geöffnet wird. Stattdessen erscheint nach einer Weile der Hinweis auf eine Störung. Die meisten Kunden verlassen daraufhin die Bank, um ihr Glück an einem anderen Geldautomaten zu versuchen. Wenn der Kunde den Automaten in der Annahme verlässt, dass dieser defekt sei, wartet einer der Täter in der Nähe, um das festgeklebte Bargeld samt Leiste mitzunehmen und unbemerkt zu verschwinden.
Weil sich die Täter hierzu in der Nähe aufhalten müssen, ist es wichtig, sofort über Notruf 110 die Polizei zu verständigen, denn dies erhöht die Chance, derartige Täter auf frischer Tat festzunehmen.
So schützen Sie sich vor den Tricks der Diebe
Bleiben Sie in jedem Fall beim Geldautomaten, wenn dieser trotz fehlerfreiem Abhebevorgang keine Scheine ausgibt. Lassen Sie sich nicht von einem vermeintlich hilfsbereiten Fremden vom Automaten weglocken.
Bitten Sie einen anderen Kunden, einen Bankmitarbeiter zu holen. Bei Automaten außerhalb von Banken rufen Sie gegebenenfalls per Handy bei der Bank an. Verständigen Sie in jedem Fall sofort die Polizei über Notruf 110. pol







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